Wird Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Pläne der Rivalen durchkreuzen?

Formel 1 2014

— 10.10.2014

Motorenentwicklung: Mercedes als Zünglein an der Waage

Nachdem die Strategiegruppe die Lockerung des Motoren-Entwicklungsverbots durchwinkte, könnte Mercedes dies nun in der Formel-1-Kommission vereiteln



Ein erster Schritt in Richtung Lockerung des Motoren-Entwicklungsverbots ist getan, aber durch sind Ferrari, Renault und Honda mit ihren Bemühungen noch lange nicht. Wie berichtet fand heute bei der Sitzung der Formel-1-Strategiegruppe eine Abstimmung statt, ob die Antriebseinheiten in der kommenden Saison nicht nur in der Winterpause, sondern auch während der Saison weiterentwickelt werden dürfen.

Die drei Teams mit Mercedes-Antrieb - also das Werksteam, Williams und ab 2015 auch Lotus - stimmten dagegen, doch in der 18 Stimmen umfassenden Strategiegruppe reicht eine einfache Mehrheit. Nun geht die Entscheidung mit der Formel-1-Kommission in die nächste Instanz, wo Einstimmigkeit erfordert wird. Ein Problem für die Befürworter, denn nun könnte Mercedes den Versuch, das Reglement zu ändern, mit seiner Stimme vereiteln.

Hintergrund der Debatte: Mercedes hat sich gegenüber Renault und Ferrari bei der Entwicklung der neuen V6-Turboantriebseinheiten einen großen Vorsprung verschafft. Da die Entwicklung der Triebwerke während der Saison eingefroren ist, haben die Rivalen kaum Möglichkeiten, den Rückstand aufzuholen. Auch Honda - ab 2015 mit McLaren am Start - wäre ein Fall des Update-Verbots während der Saison recht, da die Japaner damit Zeit gewinnen würden und nicht nur die Wintertests hätten, um ihrer Neukonstruktion die Kinderkrankheiten auszutreiben.

Man darf nun gespannt sein, wie Ferrari & Co. versuchen werden, Mercedes umzustimmen. Vor rund einem Monat hatte es noch so ausgesehen, als wären die Stuttgarter kompromissbereit. "Wir sind für alles offen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff damals. "Warum nicht? Wenn auch wir dann an unserem Motor arbeiten können, dann haben wir kein Problem damit."

Nun scheint man aber seine Meinung geändert zu haben. Das fällt auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner - durch die Zusammenarbeit mit Renault ebenfalls ein Gegner der Motoreneinfrierung - auf: "In Singapur hatten sich die Teams einstimmig auf eine Linie geeinigt", sagt der Brite gegenüber 'Autosport'. "Mercedes hat dann nachträglich seine Linie geändert."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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