Der Name von Jules Bianchi steht immer noch über einer der beiden Marussia-Boxen

Formel 1 2014

— 09.10.2014

Nach Bianchi-Unfall: Wer fährt den zweiten Marussia?

Noch keine Entscheidung über das zweite Auto bei Marussia - Teamchef John Booth sagt PK-Teilnahme ab und bleibt am Krankenbett von Jules Bianchi in Japan



Einen Tag vor Trainingsbeginn in Sotschi ist weiterhin unklar, mit welcher Fahrerbesetzung das Marussia-Team den Grand Prix von Russland bestreiten wird. Stammpilot Jules Bianchi kämpft nach seinem schweren Unfall vor vier Tagen in Suzuka im Krankenhaus von Yokkaichi weiterhin um sein Leben und wird aller Voraussicht nach 2014 kein Formel-1-Rennen mehr fahren können.

Fest steht: Bereits am Mittwoch wurden zwei Autos aufgebaut, nachdem es zuvor Paddock-Gerüchte gegeben hatte, wonach es das Team nicht schaffen würde, rechtzeitig ein zweites Chassis durch den russischen Zoll zu bringen. Diese Gerüchte erwiesen sich als falsch. Der völlig zerstörte Unfallwagen von Bianchi wurde bekanntlich noch am Sonntagabend von der japanischen Polizei beschlagnahmt. Doch zumindest rein theoretisch könnte Marussia mit zwei Autos antreten.

Ob dies auch geschehen wird, steht allerdings noch nicht fest. Auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' sei derzeit noch keine Entscheidung gefallen, weil die Teamchefs John Booth und Graeme Lowdon noch nicht an der Strecke in Sotschi eingetroffen sind. Booth bleibt sogar das ganze Wochenende über bei Bianchi in Yokkaichi. Der Brite wird damit nicht bei der FIA-Pressekonferenz am Samstag erscheinen, für die er eigentlich vorgesehen war.

Es soll aber im Laufe des heutigen Tages eine Entscheidung geben, ob Marussia beim Heim-Grand-Prix mit zwei Autos antritt, mit nur einem oder unter Umständen sogar gar nicht. Letztere Variante ist sehr unwahrscheinlich. In der Boxengasse steht indes nach wie vor der Name von Jules Bianchi über der zweiten Marussia-Box. Dieser wurde dort schon vor der Ankunft der Teams in Sotschi aufgemalt.

Sollte die Teamleitung entscheiden, neben Max Chilton einen zweiten Fahrer an den Start zu schicken, dann wäre das aller Voraussicht nach der US-Amerikaner Alexander Rossi. Rossi hängt momentan in der Luft und wartet auf eine Entscheidung des Teammanagements. Für Will Stevens, der schon in Suzuka am Freitag fahren hätte sollen (was mutmaßlich wegen einer noch nicht ausgestellten FIA-Superlizenz abgesagt wurde), käme ein Grand-Prix-Einsatz noch zu früh.

Fotoquelle: Nimmervoll/smg

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