Toto Wolff und Mercedes setzen sich gegen eine Lockerung der Regeln ein

Formel 1 2014

— 20.10.2014

Wolff: Darum ist Mercedes gegen Lockerung der Homologation

Mercedes spricht sich weiterhin gegen eine freiere Motorenentwicklung in der Formel 1 aus - Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff erklärt den Standpunkt und die Beweggründe



Erhalten die Formel-1-Teams in den kommenden Jahren mehr Spielraum bei der Motorenentwicklung? Während Renault und Ferrari darauf hoffen, ihre Antriebseinheiten auch in der kommenden Saison weiterentwickeln zu dürfen, spricht sich Klassenprimus Mercedes gegen eine Lockerung der Regeln aus. Teamchef Toto Wolff betont allerdings, dass es den Silberpfeilen dabei nicht darum geht, die eigene Vormachtstellung zu stärken.

"Man muss erst einmal abklären, wie man das finanzieren soll", erklärt Wolff und ergänzt: "Außerdem geht es da um logistische Herausforderungen. Wir haben drei Kunden, das macht mit unseren eigenen Motoren insgesamt acht. Wenn jeder Kunde zum gleichen Zeitpunkt den identischen Motor erhalten soll - und das ist unsere Philosophie - dann muss man die Entwicklung ziemlich früh beenden."

"Das wäre ganz anders als zum Beispiel bei Honda, die lediglich zwei Motoren haben. Oder auch bei Ferrari, die sechs haben", so der Österreicher. In der kommenden Saison verlieren die Silberpfeile zwar McLaren als Kunden, mit Lotus steht ein "Nachfolger" allerdings bereits in den Startlöchern. Somit wird es auch 2015 wieder acht Autos mit Mercedes-Antrieb im Starterfeld der Königsklasse geben.

Doppelmoral bei Mercedes?

Trotzdem wittern einige Leute eine gewisse Doppelmoral. So durfte Mercedes während der laufenden DTM-Saison sein Auto dank einer Sonderregelung weiterentwickeln, obwohl die Entwicklung eigentlich ebenfalls eingefroren war. "Es gibt da einen massiven Unterschied. In der DTM wurde die Homologation für die kommenden zwei Jahre eingefroren", erklärt Wolff allerdings.

"Wir dürfen also nichts am Auto verändern: Keine mechanischen Teile, keine aerodynamischen Teile und nichts am Motor. Es ist komplett eingefroren, wir können uns keinen Millimeter bewegen. In der Formel 1 sind die Regeln anders, dort darf man bis zum nächsten Jahr 48 Prozent der Antriebseinheiten ändern. Selbst danach sind es immer noch 25 Prozent", zeigt Wolff die Unterschiede zwischen den beiden Serien auf.

Seiner Meinung nach könne man daher "nicht von eingefrorenen Motoren sprechen - es ist eigentlich sogar das Gegenteil. Wenn ich euch sagen würde, wie viel man innerhalb dieser 48 Prozent verändern darf, dann würde euch das fast umhauen, denn es betrifft den gesamten Antriebsstrang."

"Unsere Konkurrenten wollen erreichen, dass sie auch innerhalb der Saison Upgrades bringen dürfen, weil es so aussieht, dass sie ihr gesamtes Spektrum nicht bis zum Februar abarbeiten können. Dann findet die nächste Homologation statt und sie werden bis Ende Juni keine weitere Möglichkeit haben", erklärt Wolff. Dass Mercedes für diese Saison den besten Antriebsstrang der Formel 1 gebaut hat, daran besteht kein Zweifel.

Renault und Ferrari müssen aufholen

Doch wie groß der Rückstand von Renault und Ferrari wirklich ist, darüber gibt es Uneinigkeit. Und vor allem stellt sich die große Frage: Kann zumindest einer der beiden Konkurrenten die Lücke zu Mercedes in der kommenden Entwicklungsphase vollständig schließen? Sollte das nicht der Fall sein - oder Neueinsteiger Honda 2015 eine echte Wunderwaffe an den Start bringen - dann droht der Formel 1 möglicherweise ein weiteres von Mercedes dominiertes Jahr.

So gingen in den bisherigen 16 Rennen alle Pole-Positions an einen Fahrer mit Mercedes-Antrieb. 15 davon sicherte sich das Werksteam selbst, die einzige andere schnappte sich Felipe Massa im Williams. Auch bei den Rennsiegen sieht es ähnlich aus: 13 der 16 Grands Prix gewann entweder Lewis Hamilton oder Nico Rosberg. Die anderen drei Siege gingen an Daniel Ricciardo, der dabei allerdings mehrfach von Mercedes-Problemen profitierte.

"Die Formel 1 braucht den Wettbewerb", findet allerdings auch Wolff, für den eine Wiederholung dieses Szenarios im kommenden Jahr wohl auch nicht der Optimalfall wäre. "Wir wollen nicht als Hardliner auftreten, denn ich denke, dass wir das Wohl der gesamten Formel 1 im Auge haben müssen", verspricht der Österreicher daher und präzisiert noch einmal: "Eingefrorene Motoren gibt es nicht, es ist ziemlich offen. Es geht um die Entwicklungsphase und das stellen wir infrage."

Fotoquelle: xpbimages.com

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