Dei Begeisterung hält sich in Grenzen, aber Wolff gibt sich gesprächsbereit

Formel 1 2014

— 04.11.2014

Antriebsreglement: Mercedes nun doch kompromissbereit

Die Mercedes-Gegner wollen, dass der Antrieb auch während der Saison überarbeitet werden darf - Toto Wolff warnt, schließt aber ein Einlenken nicht mehr aus



Zuletzt zeigte man sich bei Mercedes nicht gewillt, das Antriebs-Reglement zu lockern, doch nun gibt sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff kompromissbereit. Er könnte es sich vorstellen, dass das Entwicklungsfenster der Antriebseinheiten nicht wie ursprünglich durch die Regeln vorgesehen nur einmal im Jahr geöffnet wird, sondern zwei Mal.

"Für die anderen Antriebshersteller ist es laut eigenen Angaben ein Problem, die Antriebseinheit bis zum 28. Februar zu entwickeln - und sie würden gerne den Zeitraum verlängern und eine weitere Homologation während des Jahres bringen, möglicherweise mit einem größeren Umfang an möglichen Entwicklungen", erklärt er gegenüber 'Motorsport-Total.com' die Situation.

Zum Wohle der Formel 1...

"Wenn das der nötige Kompromiss ist, um langfristige Stabilität zu gewährleisten, und wenn wir uns darauf einigen, nicht jedes Jahr die Regeln zu ändern, dann würden wir uns das ansehen", zeigt er sich gesprächsbereit. Die Position von Mercedes ist aber unverändert: Man befürchtet eine Kostenexplosion durch die Lockerung der Motoreneinfrierung.

"Wir denken, dass es Blödsinn ist, das aktuelle Reglement in Hinblick auf die Motoren zu öffnen", bestätigt Wolff. Zumal laut dem Österreicher in der Winterpause ohnehin viel geändert werden darf: "Das Reglement besagt, dass nur acht Prozent des Motors für nächstes Jahr eingefroren bleiben, man kann also 92 Prozent ändern."

Zusätzliches Entwicklungsfenster: Warum die Kosten steigen

Würde man aber eine zweite Homologierung während der Saison zulassen, wie von Renault, Ferrari und Honda gewünscht, dann würde dies zusätzliche teure Prüfstandtests erfordern, "da man den Motor ja nicht auf der Strecke testen kann, weil im Vorfeld ja nur eine Motorenspezifikation erlaubt ist".

Dies würde laut Wolff vor allem Mercedes treffen, da man im Gegensatz zu den anderen Antriebsherstellern mehr Kunden hat: "Wir sind ein Team, das acht Antriebseinheiten gleichzeitig liefern muss. Bei Honda sind es nur zwei, bei Ferrari und bei Renault sind es je vier - das ist ein großer Unterschied. Das würde ein Vermögen kosten."

Dennoch werde man nun alles durchrechnen, eine Kostenprognose erstellen, um dies dann im Rahmen des Grand Prix von Brasilien mit den anderen Herstellern zu besprechen.

Wie das Homologierungssystem funktioniert

Hintergrund der Diskussion ist, dass Mercedes im ersten Jahr des neuen Antriebsreglements den mit Abstand besten Motor gebaut hat. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, hat die FIA ein System mit 66 sogenannten Token ins Leben gerufen, die die Hersteller bis zur Homologierungsfrist am 28. Februar einsetzen dürfen, um die Antriebseinheit weiterzuentwickeln.

Fünf der 66 Token dürfen bis zur Frist 2015 nicht angerührt werden, von den verbleibenden 61 Token dürfen 32 ausgewählt werden, je nachdem, wo Verbesserungen notwendig sind. Im Laufe der Jahre wird der Entwicklungsspielraum immer kleiner, ehe ab 2019 nur noch fünf Prozent der Antriebseinheit verändert werden dürfen.

Ferrari & Co. fordern nun, dass von den 32 Token 13 zu einem späteren Zeitpunkt während der Saison 2015 eingesetzt werden dürfen. Dadurch hätte man mehr Zeit, um den Rückstand auf Mercedes aufzuholen. Davon, dass die Kosten ansteigen würden, will man bei den Silberpfeil-Rivalen nichts wissen. Man argumentiert, dass unabhängig davon, ob das Entwicklungsfenster ein oder zweimal geöffnet wird, ohnehin ständig entwickelt werde.

Fotoquelle: xpbimages.com

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