Die gelbe Flagge könnte für die Piloten bald ein Tempolimit bedeuten

Formel 1 2014

— 11.10.2014

Speedlimit unter Gelb schon in Austin?

Die FIA drängt auf die Einführung der Regelnovelle und lässt offenbar die Einheitselektronik entsprechend vorbereiten - Schürzen für Radlader geplant



Die FIA scheint in Windeseile Nägel mit Köpfen zu machen, wenn es um die Konsequenzen aus dem Unfall Jules Bianchis in Suzuka geht. Es soll schon beim kommenden Rennen in Austin das am Freitag vorgestellte Speedlimit bei einem Unfall, eine Art Safety-Car-Phase ohne das Ausrücken eines Führungsfahrzeugs, eingeführt werden. Die nötige Überarbeitung der Software für die Einheitselektronik soll in der dreiwöchigen Pause erfolgen.

Das Prinzip: Die Stewards geben einen prozentualen Aufschlag auf die Rundenzeit im Renntempo vor, der in dem Abschnitt mit der Unfallstelle nicht unterschritten werden darf. Ob er zu schnell ist, sieht der Pilot in Echtzeit auf seinem Display. Auf dem Rest des Kurses dürfen die Fahrer teilweise auch zügiger unterwegs sein, sofern die Vorgabe beim Überfahren des Zielstrichs in der Summe erfüllt ist. Dabei herrscht Überholverbot.

Die FIA verspricht sich von der Maßnahme mehr Sicherheit ohne dabei die Grands Prix durch Safety-Car-Phasen zur Lotterie zu machen, schließlich werden die Abstände zwischen den Autos von der Maßnahme nicht beeinflusst. Es bis Austin zu realisieren, die Bergungsfahrzeuge so zu gestalten, dass ein Crash wie der von Bianchi nicht mehr möglich ist, scheint in der Kürze der Zeit eine mehr als anspruchsvolle Aufgabe.

Dennoch hat die FIA die Sache auf dem Schirm: "Gegen diese Traktoren als solche lässt sich nichts unternehmen. Ich kann nur versichern, sie extrem vorsichtig einzusetzen", erklärt Rennleiter Charlie Whiting, der im Gespräch mit den Fahrern am Freitag in Sotschi dennoch eine Lösung entwickelte: "Was dabei aufkam und diskutiert wurde, war eine Form von Schürze", sagt der Brite.

Die Idee stammt aus dem Alltag: "Das wäre ähnlich zu dem, was bei Lkw auf der Straße zu sehen ist", beschreibt Whiting die Umrandungen, die bis kurz über dem Boden reichen sollen. "Sie sollen verhindern, dass Autos seitlich oder am Heck darunter geraten. Das müssen und werden wir in Betracht ziehen." Ein so umgebauter Radlader hätte Bianchi möglicherweise vor schweren Verletzungen bewahrt, schließlich schlitterte sein Marussia unter das Fahrzeug und ließ den Kopf des Franzosen so gegen eine Kante des Stahlkolosses prallen.

Fotoquelle: xpb.cc

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