Im Rennen konnte Nico Rosberg Lewis Hamilton zuletzt selten hinter sich halten

Formel 1 2014

— 05.11.2014

Rosbergs Rennform: Leidet er unter dem FRIC-Verbot?

Lewis Hamilton machte seinem Ruf als Vollgastier zuletzt alle Ehre, bei Nico Rosberg ist seit dem Heimsieg in Hockenheim der Wurm drin - Eine Folge des FRIC-Verbots?



Die beiden Titelrivalen Lewis Hamilton und Nico Rosberg haben unterschiedliche Talente, und doch entscheiden auf der Strecke oft nur Hundertstelsekunden, wer gerade die Nase vorn hat. Der Brite gilt als Instinktpilot, als wahres Vollgastier, während der Deutsche im technischen Bereich seine Stärken hat. Das hat Hamilton zuletzt auch in den Rennen bewiesen: Wenn es um den Killerinstinkt im Zweikampf geht, dann wirkt der WM-Leader kompromissloser als "Denker" Rosberg.

"Hamilton ist in den entscheidenden Momenten einfach aggressiver", fällt auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve gegenüber 'Sport Bild' auf. "Und nur so kannst du eine WM gewinnen." Ob Bahrain, Ungarn oder zuletzt die USA - der Weltmeister 2008 hat in dieser Saison bislang jedes direkte Duell der beiden Titelrivalen für sich entschieden. Nur in Belgien zog er den Kürzeren, als Rosberg nicht nachgab und mit dem Frontflügel den Reifen seines Rivalen aufschlitzte.

Auch David Coulthard schlägt in die gleiche Kerbe. "Es ist mir fast peinlich, Nico zu kritisieren, weil er zu 95 Prozent ein perfekter Pilot ist", analysiert er Rosberg gegenüber 'Sport Bild'. "Er ist viel besser, als ich es je war, technisch versiert, und Speed hat er auch. Aber was er noch nicht bewiesen hat, ist die notwendige Härte im Zweikampf. Das muss er in den letzten Saisonrennen dringend ändern. Nicht nur wegen des Punktestandes, sondern auch wegen seiner Reputation."

Interessant ist, dass Rosberg das Qualifying-Duell gegen seinen Stallrivalen mit 10:7 anführt, während er in Siegen mit 4:10 klar unterlegen ist. Ein möglicher Grund: Vor dem Grand Prix von Deutschland wurde das FRIC-System (Front and Rear Inter-Connected) von der FIA aus Kostengründen verboten. Diese hydraulisch vernetzte Radaufhängung ermöglichte es den Piloten, das Fahrverhalten des Boliden noch genauer auf dessen Bedürfnisse abzustimmen.

"Mit FRIC und der Komplexität des Bodenabstands-Systems von Mercedes war die Formel 1 sicher besser für Nico, der sich über diese Dinge sehr viele Gedanken macht, während der Lewis sagt: 'Gebt mir ein Auto, und ich stelle mich darauf ein.'", kann auch Wurz gegenüber 'Motorsport-Total.com' dieser Theorie einiges abgewinnen.

"Wenn also wie bei FRIC alles so hochkomplex ist und genau zusammenpassen muss, dann liegt das Nico besser", bestätigt Wurz. Das FRIC-Verbot hat im Qualifying nur bedingt Auswirkungen, in den Rennen nutzte man das System aber auch dafür, den Reifenverschleiß besser in den Griff zu bekommen. Rosberg kämpfte zuletzt immer wieder mit den Pneus - zudem hat er seit seinem Heimrennen in Hockenheim keinen Sieg mehr gefeiert. Beides sind mögliche Indizien, dass sich das FRIC-Verbot negativ auf seine Leistungen ausgewirkt hat.

Fotoquelle: xpbimages.com

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