Daniel Ricciardo kennt Jules Bianchi seit der Saison 2007 in der Formel Renault

Formel 1 2014

— 09.10.2014

Ricciardo: "Es bricht mir das Herz"

Daniel Ricciardo zeigt sich vom Schicksal seines frühen Weggefährten Jules Bianchi tief betroffen: "Am liebsten die Zeit zurückdrehen" - Auch Pastor Maldonado leidet



Daniel Ricciardo geht das Schicksal von Jules Bianchi und dessen Familie besonders nahe. In der Saison 2007 - Ricciardos erster in Europa - fuhren die beiden aufstrebenden Nachwuchspiloten erstmals gemeinsam in einer Rennserie: Im Formel Renault 2.0 Eurocup. "Wir gehören zur selben Generation von Rennfahrern. Er war schon im Kartsport sehr stark. Mir war von Beginn an klar, dass wir uns im Vorderfeld begegnen würden", erinnert sich Ricciardo an seine ersten Begegnungen mit Bianchi.

"Jetzt beim selben Rennen angetreten zu sein, bei dem Jules seinen Unfall hatte, ist nicht einfach. Ich kenne ihn seit 2007. Er war einer meiner ersten Fahrerkollegen nach meiner Ankunft in Europa. Es bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, wie es jetzt um ihn steht. Wir alle hoffen und beten, dass es gute Nachrichten gibt. Das ist alles, was wir tun können", so Ricciardo.

Gleichzeitig gesteht der Australier, dass er sich nicht wohl dabei fühlt: "Klar ist das ein Gefühl der Hilflosigkeit. Ich mag es überhaupt nicht. Ich würde gern selbst etwas tun, am liebsten die Zeit zurückdrehen. Für uns alle ist es eine schwierige Zeit, aber sicherlich für niemanden so schwierig wie für seine Familie. Ich weiß, wie ich mich fühle, kann mir aber nicht ausmalen, wie seine Familie sich fühlen muss. Wir alle denken an sie."

Mulmiges Gefühl beim Gedanken an Bianchis Crash

Beim Gedanken an Bianchis Unfall überkommt Ricciardo, für den es sportlich in dieser Saison so gut läuft wie noch nie zuvor in seiner Formel-1-Karriere, sofort ein mulmiges Gefühl: "Für uns alle war es eine schwierige Woche. In der Vergangenheit gab es ähnliche Vorfälle."

"Ich bin ein großer Fan von Dale Earnhardt. Er ist auf der Rennstrecke ums Leben gekommen", erinnert sich der Australier an den tödlichen Unfall des siebenmaligen NASCAR-Champions in der letzten Runde des Daytona 500 am 18. Februar 2001. Seitdem die Formel-1-Piloten ihre Startnummer frei wählen dürfen, trägt Ricciardo in Erinnerung an sein Idol Earnhardt die 3 auf dem Auto und dem Helm.

Maldonado: "Wir waren wie eine Familie"

Auch Lotus-Pilot Pastor Maldonado geht Bianchis Schicksal nahe. Der Venezolaner wird genau wie der schwer verunglückte Marussia-Pilot von Nicolas Todt gemanagt und war zusammen mit dem gemeinsamen Manager am Krankenbett von Bianchi. "Wir sprechen nicht nur von einem Fahrer. Unser Verhältnis ist sehr eng. Er ist ein großer Fan von mir. Abseits des Motorsport haben wir in all den Jahren viel Zeit zusammen verbracht. Er, Felipe (Massa; Anm. d. Red) und ich, wir waren wie eine Familie", bemerkt Maldonado.

"Jules ist ein starker Charakter. Er wird alles geben, um schnell wieder bei uns zu sein", versucht Maldonado, sich selbst und allen anderen Hoffnung zu machen. Dabei spielt für den Venezolaner aber auch eine Art Selbstschutz eine Rolle: "Wenn man zu sehr darüber nachdenkt und sich ablenken lässt, dann verliert man auf der Strecke keine Zehntelsekunden, sondern ganze Sekunden." So sehr der Lotus-Pilot und dessen Kollegen in diesen Tagen in Gedanken bei Bianchi sind, so sicher ist er sich auch: "Dass einer von uns im Krankenhaus liegt, hindert die anderen nicht daran, Auto zu fahren."

Fotoquelle: xpbimages.com

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