Ron Dennis lässt sich in der Fahrerfrage nicht in die Karten blicken

Formel 1 2014

— 22.11.2014

Dennis weicht aus: "Von welchem Fahrer sprechen Sie?"

McLaren-Boss Ron Dennis macht weiter ein Geheimnis um die Fahrerpaarung für 2015 - Jenson Button bleibt trotz der Hängepartie entspannt



Die Hängepartie um die Fahrerpaarung von McLaren in der Formel-1-Saison 2015 geht auch beim Großen Preis von Abu Dhabi weiter. Auch wenn hinter den Kulissen längst klar ist, dass Fernando Alonso nach seinem Weggang von Ferrari zu McLaren-Honda wechseln wird, spielt Ron Dennis weiter den Unwissenden. "Von welchem Fahrer sprechen Sie? Wir haben noch keinen bekanntgegeben", sagt der McLaren-Boss bei 'Sky Sports F1' angesprochen auf die Verpflichtung von Alonso, der übereinstimmenden Medienberichten bereits in Woking unterschrieben hat.

"Davon gehen Sie aus", wiegelt Dennis diese Spekulationen ab. Allerdings hat sich der Brite da nicht mit seinem (wahrscheinlich) zukünftigen Piloten abgesprochen. Denn angesprochen auf seine Zukunft antwortete Alonso am Rande des Rennens in Abu Dhabi: "Mein Abschied von Ferrari war keine Überraschung, und auch mein neues Team wird für niemanden eine Überraschung sein."

Dennis hingegen beteuert, die Entscheidung sei noch nicht gefallen und wiederholt: "Wenn wir etwas zu verkünden haben, werden wir das tun. Das wird aber nicht vor dem 1. Dezember sein." Unter der Hängepartie leiden vor allem die beiden aktuellen McLaren-Piloten Jenson Button und Kevin Magnussen, die am Sonntag nach dem Finalrennen in Abu Dhabi nicht wissen werden, ob und wo sie 2015 in der Formel 1 fahren werden.

Button "macht sich keinen Stress"

"Viele meinen, dass wir Kevin und Jenson gegenüber nicht fair sind, aber beide haben einen Vertrag bis Ende des Jahres", hat Dennis jedoch nur wenig Mitleid mit seinen Fahrer. "Druck machen uns nur die Fans und die Medien, und das wären auch die ersten, die auf uns einprügeln würden, wenn wir falsche Entscheidungen treffen", verteidigt der Brite die lange Bedenkzeit des Teams.

Darüber kann sich Button mittlerweile aber nicht mehr aufregen. "Es ist nicht frustrierend", beteuert der 34-Jährige bei 'Sky Sports F1'. "Vor zwei Monaten war es schwieriger, weil wir nicht wussten, in welche Richtung das Team bei der Fahrerfrage tendieren würde. Aber jetzt genieße ich die Rennen. Ich habe vor allem im vergangenen Jahr gelernt, für den Moment zu leben, daher bin ich nicht frustriert und mache mir keinen Stress."

"Ich versuche dieses Rennen zu genießen. Es ist das letzte Rennen des Jahres, vielleicht mein letztes in der Formel 1, daher wird es so oder so ein großartiges Wochenende", versichert Button. Der Brite lehnt sich in der Gewissheit zurück, dass er in der Formel 1 nichts mehr beweisen muss. "Meine Situation ist anders als die meines Teamkollegen Kevin. Ich fahre seit 15 Jahren und mein Traum war es, Weltmeister und bester Fahrer meiner Zeit zu werden", so Button. "Das habe ich geschafft."

McLaren soll wieder dominieren

Doch noch darf sich Button Hoffnungen auf einen Verbleib bei McLaren machen, denn seine erfolgreichsten Zeiten erlebte das Team mit erfahrenen Fahrerpaarungen wie Ayrton Senna/Alain Prost oder Mika Häkkinen/David Coulthard. Das spräche also für ein Duo Alonso/Button. Doch Dennis scheint nicht abgeneigt zu sein, Alonso einen Rookie an die Seite zu stellen. "Viele gehen davon aus, dass es bei dieser Entscheidung um drei Leute geht. Vielleicht sollte man auch von vier ausgehen", bringt der McLaren-Boss einen weiteren Fahrer ins Spiel. Dabei dürfte es sich im Junior Stoffel Vandoorne handeln, der aktuell mit starken Leistungen in der GP2 überzeugt.

Wie auch immer die McLaren-Fahrerpaarung 2015 aussehen wird, nach dem Einstieg von Honda soll das Team zu alter Stärke zurückfinden. "Unser Ziel muss nicht nur sein, zu gewinnen, sondern zu dominieren, so wie wir es in der Vergangenheit getan haben", fordert Dennis. "Wir müssen das bestmögliche Team zusammenstellen, mit dem wir so schnell wir möglich wieder gewinnen können."

Während McLaren schon die Zukunft plant, muss Button bis zu einer Entscheidung des Teams weiterhin damit rechnen, dass seine Formel-1-Karriere nach dieser Saison zu Ende gehen wird. Dieser Ungewissheit beim Saisonfinale kann Button aber sogar etwas Positives abgewinnen. "Es war sehr emotional, die Unterstützung in den sozialen Netzwerken zu sehen. Ich persönlich brauche aber keine große Verabschiedung", sagt Button.

Button und das drohende Formel-1-Aus

Das Ende seiner Formel-1-Karriere wäre für ihn nicht das Ende der Welt. "Wenn ich im nächsten Jahr nicht in der Formel 1 fahren sollte, werde ich nicht zurücktreten", versichert Button. "Ich glaube nicht, dass ich das jemals tun werde, dafür liebe ich den Motorsport zu sehr."

Allerdings würde er sich nicht leichten Herzens aus der Formel 1 verabschieden. "Sollte ich im nächsten Jahr nicht fahren, würde ich viele Menschen vermissen, denn ich war sehr lange ein Teil dieses Sports. Es wäre ein Bruch in meinem Leben und ziemlich hart, mich von all diesen Menschen zu verabschieden", so Button. "Daher möchte ich das zu gegebener Zeit machen und nicht vor allen Kameras."

Fotoquelle: xpbimages.com

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