Wird Vettel beim neuen Team ähnlich glücklich wie Hamilton nach dem Wechsel?

Formel 1 2014

— 04.10.2014

Abschied aus gemachtem Nest: Vettel auf Hamiltons Spuren

Sebastian Vettels Abschied von Red Bull kommt für diverse Ex-Formel-1-Piloten nicht überraschend: Parallelen zur Karriere des Lewis Hamilton



Sebastian Vettel hat Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Freitagabend in Suzuka darüber informiert, das Team, mit dem er seine größten Erfolge eingefahren hat, zum Saisonende zu verlassen. Offiziell bestätigt ist es noch nicht, aber es deutet alles daraufhin, dass Vettel in der Saison 2015 an der Seite von Kumpel Kimi Räikkönen für Ferrari fahren wird.

"Ich bin nicht überrascht", kommentiert Ex-Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell den Vettel-Abschied von Red Bull gegenüber 'Sky Sports F1'. "Es war für Seb einfach der passende Zeitpunkt gekommen. Das schlägt natürlich hohe Wellen und zieht einige andere Bewegungen auf dem Fahrermarkt nach sich."

So wird Fernando Alonso, der seit 2010 für Ferrari ins Lenkrad greift, ein Wechsel zurück zu McLaren nachgesagt. Dort fuhr der Spanier bereits in der Saison 2007, bevor man im Streit auseinanderging. 2015 ist McLaren Exklusivpartner von Honda, die nach sechs Jahren Formel-1-Abwesenheit nun mit einem V6-Turbo zurückkehren.

Mansell: Vettel allein für Ferrari nicht genug

"Sebastian hat für sich entschieden, dass seine beste Zeit bei Red Bull hinter ihm liegt, dass in diesem Team einfach zu viele Veränderungen stattgefunden haben und er jetzt eine neue Herausforderung braucht so wie es sein Mentor Michael Schumacher einst vorgemacht hat", spricht Martin Brundle bei 'Sky Sports F1' auf die Tatsache an, dass Daniel Ricciardo Vettel bei Red Bull den Rang abgelaufen hat und dem viermaligen Weltmeister eine neue Herausforderung gut tun könnte.

Mansell allerdings, der in den Jahren 1989 und 1990 selbst für Ferrari ins Lenkrad griff und in diesem Zeitraum drei Rennen gewann, sieht in der Verpflichtung Vettels nicht das Allheilmittel, um die Scuderia wieder an die ganz großen Erfolgsjahre der Schumacher-Ära anknüpfen zu lassen. "Ich bin der Überzeugung, dass Ferrari nicht nur Vettel, sondern auch einige andere Dinge braucht, um wieder erfolgreich sein zu können", sagt Mansell, findet den Deal aber "allemal interessant".

Lange Zeit galt Alonso als Königsfigur auf dem Transfermarkt, dessen Schachzug alle erst abwarten müssten, bevor sie sich selbst entscheiden können. Nun kam Vettel mit seiner Information an Red-Bull-Teamchef Horner zuvor. "Vielleicht wollte Alonso einfach ein bisschen zu clever sein. Da hat sich Sebastian gesagt, jetzt bin ich clever, mache den ersten Zug und verlagere den Druck damit auf die anderen", merkt Brundle an und sieht Alonso genau wie der Großteil des Fahrerlagers in der Saison 2015 für McLaren fahren.

Veränderungen bei Red Bull und Hamilton-Wechsel als Vorbild

Bei McLaren wiederum war Lewis Hamilton lange Zeit der Garant für Erfolge. 2007 waren der Brite und Alonso einmalig Teamkollegen, dann ging Alonso für zwei Jahre zurück zu Renault, bevor er bei Ferrari andockte. Die Laufbahn des designierten Alonso-Nachfolgers Vettel wiederum ähnelt jener von Hamilton. Der Brite wurde von Kindesbeinen bei McLaren aufgebaut, gab in diesem Team in Melbourne 2007 sein Formel-1-Debüt, wurde in diesem Team Weltmeister der Saison 2008 und gewann bis Ende 2012 in diesem Team 21 Rennen. Zur Saison 2013 kehrte Hamilton den Chrompfeilen überraschend den Rücken zu, wechselte zu Mercedes und befindet sich in seiner zweiten Saison bei den Silberpfeilen auf Kurs, den zweiten WM-Titel seiner Karriere an Land zu ziehen.

Bei Vettel verlief die Karriere ganz ähnlich. Auch er wurde schon lange vor seinem Formel-1-Debüt von Red Bull gefördert. Vettels Einstieg in die Königsklasse markierte zwar ein einmaliger Start für BMW-Sauber in Indianapolis 2007, doch schon kurz darauf saß er bei Toro Rosso, dem B-Team von Red Bull, im Stammcockpit. Mit diesem Team gewann er in Monza 2008 seinen ersten Grand Prix. Zur Saison 2009 stieg Vettels ins A-Team des österreichischen Energydrinkriesen auf, gewann dort in den Jahren 2010 bis 2013 vier WM-Titel in Folge. Nun kehrt der Deutsche Red Bull den Rücken zu und wechselt zu Ferrari.

"Als Lewis Hamilton zu Mercedes wechselte, hielten ihn einige Leute für verrückt. Man muss sich aber nur mal die Ergebnisse anschauen, die er jetzt einfährt. In Zukunft steht ihm die Welt offen. Wer weiß, was er noch erreichen kann", bemerkt Anthony Davidson bei 'Sky Sports F1' und zieht den Vergleich zu Vettel: "Er wurde in dieser Saison von seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo in den Schatten gestellt. Gut möglich, dass er sich da gedacht hat, ein Teamwechsel ist jetzt genau das Richtige."

Fotoquelle: xpbimages.com

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