Monisha Kaltenborn und Gerard Lopez: Alomosen wollen sie nicht nötig haben

Formel 1 2014

— 09.11.2014

Lotus-Boss verärgert: "Wir sind keine Bettler"

Gerard Lopez ist sich nicht sicher, wie er und sein Team auf die jüngste Entwicklung in der Finanzkrise reagieren - Zweite Liga mit Budgetdeckel denkbar



Seit Jahren kämpft Lotus um das Überleben in der Formel 1 und erzielt erstaunliche sportliche Erfolge. Mit der Absage an finanzielle Hilfen an kleine Teams gerät die Zukunft der Mannschaft noch mehr in Gefahr, sollte sie sich nicht in einer zweigeteilten Königsklasse einordnen. Gerard Lopez will sich bei 'Sky Sports F1' nach den jüngsten Entwicklungen nicht auf eine Perspektive festlegen: "Ich bin völlig verwirrt, was dieses Wochenende betrifft", erklärt der Teamboss nach dem Brasilien-Grand-Prix.

Drei Autos, eine Unterwertung für Privatteams und Kundenfahrzeuge ab 2016 - das ist offenbar alles zu viel für den Luxemburger: "Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung", so Lopez über die Ideenflut. "Alles nimmt momentan groteske Formen an und Fahrt auf. Den Leuten wird jetzt klar, dass zwei Teams weg sind. Worüber wir nachdenken, ist total verrückt." Es ist eine Anspielung darauf, dass im Paddock mittlerweile sogar das Gerücht kursiert, man könnte das Feld mit GP2-Boliden auffüllen.

Auch wenn Lopez bekennt, die goldene Lösung nicht in petto zu haben, kann er sich andere Modelle vorstellen. Die Rede ist von einer Budgetobergrenze von deutlich unter 150 Millionen Euro im Jahr, wobei diese noch nicht einmal für alle Teams gelten müsste. "Wir wären mehr als glücklich, sollten wir eine neue Gruppe ins Leben rufen, die sich unter einem gewissen Kostendeckel bewegt", argumentiert der 42-Jährige, fügt aber an: "Solange sie finanzielle Hilfe bekommt..."

Genau die wollen weder die großen Teams in Form eines Solidaritätsbeitrags oder kostenloser Antriebe leisten, noch der Formel-1-Mehrheitseigner CVC mit einer Umverteilung der Einnahmen. Lopez ärgert sich darüber, dass Ecclestone ihm und den übrigen kleinen Teams schlechten Umgang mit Geld zum Vorwurf macht, schließlich verdient die Mannschaft am Motorsport und nutzt ihn nicht beiläufig als PR-Instrument : "Wir sind keine Bettler. Wir sind Teams, die nirgends anders hinkönnen."

Auf dem Wunschzettel von Lotus und Co. standen zunächst der Kostendeckel, anschließend allgemeine Sparmaßnahmen und günstigere Motoren. "Wir haben nie wirklich um Geld gebeten", unterstreicht der Luxemburger und kann sich einen Seitenhieb auf Werksmannschaften wie Toyota, Honda und BMW, die spontan die Schotten dichtmachten, nicht verkneifen: "Wir wollen dem Sport beweisen, dass es keine Unsummen braucht, um eine gute Show zu bieten. Diejenigen, die Hunderte Millionen ausgeben und dann ihre Sachen packen, sind nicht wir."

Fotoquelle: xpbimages.com

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