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Formel 1 2014

— 03.11.2014

Ferrari frustriert: Blindflug im Nirgendwo

Fiasko in Austin: Alonso erkannte vor lauter Vibrationen die Strecke nicht, Räikkönen konnte nicht langsam genug für seine Reifen fahren - Ist Williams enteilt?



So mancher Tifosi dürfte am Sonntag in Texas große Lust verspürt haben, den nächsten Saloon aufzusuchen und sich mit landestypischen Spezialitäten in rauen Mengen vertraut zu machen. Schließlich waren die Ränge sechs und 13 für Fernando Alonso und Kimi Räikkönen beim US-Grand-Prix in Austin einmal mehr nicht das, was sich die Scuderia von ihrem Formel-1-Projekt verspricht. In der anschließenden Medienrunde war beiden Piloten der Frust deutlich anzumerken.

Der Spanier bläst die Backen auf: "Es war ein Rennen, wie wir es erwartet haben. Nicht einfach, denn wir waren am ganzen Wochenende nicht konkurrenzfähig", zieht er eine bittere Bilanz und sah sich gegen die Mercedes, die Williams sowie den Red Bull Daniel Ricciardos chancenlos: "Der Start war noch gut, aber danach sind die Top 5 schnell davongezogen. Wir waren an allen Tagen langsamer als sie. Anschließend haben wir nur noch versucht, die Jungs hinter uns zu kontrollieren und diesen wichtigen sechsten Platz zu sichern", erklärt Alonso seine Defensivtaktik.

Selbst mit dieser wurde es schwierig, nachdem Ferrari die Boxenstopps zeitlich gut getroffen hatte. Mit frischen Reifen ließ es sich laut dem Asturier ordentlich gegen Sebastian Vettel im zweiten Red Bull und die McLaren kämpfen. "Es gab einige, aber nicht so viele Probleme mit dem Motor. In Sachen Sprit waren wir auf der sicheren Seite", sagt Alonso. Doch die letzten Runden wurden zur Zitterpartie. "Ich hatte gewaltige Vibrationen mit den Reifen und konnte gar nicht mehr die Strecke sehen. Ich habe mich nach dem Vorsprung auf die Autos hinter mir erkundigt", weiß er.

Räikkönen: Telemetrie erklärt Reifenprobleme nicht

Das Ziel war eine Punktlandung: "Es hinzubekommen, gerade so vor ihnen die Linie zu passieren. Die letzte Runde war dann nochmal Vollgas", so Alonso. Die Probleme, die sich in diesem Fall auf der weichen Mischung ereigneten, aber auch auf der härteren spürbar waren, sind nicht neu. Räikkönen kann davon ein Lied singen, in Texas in besonderer Lautstärke: "Ich habe mir einfach die Vorderreifen zerstört. Der erste Satz Softs war nicht so schlimm, aber bei den Mediums wurde es schwierig. Mit der weicheren Mischung haben die Pneus vorne maximal fünf Runden gehalten."

Dem Finnen, der über Mitrollen im Mittelfeld nie hinauskam, waren die Hände gebunden: "Ich konnte nicht das Maximum herausholen. Wenn ich an gewissen Stellen langsam gefahren bin, hat das keinen Unterschied gemacht." Die gänzlich unverschuldete Kollision mit Sergio Perez in der Anfangsphase will Räikkönen für seine Leistung nicht verantwortlich machen: "Ich habe einen Schlag bekommen, ob es aber einen Unterschied gemacht hat, bezweifele ich." Chefingenieur Pat Fry sieht das anders: "Es könnte sein, dass es hinten links einen Schaden gab", merkt er an.

Der Brite klärt außerdem auf, dass Räikkönens Strategie mit vier Boxenstopps ein Notfall war: "Wegen seines enormen Reifenabbaus musste er einen zusätzlichen Halt einlegen. Wir werden uns die Daten ganz genau ansehen, um herauszufinden, was passiert ist, aber ein erster flüchtiger Blick auf die Telemetrie brachte keine Erkenntnisse", so Fry. Das Rätseln um Räikkönens Probleme mit den vorderen Pneus geht vor dem Brasilien-Grand-Prix also in die nächste Runde. Nebenbei mimte Petrus auch noch den Spielverderber, schließlich ist der F14 T ein windempfindlicher Bolide.

Konstrukteurs-WM: Alonso warnt vor McLaren

Der Rückkehrer von Lotus schildert: "Der Wind hilft unserem Auto nicht. Wir haben schon früher gesehen, dass es sich stark auswirkt und dieser Effekt spielt uns nicht in die Karten." Immerhin passte der Grundgedanke bei der Strategie bei beiden Piloten, wie Fry bestätigt: "Wir haben uns beim Safety-Car in dem Wissen, dass wir danach mit Verkehr zu kämpfen haben würden, gegen einen Stopp entschieden." Es ist ein Grund, warum sich Alonso weiter kämpferisch gibt: "Wir müssen einfach Punkte sammeln, weil es noch immer um die Konstrukteurs-WM geht."

Die Roten sind mit 196 Zählern deutlich hinter Williams (238) zurück. "Auf sie haben wir vielleicht schon zu viel verloren und stehen jetzt im Nirgendwo - aber McLaren scheint Tempo aufgenommen zu haben und deshalb können wir es uns nicht leisten, jetzt zu schwächeln", warnt Alonso. Die Truppe aus Woking hält mit 147 Punkten auf der Habenseite aber noch Respektabstand.

Immerhin stößt Teamchef Marco Mattiacci nach vier Tagen im Wilden Westen auf eine gute Neuigkeit: "Nach all den Meldungen im Laufe der Woche war es toll, gefüllte Tribünen zu sehen", staunt der Italiener über den Andrang am Circuit of The Americas (CoTA). "Die Reaktion der US-amerikanischen Öffentlichkeit war ein ermutigendes Zeichen, welches unterstreicht, wie stark das Interesse an unserem Sport in einem Land wächst, in dem die Präsenz ausgebaut werden soll", so Mattiacci weiter.

Fotoquelle: xpbimages.com

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