Nico Rosberg ist ein gefragter Mann, wenn er nicht gerade in einen Burger beißt

Formel 1 2014

— 31.10.2014

Rosbergs "volle Attacke": Fast Food stillt Erfolgshunger nicht

Der Mercedes-Star genoss in Austin den "besten Burger seines Lebens", sieht noch viele Chancen auf den WM-Titel und will die von 2014 trotzdem unbedingt nutzen



Es ließe sich vermuten, Nico Rosberg wäre zutiefst betrübt in Texas angereist: Die WM-Führung hat nach Fahrfehlern des Deutschen, die möglicherweise Grand-Prix-Siege kosteten, Teamkollege Lewis Hamilton an sich gerissen, der Brite die Gunst der Stunde mit vier Erfolgen in Serie ohnehin für sich vereinnahmt. Trotzdem will Rosberg sein Ziel, Champion zu werden, unbeirrt verfolgen: "Es hat sich nichts geändert. Es gilt weiterhin, volle Attacke zu fahren", erklärt er im Vorfeld des US-Grand-Prix.

Seine Gelassenheit drückt sich kulinarisch aus: "Ich habe hier mit einer Frau eine tolle Zeit und habe am gestrigen Abend den besten Burger meines Lebens gegessen." Um es weniger dramatisch auszudrücken: Für Rosberg gab es in einem Restaurant in Austin eine Frikadelle mit Spiegelei in einem glutenfreien Brötchen, garniert mit Tomaten und Salat. Ob das mit der berüchtigten Formel-1-Diät zu vereinbaren ist? "Natürlich ist das Fleisch etwas fetter", sagt Ernährungsberater Rosberg über das gebratene Rinderhack.

Seinen Burger will er aber nicht mit einschlägigen Fast-Food-Etablissements vergleichen: "Das war nicht der Müll von um die Ecke", bemerkt der Wiesbadener schmunzelnd. Ähnlich schmackhaft sind in seiner Situation auch die doppelten Punkte beim Saisonfinale in Abu Dhabi: "Wenn man hinten liegt, liebt man sie. Dann ist es die beste Idee der Saison", erklärt Rosberg nachdem zuvor Hamilton in der Pressekonferenz seinen Unmut über die Regelnovelle mit deutlichen Worten zum Ausdruck gebracht hatte.

Erfolgsdruck ist hausgemacht

Ganz verbergen kann der 29-Jährige seine Skepsis ebenfalls nicht: "Eigentlich wäre es besser, es gäbe diese doppelten Punkte nicht", räumt Rosberg ein, verweist aber auf ein Plus an Spannung. "Auf der anderen Seite sind wir wohl alle happy, wenn es die WM offen hält. Es ist immer noch besser als wenn die WM vier Rennen vor Schluss entschieden ist und sich die Saison bis zum Ende schleppt, ohne dass es um etwas geht. Ich glaube, wir müssen dieser Regel Zeit geben und schauen wie es läuft."

In den USA denkt der Mercedes-Star an die NASCAR-Beletage, den Sprint Cup. Dort wird der Champion im so genannten Chase ermittelt, einer Art Playoff-System in den abschließenden Rennen der Saison: "Sie gestalten ihre Meisterschaft so wie wir unser Qualifying. Sie stellen die Uhren immer wieder auf Null und halten so die Spannung hoch." Glaubt man Rosberg, dann sind das für ihn sowieso derzeit alles nur Randerscheinungen. Er ist voll konzentriert auf das Duell mit Hamilton.

"Ich schaue nicht nach hinten. Mein Plan sieht jetzt ziemlich simpel aus. Das überwiegende Gefühl für mich ist: Ich genieße den Moment. Es gibt keine Strategie oder Psychospielchen", beschreibt er seine Herangehensweise und versucht, Druck von seinen Schultern zu nehmen - um ihn gleich wieder aufzuladen. Schließlich ist er bei Mercedes mit einem Rentenvertrag ausgestattet: "Ich fest davon überzeugt, dass wir mit diesem Team jahrelang Erfolg haben werden. Deshalb sehe ich dieses Jahr nicht als die eine Chance, die ich nutzen muss. Der Erfolgsdruck kommt von einer anderen Seite. Ich will einfach gewinnen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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