Kaltenborn und Ecclestone tauschen nicht nur Nettigkeiten

Formel 1 2014

— 02.11.2014

Ecclestone kritisiert "Kleine": Sie geben zu viel Geld aus

Der Formel-1-Boss glaubt, dass die Finanzkrisen bei Sauber, Force India und Lotus auch hausgemacht sind - Lauda ergreift Partei für den Drei-Auto-Plan ein



Der Konflikt zwischen den kleinen und den großen Teams der Szene spitzt sich am Rande des US-Grand-Prix in Austin zu. In der kommenden Woche soll es ein Meeting bezüglich der Verteilung der Einnahmen geben, doch so schnell dürfen die nach Geld lechzenden Teams Sauber, Force India und Lotus nicht mit einem Rettungsring rechnen. Soforthilfen schmettert Bernie Ecclestone ab: "Sie sollten sich ansehen, wie sie ihre Firmen führen", grantelt der Zampano bei 'Sky Sports F1'.

Ecclestone erkennt bezüglich kaufmännischer Grundtugenden Versäumnisse: "Wenn du Angestellter bist und deiner Frau sagst, wie viel du verdienst, weiß sie, wie viel sie ausgeben kann", vergleicht der Brite. "Das Problem bei diesen Leuten ist, dass sie mehr ausgeben als sie haben." Die Angesprochenen argumentieren diesbezüglich, dass Fixkosten für den Rennbetrieb, die etwa durch den Einkauf von Antriebssträngen entstehen, horrend und in keiner Weise umgänglich seien.

Helmut Marko kann die kleinen Teams offenbar verstehen, will für Red Bull aber auch ein Stück des Kuchens: "Die Formel 1 ist nach einem Leistungsprinzip aufgebaut. Man muss generell von der FOM-Seite mehr Geld ausschütten und die Vermarktung weiter verbessern", so der Motorsport-Berater bei 'Sky'. Niki Lauda glaubt, dass Ferrari, Red Bull, McLaren, Mercedes und Williams als Mitglieder der viel kritisierten Strategiegruppe von Bernie Ecclestone gefördert würden.

Lauda Befürworter der Drei-Auto-Idee

Allerdings kann er sich diese Tatsache erklären und hält Fluktuation bei den Hinterbänklern für normal: "Das ist logisch, denn es sind diejenigen, die immer dabei sind. Dass es andere gibt, die kommen und gehen, war schon immer so", so Lauda bei 'RTL'. Der Österreicher nennt die Lage "dramatischer als früher", sieht aber die Chance auf eine Marussia-Rückkehr mit Hilfe eines indischen Investors: "Schaut seriös aus", befindet Lauda und zieht eine Rückkehr des Teams auf die Rennstrecke in Abu Dhabi in Betracht.

Ecclestone räumt ein, dass auch er als Halter der kommerziellen Rechte nicht immer richtig gehandelt habe. Rückblickend spricht er von Dingen, die er anders gemacht hätte. "Die Welt hat sich weitergedreht seitdem wir diese Übereinkunft getroffen haben", meint der 84-Jährige, schiebt aber seine Loyalität vor, wenn es darum geht, warum er kaum kompromissbereit ist und bislang kein Rettungspaket geschnürt hat: "Ich bin einer der Kerle, die etwas vereinbaren und sich daran halten."

Streikpläne: Ecclestone mit scharfer Drohung

Für "sinnvoll" hält er es, dass sich die großen Teams stärker engagieren. Dabei lässt Ecclestone offen, ob er darunter einen dritten Wagen pro Team versteht. Lauda bestätigt ein entsprechendes Angebot für 2015, an dem sich offenbar auch Mercedes beteiligt hat: "Dieses drittes Auto ist eines, in dem ein Rookie sitzt. Damit kann man die jungen Fahrer fördern, die nur zwei Jahre dort fahren dürfen. Dann hätten wir das Feld wieder voll - und eine neue, innovative Idee", lobt Lauda.

Doch es gibt eine Bedingung: Das Drei-Auto-Modell kommt nur zustande, wenn das Feld weniger als 20 Autos umfasst. Kehren Marussia oder Caterham zurück und alle übrigen Teams überleben, wird die Idee eingemottet. Die kleinen Teams wären derweil gut beraten, ihren angeblichen Streikplan ad acta zu legen. "Sie können sich glücklich schätzen, dass sie es nicht getan haben" erklärt Ecclestone mit Blick auf Austin: Was mich betrifft, hätte es ihnen bestimmt geschadet."

Fotoquelle: xpbimages.com

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