Es ist wahrscheinlich, dass der Marussia-Bolide nicht auf die Strecke gehen wird

Formel 1 2014

— 19.11.2014

Marussia & Abu Dhabi: Will man Platz neun retten?

Marussia soll auf dem Weg nach Abu Dhabi sein, wird aber wahrscheinlich keinen Meter fahren - Und trotzdem 30 Millionen US-Dollar für die Gläubiger auftreiben?



Im Fahrerlager des Yas Marina Circuit staunten heute einige nicht schlecht, als plötzlich Mechaniker in Marussia-Teamkleidung an ihnen vorbeigingen. Waren es die hohen Temperaturen, die die Wahrnehmung beeinträchtigten? Mitnichten. Tatsächlich soll sich das Hinterbänkler-Team, das ein Rennen vor Schluss in der Konstrukteurs-WM auf dem neunten und damit vorvorletzten Platz liegt und in Austin und in Interlagos wegen finanzieller Probleme aussetzte, auf dem Weg nach Abu Dhabi befinden. Bei den Menschen in Marussia-Kleidung handelt es sich um Ferrari-Mitarbeiter, die für die Antriebseinheiten der russischen Mannschaft zuständig sind.

Auch das Material soll bereits von Banbury zum Yas Marina Circuit verschickt worden sein - allerdings nicht gemeinsam mit dem Großteil des Formel-1-Equipments der anderen Teams, das bereits eingetroffen ist. Was das zu bedeuten hat? Schwer zu sagen, denn Insolvenzverwalter Geoff Rowley hatte vor fast zwei Wochen bekanntgegeben, dass das Team die Geschäftstätigkeit einstellen muss, die Mitarbeiter entlassen werden und man in Abu Dhabi nicht antreten werde.

Tatsächlich steht aber die Box bereit - das gilt auch für die Ferrari-Antriebseinheiten. Der genaue Plan des Teams ist unklar, aller Voraussicht nach geht es aber darum, an der technischen Abnahme am Donnerstag und damit offiziell am Grand Prix von Abu Dhabi teilzunehmen. Möglicherweise wird an diesem Wochenende daher kein Marussia-Bolide auf die Strecke gehen.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist es zwar erlaubt, drei Rennen pro Saison auszulassen, ohne aus der Formel-1-WM ausgeschlossen zu werden, ein nicht mehr existierendes Team hätte aber keinen Anspruch mehr auf den Anteil der TV-Gelder, der Marussia zusteht, wenn man es unter die Top 10 der Konstrukteurs-WM schafft.

Wenn man also am letzten Rennwochenende des Jahres offiziell teilnimmt, dann könnte man einen Ausschluss verhindern, durch den möglicherweise die hinter Marussia gereihten Teams aufrücken würden. Das wäre besonders bitter, denn das Teams aus Banbury liegt durch Jules Bianchis starken neunten Platz nicht nur vor Caterham, sondern auch vor Sauber und würde somit rund 30 Millionen US-Dollar kassieren.

Mit diesem Geld könnte man einen Teil der Schulden bei den Gläubigern begleichen. Möglicherweise macht man damit dem Caterham-Team einen Strich durch die Rechnung. Die Truppe aus Leafield ist nach der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne unter der Leitung von Insolvenzverwalter Finbarr O'Connell ebenfalls in Abu Dhabi aufgetaucht, liegt aber derzeit auf dem letzten Platz in der Konstrukteurs-WM. Um Sauber und Marussia zu übertrumpfen, wäre ein neunter Platz notwendig - ohne chaotische Umstände kann dies fast ausgeschlossen werden. Wäre Marussia nicht nach Abu Dhabi gereist, wäre man möglicherweise ausschließlich durch das Antreten aufgerückt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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