Christian Horner kommt aus England, aber beim Geld ist er ganz Schotte

Formel 1 2014

— 03.11.2014

Horner findet Solidaritätsbeitrag für Kleine "schrecklich"

Der Red-Bull-Teamchef will nicht, dass die existenzbedrohten Teams auf Kosten der Großen finanziert werden - Er sieht Mercedes und CVC in der Pflicht, zu handeln



Die großen Formel-1-Teams stecken in der Zwickmühle: Einerseits brauchen sie Konkurrenten, weil die so genannten "Kleinen" das Starterfeld auffüllen, für Action und Vielfalt sorgen, die Serie attraktiver machen und so das von Red Bull und Co. genutzte Marketinginstrument schärfen. Auf der anderen Seite wollen sich die Platzhirsche die Sache nichts kosten lassen. Sinnbild dieses Dilemmas sind Aussagen Christian Horners am Rande des US-Grand-Prix, wo die Finanzkrise kulminierte.

Der Red-Bull-Teamchef beschwert sich über einen Vorstoß von Zampano Ecclestone: "Es ist schrecklich von Bernie, so etwas vorzuschlagen. Am Ende hat jedes Team seinen Deal mit ihm ausgehandelt." Es geht um eine Finanzspritze für die klammen Mannschaften. Dabei würde Ecclestone selbst den ersten Schritt unternehmen und auf einen Teil aus den 37,5 Prozent des Inhabers der kommerziellen Rechte verzichten. Im Gegenzug sollen zwei Teams, mutmaßlich Ferrari und Red Bull, einen Prozentsatz ihrer leistungsorientierten Auszahlung "spenden".

Und zwar den drei oder vier Rennställen, die in Problemen stecken. "Wir haben Vereinbarungen unterschrieben", wehrt sich Horner und hält die Maßnahme außerdem für sinnlos: "Ich bin nicht davon überzeugt, dass Caterham und Marussia selbst mit dem doppelten Betrag ihre Probleme hätten lösen können. Ihre Schwierigkeiten sind fundamentaler und betreffen die Kostenfaktoren eher als die Einnahmen." Außerdem ist der Brite nicht beschämt, dass der mächtige Getränkeriese seine finanziellen Mittel für sportlichen Erfolg nutzt: "Das ist Wettbewerb", macht Horner klar.

Auch Horner hat finanziellen Druck

Nichtsdestotrotz zeigt er sich bemüht, den Hinterbänklern unter die Arme zu greifen. "Natürlich habe ich Sympathien, weil ich den Formelklassen selbst kleinere Teams geführt habe. Als Red Bull eingestiegen ist, hatten wir einen winzig kleinen Anteil am Gewinn vergleichen mit dem, was heute selbst am Ende des Feldes ausgezahlt wird", erinnert sich Horner. Es sei aber Sache des Promoters zu entscheiden, wie er das Geld verteilt: "Ich kann ihnen keinen Scheck ausstellen. Die Verteilung ist keine Frage an die Teams, sondern an den Inhaber der kommerziellen Rechte."

Die Ex-Weltmeister wollen nicht als Krösus dastehen, sondern betonen, selbst unter gewissen Sparzwängen zu leiden: "Wir haben gewaltigen Druck durch das Budget. Die Deals sind bis 2020 gemacht. Die Teams sind da, um gegeneinander zu fahren und nicht, um sich zu finanzieren", erklärt Horner und sieht im Aufweichen der Antriebshomolgation ein Mittel, für mehr Chancen, aber nicht für mehr Kosten zu sorgen: "Wir sind festgelegt, was das Technische und Sportliche Reglement angeht. Mercedes hat akzeptiert, Möglichkeiten für Wettbewerb öffnen zu müssen."

Horner, der nicht will, dass Zaster für die Kleinen oben abgezwackt wird, nimmt alternativ Ecclestone und Formel-1-Mehrheitseigner CVC in die Pflicht: "Oder sie stecken ihr eigenes Geld rein", schlägt der Red-Bull-Verantwortliche vor und erinnert an die wirtschaftliche Vernunft eines solchen Investments: "Es gibt noch gesunde Gewinnspannen in der Formel 1. Ein Börsengang würde einen bemerkenswerten Betrag bringen und er würde sicher geschmälert, wenn weniger Teams an Bord sind", argumentiert Horner.

Fotoquelle: xpbimages.com

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