Bits und Bytes sollen den dritten Silberpfeil ersetzen - zumindest manchmal

Formel 1 2014

— 30.10.2014

"Virtuelles Safety-Car": Nagelprobe in Austin

Im Freien Training werden die Piloten genau auf ihr Lenkrad-Display schauen müssen, um sich an die neue Rundenzeiten-Untergrenze bei Gelb zu halten



Es hat keinen Monat gedauert, bis der Unfall Jules Bianchis beim Japan-Grand-Prix Konsequenzen bei den Sicherheitsbestimmungen nach sich zieht. Anlässlich des US-Grand-Prix am kommenden Wochenende will die Rennleitung das "virtuelle Safety-Car" testen. Was kompliziert klingt, ist simpel: Gibt es einen Crash, müssen die Piloten 35 Prozent langsamer fahren als auf einer Trockenrunde im Renntempo. Im Display lässt sich in Echtzeit ablesen, ob die Verlangsamung ausreicht.

An einer Unfallstelle darf die Marke auf keinen Fall unterschritten werden, auf dem Rest des Kurses hingegen schon, sofern die Gesamtbilanz bei der Überfahrt der Linie stimmt. In den Sessions des Freien Trainings am Freitag starten die Teams den Feldversuch. Bei einem Zwischenfall wird Rennleiter Charlie Whiting das Szenario in Kombination mit der gewöhnlichen gelben Flagge in Gang setzten, um anschließend gemeinsam mit der FIA und den Teams darüber zu entscheiden, ob die Sache eine Zukunft hat.

Als Vorteil des "virtuellen Safety-Cars" gilt, dass das Renngeschehen nicht durch das Ausrücken des realen Führungsfahrzeugs über den Haufen geworfen wird, weil die Abstände identisch bleiben. Trotzdem wird 'Motorsport-Total.com'-Kolumnist Bernd Mayländer so schnell nicht arbeitslos, schließlich sind für ihn in Situationen mit größerem Sicherheitsrisiko für Piloten und Streckenposten weiter Einsätze angedacht. Alternative wären lokale Geschwindigkeitsbegrenzungen wie die so genannte "Code-60-Zone", wie sie etwa beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring seit Jahren praktiziert wird.

Fotoquelle: xpbimages.com

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