Trennung zum Jahresende: Helmut Marko und sein "Ziehsohn" Sebastian Vettel

Formel 1 2014

— 05.10.2014

Marko: "Es gab Anzeichen für Vettel-Abschied"

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko wurde vom Vettel-Abschied nur wenig überrascht: Emotionales Gespräch am Freitagabend in Suzuka



Nach vier Fahrer- und vier Konstrukteurstiteln wird die Ehe zwischen Red Bull und Sebastian Vettel am Ende dieses Jahres geschieden. Der Deutsche wird voraussichtlich zu Ferrari wechseln, um dort gemeinsam mit Kimi Räikkönen den erhofften Aufschwung zu realisieren. Für Red Bull werden im kommenden Jahr Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat auf Punktejagd gehen. Die Weltmeister schenken dem jungen Russen das Vertrauen, man hält am Konzept mit jungen Eigengewächsen fest.

"Eine solche Entscheidung hinterlässt Spuren, aber bei Red Bull war uns immer klar, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, wo sich Sebastian nach neuen Herausforderungen umsieht. Es war halt jetzt für ihn der perfekte Zeitpunkt, um eine solche Veränderung umzusetzen", schildert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bei 'Sky'. "Am Freitagabend haben wir es offiziell und endgültig erfahren, aber es hat natürlich zuvor gewisse Anzeichen gegeben."

"Dass bei Ferrari ein Platz frei wird, liegt an Alonso. Es ergab sich dadurch eine Situation, wo sich zwischen Sebastian und Ferrari relativ schnell etwas entwickelt hat", meint Marko. "Am Freitagabend um 21:00 Uhr ruft er mich an, um über das Wetter zu reden. Da war mir schon klar, worum es wirklich geht", berichtet Teamchef Christian Horner bei 'Sky Sports F1'. Bei einem Treffen legte Vettel die Karten auf den Tisch. "Da waren Emotionen im Spiel, auch bei Helmut Marko", sagt Horner.

"Wenn man Sebastian kennt, dann hat man gemerkt, dass er sich mit solchen Gedanken beschäftigt. Am Ende kam es aber dann relativ schnell und plötzlich", meint der Teamchef, der betont, dass Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz mit der Vettel-Entscheidung "sehr pragmatisch" umgegangen sei. "Es geht dabei nicht um Verträge, sondern um Beziehungen", betont Horner. "Und unsere Beziehungen sind bestens, es gibt keine schlechte Stimmung."

"Es war für ihn eine schwierige Situation. Wir hatten fünf erfolgreiche Jahre - im ersten Jahr wurde er Vizeweltmeister. Plötzlich lief es nicht mehr so, wie er es gewohnt war", erklärt Marko. "Er hatte eine Serie von unerklärlichen Defekten. Er hat einen Teamkollegen bekommen, der überraschend kontinuierlich schnell war. Das alles zu verdauen war nicht einfach." Nun soll Vettel seine Red-Bull-Erfahrung bei Ferrari einbringen. "Wir sind in Gesprächen nie allzu sehr ins Detail gegangen. Er bringt nicht wirklich wichtige Informationen mit zu Ferrari", hat Marko keine Angst vor einem Wissenstransfer.

Fotoquelle: xpbimages.com

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