Was tun, Fernando? Vettel und Alonso gelten nicht als die besten Freunde

Formel 1 2014

— 16.10.2014

Coulthard & Villeneuve: Vettel hat Alonsos Pläne durchkreuzt

David Coulthard und Jacques Villeneuve sind sich einig: Sebastian Vettel hat mit seinem Red-Bull-Abschied Fernando Alonsos Verhandlungen für 2015 massiv gestört

Jahrelang musste Fernando Alonso zusehen, wie Sebastian Vettel einen Titel nach dem anderen gewinnt. Der Spanier, der meist schlechteres Material zur Verfügung hatte, betonte trotzdem stets, dass sein deutscher Rivale nicht zu den absoluten Top-Piloten in der Königsklasse des Motorsports zählt. Für viele handelte es sich dabei um politisch motivierte Aussagen, um den damaligen Red-Bull-Dauersieger aus dem Konzept zu bringen.

Doch nun scheint genau das dem vierfachen Weltmeister bei Alonso gelungen zu sein. Im Vorfeld des Grand Prix von Japan hatte er völlig überraschend bekanntgegeben, dass er 2015 nicht mehr für Red Bull fahren wird - aller Voraussicht nach ist sein Ziel Ferrari, wo Alonso 2015 nicht mehr fahren wird, wie Ex-Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gestern erklärte. Damit durchkreuzte er den Vertragspoker des Noch-Ferrari-Piloten, der nun kaum noch Verhandlungsspielraum besitzt.

Alonso hat kaum Alternativen zu McLaren

"Es sieht so aus, als wäre Fernando ausmanövriert worden", vermutet auch David Coulthard gegenüber der 'BBC'. "Er wurde aus einem Vertrag entlassen, ohne einen Ersatz dafür zu haben - und das wird sich auf seine Verhandlungen auswirken, ganz egal wie sehr in McLaren will." Was er damit meint? Alonso kann die Gage für einen Wechsel nach Woking kaum in die Höhe treiben, weil er - zumindest in der Formel 1 - kaum Alternativen hat.

Auch nicht bei Mercedes, denn dort besitzt Nico Rosberg einen Vertrag bis 2017, während Lewis Hamilton noch bis Ende 2015 an die Silberpfeile gebunden ist. Durch den Titelkampf der beiden Stallrivalen wurden die Verhandlungen auf nach der Saison verschoben - eine logische Entscheidung, denn ein mögliches Scheitern des Verhandlungspokers könnte Hamiltons Position im WM-Kampf deutlich schwächen.

Coulthard glaubt nicht, dass bei Mercedes eine Türe aufgeht

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vermutet gegenüber der 'SportWoche', dass Alonso nur mit einer Ausstiegsklausel zu McLaren gehen würde - um dann, falls die Verhandlungen mit Hamilton platzen, möglicherweise beim Weltmeisterteam von Mercedes anzudocken? "Dort sieht es nicht so aus, als wäre dann ein Platz verfügbar", glaubt Coulthard. "Hamilton war längere Zeit bei McLaren, jetzt wünscht er sich das Gleiche bei Mercedes. Im Moment deutet nichts darauf hin, dass er das nicht ernst meint. Sobald die WM entschieden ist, rechne ich mit einer Bekanntgabe von Mercedes, was die Zukunft angeht."

Und da Rosberg bereits an das Team gebunden ist, "sieht es nicht so aus, als wäre außer bei McLaren-Honda irgendwo Platz für Alonso", glaubt der Schotte. Ähnlich sieht dies auch Coulthards Freund Jacques Villeneuve. Der Ex-Weltmeister meint gegenüber der 'AS', dass Alonso zwar der talentierteste und beste Fahrer sei, aber strategische Fehler gemacht habe: "Manchmal muss man wissen, wie man die Fäden zieht, und Fernando ist nicht immer gut darin."

Villeneuve: Daumen hoch für Vettel

Wie Coulthard sieht auch er Alonso 2015 bei McLaren und ist der Ansicht, dass dem Mann aus Asturien die titellosen Jahre bei Ferrari nicht geschadet haben: "Er hat gezeigt, dass das Auto nicht so gut wie der Pilot war. Durch diese Zeit hat er sogar gewonnen." Vettels Bekanntgabe habe dem 33-Jährigen aber jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dem dieses Jahr ebenfalls unter die Räder gekommenen Red-Bull-Piloten attestiert Villeneuve hingegen gute Erfolgsperspektiven bei Ferrari: "Er kann in Ruhe neu beginnen, hat vier Titel gewonnen und noch viel Zeit. Er könnte Erfolg haben. Man wird sehen, ob es Ferrari schafft, ein gutes Auto zu bauen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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