Piero Ferrari riss nach dem schwachen Monza-Wochenende der Geduldsfaden

Formel 1 2014

— 15.10.2014

Marchionne über Köpferollen: "Arschtritt war nötig"

Sergio Marchionne erklärt, dass nur die Formel-1-Misserfolge Montezemolo das Genick gebrochen haben, und sieht Alonso weiter als besten Fahrer



Bei Ferrari blieb diese Saison fast kein Stein auf dem anderen. Mit Formel-1-Teamchef Stefano Domenicali und Boss Luca di Montezomolo wurden in einem Jahr die zwei langjährigen Führungsfiguren ausgetauscht - nun sollen es Marco Mattiacci, der die Marke in den USA und in Asien etabliert hat, sowie Sergio Marchionne, der die Konzernmutter FIAT leitet, richten.

Ursache für die grundlegenden strukturellen Änderungen sind laut Marchionne sportliche Belange. Der neue starke Mann bei Ferrari, stellt gegenüber 'Autocar' klar, dass man nicht von di Montezemolos allgemeiner Konzernstrategie abweichen wolle, aber beim Formel-1-Team frischer Wind notwendig gewesen sei.

"Wenn es einmal passiert und dann ein zweites Mal passiert, dann wacht man irgendwann auf und denkt sich, dass es vielleicht eine bessere Lösung gibt", verweist Marchionne auf die Niederlagen des Traditionsrennstalls in den vergangenen Jahren. "Irgendwie hat die ganze Chemie nicht gestimmt."

Wo die Probleme liegen

In der Formel 1 bald wieder für Erfolge zu sorgen, ist für Marchionne das "Hauptziel" für die Zukunft der Traditionsmarke. Denn: "Ferrari ist nicht Ferrari, wenn es auf der Formel-1-Strecke nicht gewinnt. Ich kann damit leben, wenn man eine Zeitlang Pech hat, aber das darf bei dieser Marke keine strukturellen Ursachen haben."

An den aktuellen Piloten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen liege dies nicht: "Wir haben phänomenale Fahrer, und ich gehe davon aus, dass wir immer noch den weltbesten Fahrer haben." Ein interessante Aussage, da in der kommenden Saison aller Voraussicht nach Sebastian Vettel Ferraris aktuellen Superstar Fernando Alonso in Maranello beerben wird.

Die Bekanntgabe, dass di Montezemolo aus dem Unternehmen ausscheiden wird, kam nach dem Monza-Wochenende nicht überraschend, da es im Vorfeld bereits zahlreiche Spekulationen gegeben hatte. Dennoch verwunderte das Timing, denn der Italiener betonte wenige Tage davor noch, dass ein Abschied gar nicht zur Debatte stehe.

Monza-Wochenende brachte Fass zum Überlaufen

Nun deutet Marchionne an, dass ihm am Monza-Wochenende der Geduldsfaden gerissen ist: "Ich werde immer wieder daran erinnert, dass Rennfahren keine Wissenschaft ist, dass eine Vielzahl an Faktoren die Performance beeinflussen - und dann reise ich nach Monza und sehe, dass unter den ersten sechs kein Ferrari liegt, oder ein Auto mit Ferrari-Antrieb. Und mein Blutdruck ist rasant gestiegen."

"Ein Arschtritt war nötig", verweist er auf den Managementwechsel. "Das musste schnell gehen." Zumal Ferrari seiner Ansicht nach nur profitieren kann: "Vielleicht verhauen wir es, aber wir haben nichts zu verlieren, nicht wahr? Lasst uns was riskieren."

Anm. d. Red.: Durch einem Übermittlungsfehler wurden die in diesem Interview erwähnten Zitate in einer früheren Version des Artikels irrtümlich Ferrari-Vizepräsident Pierro Ferrari zugeschrieben. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Fotoquelle: xpb.cc

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