Kuriosum: Die Caterham-Käufer haben bezahlt, aber die Anteile nicht bekommen

Formel 1 2014

— 23.10.2014

Caterham-Käufer stellen klar: Alles bezahlt!

Die Caterham-Käufer Engavest sind ihren Verpflichtungen bei der Übernahme des Teams nachgekommen: Welches Spiel spielt Tony Fernandes?



Das Gerangel um den Formel-1-Rennstall Caterham geht in die nächste Runde. Nachdem sich die Käufer am gestrigen Mittwoch in der Öffentlichkeit mit der Aussage zu Wort gemeldet hatten, dass Tony Fernandes die Anteile an dem Unternehmen 1Malaysia Racing Team (M1RT) entgegen aller Abmachungen bis heute nicht an die neuen Eigentümer überschrieben habe, setzte der Malaysier zum schnellen Konter an. Via Twitter schrieb Fernandes: "Wer etwas kauft, der muss es auch bezahlen."

Der ehemalige Teamchef unterstellte damit den Käufern der Investorengruppe Engavest, den im Kaufvertrag festgeschriebenen Zahlungen nicht nachgekommen zu sein. Damit liegt der Geschäftsmann jedoch falsch. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' haben die neuen Finanziers des Teams alle Bedingungen aus dem Vertrag erfüllt, es sind alle versprochenen Zahlungen vorgenommen worden. Trotzdem hat Fernandes die Anteile immer noch nicht an die Engavest überstellt.

Für eine Übertragung der Aktien ist nach malaysischem Wirtschaftsrecht die Anfertigung einer umfassenden Unternehmensbilanz verpflichtend. Dieser Vorgabe ist Fernandes bislang nicht nachgekommen. Das Team hängt somit im luftleeren Raum. Die neuen Investoren haben Umstrukturierungen auf den Weg gebracht, Geld in das Unternehmen gesteckt und unter anderem Updates für das Formel-1-Fahrzeug entwickelt und produziert - dabei in einen Betrieb investiert, der ihnen formell nach wie vor nicht gehört.

Wie 'Motorsport-Total.com' aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, ist die aktuelle Situation genau gegenteilig zur Darstellung von Fernandes. Der Ex-Teamchef schuldet den eigentlich neuen Besitzern des Teams mittlerweile einen Betrag von fast zehn Millionen britischen Pfund (umgerechnet rund 12,5 Millionen Euro). Diese Summe setzt sich unter anderem aus Bestellungen von IT-Waren, die an andere Fernandes-Unternehmen transferiert, aber von 1MRT bezahlt wurden, zusammen. Außerdem soll Fernandes eine Rate der Sponsoren von Marcus Ericsson unerlaubt vom Team abgezogen haben.

Ob die Mannschaft beim kommenden Rennen in Austin antreten wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. Die beiden Rennfahrzeuge sind entgegen anderer Medienberichte nicht beschlagnahmt, sondern für den Transport in Richtung Texas vorbereitet. Damit das Team das drittletzte Rennen des Jahres in Angriff nehmen kann, müssen jedoch in den kommenden Tagen die Besitzverhältnisse schnellstens geklärt werden - sprich: Fernandes muss die Anteile an die Engavest übertragen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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