Sebastian Vettel war sich nicht immer sicher, ob er weiter Formel 1 fahren sollte

Formel 1 2014

— 12.11.2014

Vettel dachte über Rückzug aus der Formel 1 nach

Sebastian Vettel lässt durchsickern, dass er wegen der neuen Technologie über ein Formel-1-Aus nachgedacht hat - "Was hat das noch mit Rennfahren zu tun?"



Es war sicherlich kein einfaches Jahr 2014 für Sebastian Vettel. Viermal hintereinander hatte der Heppenheimer mit Red Bull die Weltmeisterschaft in der Formel 1 gewonnen. Alles lief scheinbar wie von selbst. Auch wenn er während seiner Donuts 2013 sich und dem Team immer wieder ins Gewissen rief, dass diese Erfolgsmomente nicht für immer währen, hätte er wohl nicht mit einem so abrupten Ende der Vettel-Festspiele gerechnet.

Von Jahresbeginn an kam der 27-Jährige nicht mit seinem RB10 zurecht, der durch das neue V6-Turbo-Aggregat plötzlich ein gänzlich anderes Fahrverhalten mit sich brachte. Gleichzeitig kam sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo deutlich besser mit dem Auto zurecht und brachte dem mittlerweile entthronten Champion eine Niederlage nach der anderen bei. Darüber hinaus musste Vettel zahlreiche technische Defekte hinnehmen, die schwer an seinem Gemüt nagten.

All das führte offenbar dazu, dass Vettel sich an einem gewissen Punkt nicht mehr sicher war, ob er überhaupt weiter in der Formel 1 fahren sollte. Als Hauptgrund nennt er das fundamental veränderte Technische Reglement: "Natürlich denkt man über alles Mögliche nach", gibt er gegenüber 'auto motor und sport' zu. "Wenn plötzlich zwei Zylinder fehlen, wenn man das Auto nicht neu starten, sondern wie einen Computer neu hochfahren muss, dann fragst du dich schon: Was hat das noch mit Rennfahren zu tun?"

Keine echte Alternative

Allerdings wusste der Vollblut-Rennfahrer nicht so recht, was er anstatt der Formel 1 hätte machen sollen. Schließlich sucht Vettels stets die Extreme und höchsten Ansprüche: "Was ist die Alternative? Die Autos sind langsamer geworden, aber immer noch die schnellsten, die es gibt", zeigt er sich kompromissbereit. Besonders störe ihn an der neuen Königsklasse die Elektronik zur Energierückgewinnung an der Hinterachse: "Das hat Einfluss auf das Bremsverhalten. Das fühlt sich für mich einfach nicht natürlich an."

"Wenn man versucht, das Auto am Limit zu bewegen, kann alles Zeit kosten, was einem in dem Moment nicht vertraut vorkommt", erklärt Vettel. "Passt es auf der Bremse nicht, trifft man auch die Linie nicht so, wie man sie treffen wollte. Dann kann ich das Auto am Kurveneingang nicht mehr so positionieren, dass Scheitelpunkt und Ausgang nur noch Formsache sind." Die Formel 1 2014 stehe demnach mehr für Reagieren als Agieren: "So bist du immer einen Schritt zu spät."

Rennfahren sei eben eine Vertrauenssache, versucht Vettel zu verdeutlichen. "Dieses Jahr war das Auto aber oftmals eine Wundertüte. Mir fehlte das Erahnen, was das Auto im nächsten Moment macht. Es fehlte das Vertrauen, dass eine Runde wie die andere ist." So habe der Deutsche bis heute Probleme, seinen Red Bull "richtig zu spüren": "Das Gefühl für die Bremse ist bei Weitem nicht mehr so echt, wie es bei einem Rennauto normalerweise ist."

Neue Herausforderung Ferrari

Statt der Königsklasse den Rücken zu kehren, hat sich Vettel zu einer neuen Herausforderung entschlossen. So wird er aller Voraussicht nach 2015 für Ferrari fahren, auch wenn die offizielle Bekanntgabe noch immer auf sich warten lässt. "Ich würde mir natürlich wünschen, dass ich verkünden kann, was in der Zukunft passiert, aber im Moment muss ich mich noch gedulden", erklärt er. "Mir ist bewusst, dass mir eine große Aufgabe bevorsteht, die auch Zeit braucht. Gerade in einer Zeit, in der Mercedes einen sehr großen Wettbewerbsvorteil hat."

Trotzdem glaubt Vettel fest an seine Chance, die Scuderia - wie einst Michael Schumacher - wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen: "Ich habe mir die Entscheidung gut überlegt. Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dort erfolgreich sein zu können, hätte ich es nicht gewagt. Es ist ja auch keine Entscheidung gegen Red Bull, sondern für etwas Neues."

Fotoquelle: xpbimages.com

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