Toto Wolff und Christian Horner: Der Ton war schonmal deutlich freundlicher

Formel 1 2014

— 10.11.2014

Horner rügt wankelmütige Silberpfeile: "Lächerlich!"

Der Red-Bull-Teamchef ist stinksauer, weil Mercedes den "Unfreeze" blockiert - Müssen alle draufzahlen oder gibt es 2016 Narrenfreiheit und V8-Motoren?



Mit dem Teamchef-Meeting von Sao Paulo am Samstag scheinen sich die Hoffnungen der Renault- und Ferrari-Teams auf eine Lockerung der Regeln zur Antriebshomologation zerschlagen zu haben. Pustekuchen! Christian Horner und Marco Mattiacci sind weiter darauf erpicht, den Rückstand auf Mercedes im Winter verkürzen zu dürfen. "Wir diskutieren weiter. Wir geben nicht auf, um die fundamentalen Prinzipien der Formel 1 zu kämpfen: Innovation und Wettbewerb", sagt der Ferrari-Teamchef.

Horner schiebt Mercedes den Schwarzen Peter in die Schuhe und spottet sogar über die Silberpfeile, die mit ihrem Veto die nötige einstimmige Entscheidung zur Lockerung des "Freeze" verhindern. "Die Situation ist lächerlich und wir schaffen es nicht, eine Lösung zu finden. Keine Ahnung, wie das endet", erklärt der Brite. "Es ist frustrierend. Man muss Mercedes die Fragen stellen." Mattiacci bläst ins gleiche Horn: "Da teilt wohl jemand die Werte der Formel 1 nicht. Es muss fair sein für jeden."

In Brasilien lag der Kompromissvorschlag auf dem Tisch, Modifikationen im Rahmen von fünf Entwicklungspunkten mehr, den so genannten Token, zu erlauben. Die Mercedes-Konkurrenz soll deren 13 als Aufschlag auf die durch das Reglement eingeräumten 32 gefordert haben, um mehr Spielraum für Fortschritte zu erhalten. Horner deutet an, dass hinter den Kulissen bereits etwas vereinbart wurde: "Man kann mit Leuten im Meeting sitzen, die sich fünf Minuten später alles anders überlegen."

Red Bull: 2015 saurer Apfel, 2016 süße Erfolge?

Die Schimpftirade, offenbar gegen Mercedes gerichtet, setzt sich fort: "Wir haben uns jetzt schon zweimal auf eine Position verständigt und es ändert sich immer wieder. Es gibt zwischen den Teams verdammt viel Frust." Immerhin könnten Red Bull und Renault 2016 Land sehen. Es reicht eine 70-Prozent-Mehrheit, um das Reglement ab der übernächsten Saison zu ändern, dann ist sogar eine Aufhebung der Entwicklungsbeschränkung möglich: "Das ist wohl die einzige Möglichkeit", so Horner.

Ergo heißt es für die Gebeutelten, durchzuhalten: "Wir müssen 2015 auf die Zähne beißen, dabei ist die Sache lächerlich: Es endet damit, dass wir viel mehr Geld über einen viel größeren Zeitraum ausgeben." Ihm ist genau wie Mattiacci klar, dass mehr Entwicklung nicht automatisch dazu führt, dass Mercedes-Dominanz wackelt: "Zeit ist ein Faktor. Es gibt keine Garantie, dass wir den Rückstand auf Mercedes deutlich verkürzen, aber nicht einmal die Möglichkeit zu haben...", überlegt Horner.

Rückkehr zu V8-Power wäre "vernünftig"

Zumal es nicht möglich wäre, zum ersten Test mit komplett novelliertem Material anzurücken: "Im Februar einen brandneuen Antrieb zu haben, ist unmöglich. Manchmal muss man die Schuld auf sich nehmen und zugeben, es vermasselt zu haben. Aber die Leute, die das Reglement gemacht haben, lagen falsch." Horner rügt auch Mehrkosten. Günstiger würde es laut ihm nur, wenn man Renault und Ferrari eine Chance gibt, sich heranzuarbeiten: "Wir haben sonst eine Dominanz über den gesamten Zyklus."

Tiefer in die Tasche greifen will Horner auf keinen Fall, was nicht nur mit der aktuellen Finanzkrise zu tun hat: "Wir müssen die Hersteller in die Pflicht nehmen. Teams - ob groß oder klein - können die Bürde zusätzlicher Belastungen nicht tragen." Der Red-Bull-Teamchef bringt sogar eine Rückkehr zu den alten V8-Motoren ins Spiel: "Niemand geht gerne zurück, aber man muss sich das ansehen. Verzweifelte Mittel brauchen verzweifelte Maßnahmen und wenn man sich die Kosten ansieht, wie können alle das durchhalten? Es ist extrem unwahrscheinlich, aber vernünftigerweise müssten wir das befürworten." So klingt Verzweiflung.

Fotoquelle: xpbimages.com

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