Red Bull will verhindern, dass weitere Spitzenkräfte Vettel zu Ferrari folgen

Formel 1 2014

— 07.10.2014

Marko: Red Bull gegen Ausblutung an Ferrari abgesichert

Nach der Bekanntgabe von Sebastian Vettels Abgang hat Red Bull sofort Maßnahmen gesetzt, um weitere Verluste zu verhindern - Helmut Marko sieht Alonso bei McLaren



Red Bull hat Gallionsfigur Sebastian Vettel an Ferrari verloren, doch jetzt gilt es, sich für die Ära ohne den vierfachen Weltmeister zu rüsten. Der 27-Jährige hat die Entscheidungsträger erst am Freitagabend über seine Entscheidung, nach Maranello zu wechseln, informiert, Red Bull hat sofort dementsprechende Maßnahmen gesetzt. "Ich persönlich war auf einen Abgang von Sebastian vorbereitet, und natürlich ist es meine Aufgabe, für diesen Fall Lösungen parat zu haben", bestätigt Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber 'ServusTV'. "Wir haben intern natürlich auch schon überlegt: Wen könnte er von uns abziehen? Er darf es ja laut Vertrag nicht, aber er könnte es ja jemandem bei Ferrari sagen. Da haben wir uns und die ganzen wichtigen Positionen noch am Freitag abgesichert."

Der Plan ist klar: Marko will unbedingt verhindern, dass das Team als Folge des Vettel-Transfers ausblutet und man einen Aderlass hinnehmen muss, zumal ja in dieser Saison bereits Designgenie Adrian Newey seinen Rückzug erklärte. Mit Vettel geht nun ein weiterer Architekt des Erfolges über Bord.

Was gegen Alonso sprach

Auffällig war auch, wie rasch Red Bull bekannt gab, dass Toro-Rosso-Youngster Daniil Kwjat das freigewordene Cockpit übernehmen wird. Damit fährt man 2015 mit zwei Piloten, von denen einer Ende 2013 gerade mal einen siebenten Platz als Highlight vorzuweisen hatte, der andere war zu diesem Zeitpunkt noch kein Formel-1-Rennen gefahren.

Für Marko war die Wahl, den erst 19-jährigen Kwjat zu befördern, dennoch eine logische Entscheidung. "Was die Fahrer angeht, wäre von der Qualität her nur Alonso eventuell in Frage gekommen, aber nach unseren Informationen war da schon eine relativ starke Annäherung an McLaren gegeben", gibt Marko Einblicke in seinen Entscheidungsprozess und plaudert damit aus, dass sich der Spanier auch nach Red-Bull-Wissensstand auf dem Weg nach Woking befindet.

Ricciardo-Erfolg bestärkte Marko

Daher war es naheliegend, sich in den eigenen Reihen umzusehen. "Und da haben wir mit Daniil bei Toro Rosso einen sehr sehr vielversprechenden Mann", streut der Österreicher seinem neuen Hoffnungsträger schon jetzt Rosen. Man bleibe damit der Linie treu, die sich schon bei Daniel Ricciardo bewährt hat: Der Australier ist jung, hungrig, schnell und günstig und hat diese Saison Vettel in den Schatten gestellt.

Der WM-Dritte habe 2014 bewiesen, "dass er ein Team führen kann", sagt Marko. "So gesehen gehen wir kein Risiko ein und werden wahrscheinlich die jüngste Fahrerpaarung, aber sicher eine der schnellsten haben." Freilich abgesehen vom Red-Bull-B-Team, wo 2015 neben dem dann erst 17-jährigen Max Verstappen ein weiterer Red-Bull-Junior im Cockpit sitzen wird.

Marko kalkuliert ein, dass Kwjat angesichts seiner mangelnden Erfahrung auch noch Lehrgeld zahlen wird: "Wenn er ein, zwei Mal das Auto rausschmeißt - na gut, solange er vorne ist, soll uns das recht sein. Die Zeit zum Lernen geben wir ihm. Kwjat ist jung und motiviert, und ich glaube, das entspricht Red Bull."

Marko: Die Mannschaft macht es aus

Am Ende zähle ohnehin nur das Team: "Wir sind Risiken eingegangen und wollen das wieder tun, aber es geht nicht um eine individuelle Person, sondern das Team ist immer eine Gemeinschaft, die zeigt, dass man zusammen den Erfolg bringen kann. Ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren wieder absolut vorne mitfahren, wenn wir unsere Motorenprobleme gelöst haben."

Möglicherweise auch im direkten Duell gegen den einstigen Heilsbringer Vettel, der nur noch wenige Monate lang im Team seines einstigen Mentors fahren wird. Dass sich die Beziehung dadurch ändern wird, ist Marko klar: "Er geht zum Konkurrenzteam, und wir werden alles versuchen, um ihn dort zu schlagen. Also - der Konkurrenzkampf ist da, aber wir können uns noch ohne weiteres unterhalten, einander ins Auge schauen und unseren Spaß haben. Ich glaube, wir haben ein Verhältnis unter Männern."

Fotoquelle: xpbimages.com

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