Großer Preis von Abu Dhabi: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 21.11.2014

Ferrari: Verlorener Tag für Alonso, Zuversicht bei Räikkönen

Ein Elektrikdefekt bringt Fernando Alonso um eine nutzbringende Vorbereitung auf Qualifying und Rennen - Kimi Räikkönen nach "arbeitsintensivem Tag" guter Dinge



Fernando Alonsos letztes Rennwochenende als Ferrari-Pilot begann nicht nach Plan. Zwar war der Spanier im ersten Freien Training zum Grand Prix von Abu Dhabi als Drittschnellster noch erster Verfolger der beiden auch auf dem Yas Marina Circuit in einer eigenen Liga fahrenden Mercedes-Piloten. Doch im zweiten Freien Training konnte Alonso keine einzige fliegende Runde drehen. Unter dem Yas-Marina-Hotel quittierte der F14 T mit der Startnummer 14 seinen Dienst. "Das Auto ist einfach ausgegangen", so Alonsos erste Reaktion via Boxenfunk.

So musste der zweimalige Weltmeister, für den Abu Dhabi ohnehin kein gutes Pflaster ist (Stichwort: Niederlage im WM-Kampf 2010) am Freitagnachmittag zusehen, wie die Kollegen Runde um Runde abspulten und an der Abstimmung ihrer Boliden feilten. Am Samstag hat Alonso nun unverschuldet gehörigen Nachholbedarf.

"Es ist schade, dass wir die Chance verloren haben, am zweiten Freien Training teilzunehmen. Schließlich wäre das die einzige Gelegenheit gewesen, einen Eindruck davon zu erhalten, was uns an diesem Wochenende erwartet", spricht Alonso die kühlen Bedingungen in den Abendstunden an. Genau wie das zweite Freie Training am Freitag, so beginnen auch das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag um 17:00 Uhr Ortszeit (14:00 Uhr MEZ).

Elektrikdefekt bei Alonso

"Auf meiner zweiten Runde blieb das Auto unerwartet stehen. Wenngleich die Streckenposten ihr Bestes gaben, um das Auto an die Box zurückzubringen, so dauerte die Arbeit der Mechaniker doch länger als erwartet", berichtet Alonso ernüchtert. Als Ursache für das Ausrollen des roten Boliden unter dem Yas-Marina-Hotel hat man bei Ferrari inzwischen einen Elektrikdefekt ausgemacht. Für Alonso ist es keine gänzlich neue Erfahrung: Vor zwei Wochen musste der Spanier seinen Ferrari im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Brasilien mit Motorschaden abstellen.

So muss sich der zweimalige Weltmeister mit Blick auf die Vorbereitungen auf sein letztes Rennen in Diensten der Scuderia aus Maranello bis dato auf die Eindrücke aus dem ersten Freien Training verlassen: "In der ersten Session spulten wir unser Programm wie geplant ab und das Auto verhielt sich erwartungsgemäß. Weil aber die Temperaturen deutlich höher waren als sie im Qualifyings sein werden, sind die gesammelten Daten nicht sonderlich relevant."

"Aus dem gleichen Grund wird uns auch das dritte Freie Training nicht viel weiterbringen. Das heißt im Klartext, dass meine erste Runde in Q1 die erste sein wird, auf der die Bedingungen den im Rennen zu erwartenden entsprechen werden", weiß Alonso und kommt zum Schluss: "Somit werden wir natürlich nicht so gut vorbereitet sein, aber unabhängig davon werden wir wie üblich unser Bestes geben."

Räikkönen nach positiven Nachmittag zuversichtlich

Besser als beim scheidenden Ferrari-Piloten lief es bei Teamkollege Kimi Räikkönen, der auch in der Saison 2015 ins Lenkrad eines roten Renners aus Maranello greifen wird. Der Abu-Dhabi-Sieger des Jahres 2012 (damals auf Lotus) spricht von einem "äußerst arbeitsintensiven Tag". An diesem habe er speziell am Vormittag "Schwierigkeiten gehabt, die richtige Balance für das Auto zu finden".

"Wir probierten verschiedene Setup-Varianten", berichtet Räikkönen von seinem Vormittagsprogramm und vermutet: "Möglicherweise lag es an den hohen Temperaturen, dass sich mein Auto ziemlich nervös anfühlte." Vor zwei Wochen in Sao Paulo hatte sich der Finne noch optimistisch geäußert, die leidigen Handlingsprobleme dank einer Veränderung im Bereich der Hinterachse in den Griff bekommen zu haben.

Um für die niedrigeren Temperaturen am Nachmittag gerüstet zu sein, baute die Ferrari-Crew Räikkönens Auto zwischen den beiden Freitagseinheiten um. "Nach ein paar Veränderungen lief es für uns am Nachmittag besser, auch im Vergleich zu unseren Gegnern", spricht der "Iceman" seinen Rückstand von 1,3 Sekunden am Nachmittag an. In der ersten Session des Tages war der Rückstand auf Spitzenreiter Lewis Hamilton (Mercedes) noch doppelt so groß gewesen.

Im Hinblick auf das Qualifying am Samstag glaubt Räikkönen, noch zulegen zu können: "Meine schnellste Runde war nicht perfekt. Mir unterlief ein kleiner Fehler. Insgesamt haben wir heute gute Arbeit geleistet. Die abendliche Analyse der Daten wird weitere nützliche Informationen liefern, die uns helfen werden, für das Qualifying und das Rennen noch besser aufgestellt zu sein."

Wie Ferrari-Chefingenieur Pat Fry herausstellt, kommt es auf dem 5,554 Kilometer langen Yas Marina Circuit vor allem darauf an, "den richtigen Kompromiss zwischen aerodynamischem und mechanischem Grip zu finden, um so einerseits ein gutes Tempo auf den Geraden, andererseits ein gutmütiges Fahrverhalten in den Kurven zu erreichen".

Neben dem Setup des Autos werden auch die Reifen am Sonntag eine entscheidende Rolle spielen. Pirelli hat zum ersten Mal in Abu Dhabi die Kombination Soft/Supersoft dabei. "Diese Auswahl eröffnet uns zahlreiche Möglichkeiten in Bezug auf die Strategie, vor allem, wenn man sich die geringe Lebensdauer der weicheren Mischung vor Augen führt", so Fry.

Alonsos Elektrikdefekt am Nachmittag habe nach Aussage des Ferrari-Chefingenieurs deutlich gemacht, dass es "in puncto Zuverlässigkeit auch beim letzten Rennen der Saison auf die kleinsten Details ankommt". Angesichts der nicht hundertprozentigen Standfestigkeit erwartet Fry "kein einfaches Wochenende, aber wir werden trotzdem versuchen, so viele WM-Punkte wie möglich einzufahren, vor allem deshalb, weil diesmal jede Position doppelt zählt".

Alonso kämpft in der Fahrerwertung mit Sebastian Vettel (Red Bull) und Valtteri Bottas (Williams) um Rang vier, Räikkönen will noch in die Top 10 vorstoßen und bei den Teams ist einerseits Williams für Ferrari noch in Reichweite, andererseits kann McLaren die Scuderia dank der doppelten Punkte noch abfangen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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