Großer Preis von Russland: Pre-Events

Formel 1 2014

— 12.10.2014

Mercedes ist Weltmeister: Hamilton triumphiert in Sotschi

Lewis Hamilton gewinnt den Grand Prix von Russland vor Nico Rosberg und Valtteri Bottas (Williams) - Mercedes sichert sich vorzeitig die Krone der Konstrukteure



Mit dem zehnten Doppelerfolg des Jahres hat sich Mercedes vorzeitig zum Weltmeister der Formel-1-Konstrukteure gekrönt. Im Grand Prix von Russland in Sotschi feierte WM-Leader Lewis Hamilton einen ungefährdeten Sieg vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und Valtteri Bottas (Williams). In einem mäßig aufregenden Rennen in der Olympiastadt war gegen die Silberpfeile kein Kraut gewachsen.

"Ich bin so glücklich. Wir haben ein tolles Wochenende erlebt. Ich freue mich schon darauf, wieder nach Sotschi zu kommen", sagt der Rennsieger, der nun 17 Punkte Vorsprung in der Fahrerwertung hat. "Wir haben hier Geschichte geschrieben. Ich bin froh, dass Nico und ich ein Teil dessen sein dürfen." Nach einem lauten "Hallo" auf Russisch erntete der Rennsieger großen Jubel von den voll besetzten Tribünen. 46.000 Zuschauer - darunter Präsident Wladimir Putin - verfolgten den Grand Prix vor Ort.

Die Fans bekamen während des Rennens nur wenig Action geboten. Die größte Spannung und das größte Spektakel gab es in der ersten Runde, als Rosberg sich nach dem Start an seinem Teamkollegen Hamilton vorbei bremsen wollte. Der Deutsch übertrieb es in der Zufahrt auf die zweite Kurve jedoch, blockierte seine Räder so stark, dass der noch frische Reifensatz nach wenigen Metern hinüber war. Rosberg musste sich sofort einen neuen Satz Mediums holen, die bis zum Ende halten sollten.

Bottas überzeugt mit seiner ersten schnellsten Rennrunde

Während Rosberg sich nach seinem frühen Stopp zunächst mühsam wieder durch das Mittelfeld in Richtung Spitze arbeiten musste, hatte Hamilton in Front leichtes Spiel. Innerhalb weniger Runden stellte er im Duell gegen Bottas klar, dass Mercedes nicht zu packen sein würde. Der Finne machte es sich fortan auf Platz zwei gemütlich und war überrascht, als er nach seinem Stopp in Runde 27 plötzlich wieder Rosberg vor der Nase hatte.

"Der muss nochmal stoppen, den kriegen wir wieder", war man an der Williams-Box zuversichtlich. Doch diese Ansage sollte sich nicht bewahrheiten. Der Deutsche hatte phasenweise zwar das Gefühl, das seine Medium-Reifen zu stark abbauen, aber zum Ende hin wurde der Grip überraschend wieder besser. So gut, dass Rosberg zwischenzeitlich schnellste Rennrunden absolvieren konnte. Seinen zweiten Rang brachte er mit 52 Runden auf einem Satz Reifen sicher ins Ziel.

"Nico war großartig, wie er sich nach dem Malheur zu Beginn wieder zurückgekämpft hat", lobt Hamilton seinen Teamkollegen. "Schade, dass ich diesen Fehler gemacht habe", so Rosberg. "Die Strategie des Teams war unglaublich gut. Das liegt auch daran, dass unser Auto so exzellent funktioniert. Jeder hat dazu beigetragen, dass ein so gutes Auto entstanden ist. Eine Hälfte von mir ist wahnsinnig enttäuscht, dass ich es verbockt habe. Die andere ist glücklich, weil es das Team so sehr verdient hat. Für sie ist es der wichtigste Titel des Jahres. Deshalb kann ich sogar etwas lächeln."

Bottas, der zwischenzeitlich Hoffnung auf mindestens Platz zwei gehabt hatte, tröstete sich am Ende mit der schnellsten Rennrunde und einem weiteren Podesterfolg. "Heute waren wir wieder 'Best of the rest', Mercedes ist leider noch ein Stück voraus. Heute haben wir aber unser Bestes gegeben, also müssen wir glücklich sein", bilanziert der Finne. Sein Teamkollege Felipe Massa kam nach zwei Stopps und einer schlechten Startposition nur auf Rang elf ins Ziel.

Entscheidung gefallen: Mercedes feiert den Konstrukteurstitel

Hinter den ersten Drei platzierten sich die beiden starken McLaren. Jenson Button erreichte in einem unauffälligen Rennen den vierten Rang, direkt hinter ihm betrieb Kevin Magnussen erfolgreich Schadensbegrenzung. Der Däne war nach einer Strafe nur von Startplatz elf losgefahren, aber schon nach einer Runde auf Rang sechs nach vorn gekommen. Eine gute Strategie brachte ihn schließlich zur Rennmitte auch noch an Fernando Alonso vorbei.

Der Ferrari-Pilot machte mal wieder das Maximum aus seinen Ferrari-Möglichkeiten. Alonso lieferte sich am Ende ein hartes Duell gegen Daniel Ricciardo (Red Bull), doch der zweifellos schnellere Australier hatte keine Chance. Ricciardo und Teamkollege Sebastian Vettel mussten sich am Ende mit den Plätzen sieben und acht begnügen. "Wir hätten strategisch vielleicht anderes reagieren sollen", so Vettel. "In Austin müssen wir den Motor wechseln. Das hätten wir besser hier getan, aber es waren nicht alle Teile da."

Hinter Kimi Räikkönen (Ferrari) holte Force-India-Pilot Sergio Perez mit dem letzten Tropfen Sprit den letzten Punkt. Der Mexikaner beeindruckte mit einer beherzten Fahrt im Zweikampf mit Massa um den zehnten Rang, den er schließlich sichern konnte. Perez' Teamkollege Nico Hülkenberg kam hinter Massa auf Rang zwölf, Adrian Sutil (Sauber) erreichte nach einem Dreher - Romain Grosjean (Lotus) hatte ihn abgeschossen - nur den 16. Platz. Marussia-Einzelkämpfer Max Chilton schied mit technischen Problemen frühzeitig aus.

In den WM-Wertungen ist nicht mehr allzu viel Spannung. Bei den Konstrukteuren hat Mercedes schon in Sotschi den Sack zugemacht. "Das freut uns unheimlich. Wir sind Automobilhersteller. Da ist es wichtig, dass man zeigt, wie stark man ist", so Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. In der Fahrerwertung liegt Lewis Hamilton (291 Punkte) nun noch deutlicher vor Nico Rosberg (274) und Daniel Ricciardo (199), der nur noch mathematische Chancen hat. Gutes Zeichen für den Briten: Wer in einer Saison vier Rennen in Folge gewonnen hat, wurde bislang auch immer Weltmeister.

Fotoquelle: xpbimages.com

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