Ex-Formel-1-Pilot Webber lässt kein gutes Haar an der Königsklasse des Motorsports

Formel 1 2014

— 19.11.2014

Webbers Abrechnung mit der Formel 1

Mark Webber geht mit der Formel 1 hart ins Gericht: Welche Aspekte das Le-Mans-Ass kritisiert und warum ihm Max Verstappens Trainings-Leistungen Sorgen machen



Mark Webber hat den Absprung aus der Formel 1 geschafft. Aus seiner Sicht offenbar im richtigen Moment. Denn der Grand-Prix-Sport ist fr den "Aussie" lngst nicht mehr das, was er einmal war. "Die Autos und die Technik waren bis Mitte der 2.000er-Jahre einfach anders", kritisiert der nunmehrige Porsche-Le-Mans-Pilot gegenber den 'Salzburger Nachrichten'. "Die Entwicklung der letzten drei, vier Jahre war kein Dienst am Kunden, den Fans."

Er ortet gleich eine Vielzahl von Aspekten, die sich derzeit in die falsche Richtung bewegen. "Zuletzt in Brasilien war ich beim Autofahren, hrte im Radio zu", erzhlt Webber, der schon lange kein komplettes Rennen mehr im TV angesehen hat. "85 Prozent der bertragung ging es um Reifen. Das frustriert - die Fahrer genauso wie die Fans." Auch der verstellbare Heckflgel, der fr knstliche berholmanver sorgt, sowie die Vielzahl an Boxenstopps verschlechtern seiner Meinung nach das Produkt.

Und auch dem Fahrerfeld, dem er im Vorjahr noch selbst angehrte, kann Webber nur bedingt etwas abgewinnen. "Heute kommt ein Junger mit grtem Talent, der sich tglich im Training fast alle Knochen bricht, nicht in die Formel 1, weil er schon die 400.000 Euro fr einen einzigen Formel-1-Testtag nicht aufbringen kann", kritisiert er die Tatsache, dass in den Hinterbnkler-Teams Paydriver die Cockpits besetzen. "Wir sollten die absolut besten Fahrer in der Formel 1 haben", fordert er.

Ob ein 17-Jhriger wie der nchstjhrige Toro-Rosso-Fahrer Max Verstappen in die Formel 1 gehrt, ist fr Webber auch keineswegs sicher - auch aus Marketing-Sicht. "Ich wei nicht, ob Leute 400 Euro fr ein Ticket zahlen wollen, um einen 17-Jhrigen fahren zu sehen", hinterfragt der langjhrige Teamkollege von Sebastian Vettel. "Vielleicht ist einer okay, aber wenn es vier oder fnf sind, wird das sehr extrem."

Bereits in der Vergangenheit schafften es zwar mit Kimi Rikknen, Fernando Alonso oder Jenson Button sehr junge Piloten in die Formel 1, aber sie mussten laut Webber noch greren Anforderungen entsprechen: "Die Autos waren damals viel schwieriger, vor allem physisch. Die Wahrscheinlichkeit zu scheitern war viel grer."

Bei den heutigen Youngsters sei dies nicht mehr der Fall. "Verstappen war im Freien Training schon weiter als frhere Debtanten nach etlichen Monaten", fllt Webber auf. "Junge Fahrer haben heute nur noch sehr geringen Respekt vor Formel-1-Autos. Heute wird man ja fast verlegen, wenn ein Formel-1-Auto aus der Box fhrt. Die Formel 1 ist heute eine etwas strkere GP2. Das ist nicht die Formel 1, die wir alle gewohnt waren."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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