Will Ferrari das Reglement ändern, um Mercedes attackieren zu können

Formel 1 2014

— 09.10.2014

Abstimmung in Sotschi: Fällt Antriebs-Entwicklungsverbot?

Am Freitag stimmen die Teams über eine Aufhebung der Motoreneinfrierung ab 2015 ab: Ferrari sieht dabei nur Gewinner, Mercedes fürchtet eine Kostenexplosion



Bei einem Meeting der Teamchefs in Spa-Francorchamps wurde das Thema erstmals angesprochen, die Motoren-Homologierungsbedingungen in der kommenden Saison zu lockern. Morgen Freitag soll es in Sotschi bei einer Sitzung der Sportlichen Arbeitsgruppe zur Abstimmung kommen. Hintergrund: Laut dem aktuellen Reglement sind Antriebs-Updates ausschließlich in der Winterpause erlaubt - während der Saison wird die Entwicklung eingefroren, damit die Kosten nicht außer Kontrolle geraten. Nachbesserungen sind nur bei der Software erlaubt - und um die Zuverlässigkeit zu verbessern.

Doch das geht einigen Teams und Herstellern gegen den Strich: Da die aktuelle Mercedes-Dominanz zu einem nicht unwesentlichen Teil auf die überlegene Antriebseinheit zurückzuführen ist, wünschen sie sich auch während der Saison die Möglichkeit, an ihren Triebwerken Hand anlegen zu dürfen. Auch wenn dies niemand offen ausspricht.

Ferrari: Lockerung nicht aus Leistungsgründen

"Wenn es durchgeht, dann stellt das eine große Gelegenheit, aber auch ein großes Risiko dar", argumentiert Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci gegenüber 'Autosport', dass man die Änderung nicht fordert, um sich einen Vorteil zu verschaffen. "Es ist nicht so, dass ein Umschreiben der Regeln in eine klare Richtung gehen würde. Mercedes könnte ja etwas in der Tasche haben - und plötzlich sind sie noch weiter vorne."

Warum Ferrari trotzdem dafür ist? "Unser Kerngeschäft sind Motoren. Außerdem steht die Formel 1 für Innovation und ständige Verbesserung. Bei dem Geld, das ich in Innovation investiere, ergibt es keinen Sinn, dass ich ein Jahr lang den Motor nicht anrühren darf."

Eine Aufhebung des Verbots, die sich übrigens auch Renault und Neueinsteiger Honda wünschen, wäre hingegen für alle Beteiligten ein Gewinn - "für die Medien, für die Teams und alle Interessensgruppen. Als kleines Team hätte ich dann die Möglichkeit, einen stärkeren Motor zu beziehen. Außerdem hätten sie mehr Möglichkeiten, Punkte zu holen, und könnten daraus Einnahmen lukrieren."

Mercedes warnt vor steigenden Kosten

Bei Mercedes gibt man sich trotzdem reserviert: Man befürchtet ein deutliches Ansteigen der Kosten. Das würde sich auch auf die Kundenteams auswirken. Müssten sie sich an den höheren Entwicklungskosten beteiligen, könnte dies deren finanzielle Situation noch prekärer machen. Fraglich ist auch, wodurch sie bei einer Lockerung bessere Erfolgschancen hätten, da die Regelung ja auch für alle anderen Teams gelten würde.

Bei Ferrari versteht man die Unruhe nicht. "Wir arbeiten sogar jetzt noch immer an der Motorenentwicklung, obwohl wir die Verbesserungen nicht einsetzen dürfen", erklärt Mattiacci. "Ich weiß also nicht, warum die Kosten ansteigen sollten. Man könnte sogar sagen, dass die Entwicklung auf eine effizientere Art und Weise passieren würde."

Fotoquelle: xpbimages.com

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