In Abu Dhabi schälte sich Fernando Alonso letztmalig aus einem Ferrari-Cockpit

Formel 1 2014

— 24.11.2014

Alonso "Ich starte ein langfristiges Projekt"

Fernando Alonso bestritt in Abu Dhabi sein letztes Rennen für Ferrari - Um seine Zukunft macht er weiter ein Geheimnis, aber auch sehr deutliche Andeutungen



Nach fünf Jahren bei Ferrari, in denen er elf Rennen gewann und dreimal Vizeweltmeister wurde, kehrt Fernando Alonso der Scuderia aus Maranello den Rücken. Seinen großen Traum vom dritten WM-Titel seiner Karriere (nach 2005 und 2006 bei Renault) konnte sich Alonso am Steuer eines roten Renners nicht erfüllen. Speziell die abgelaufene Saison 2014 war für den Spanier ein mittleres Desaster: Nur zwei Podestplätze und WM-Rang sechs.

Nach dem schlechtesten seiner fünf Ferrari-Jahre geht Alonso ab 2015 eine neue Herausforderung an. Welche das sein wird, will der 33-Jährige noch immer nicht verraten. Doch dass es sich dabei nur um McLaren handeln kann, wird anhand Alonsos Andeutungen nach dem Grand Prix von Abu Dhabi deutlicher und deutlicher.

"Wir müssen abwarten, wie es nächstes Jahr aussieht. Wir haben in diesem Jahr gesehen, dass Mercedes einen großen Vorteil hat und den werden sie möglicherweise auch im nächsten Jahr haben. Ich werde ein Projekt beginnen, das nicht nur auf das nächste Jahr ausgerichtet ist", so Alonsos Äußerungen direkt nach dem Fallen der Karierten Flagge auf dem Yas Marina Circuit.

Alonsos Äußerungen passen zu denen von Honda

Dass McLaren mit dem Wechsel von Mercedes zu Honda vor einem langfristigen Projekt steht, ist bekannt. "Unsere Spezialität ist der Motor und McLarens Spezialität sind Chassis, Rennmanagement und die Streckenaktivitäten. Also ist unser bester Siegplan, unsere Talente zu kombinieren", hatte Honda-Motorsportchef Yasuhisa Arai vor wenigen Wochen erklärt. In diesem Zusammenhang sprach der Japaner sogar schon davon, eher früher als später "mit Mercedes auf Augenhöhe" sein zu wollen.

Passend dazu Alonsos weitere Ausführungen: "Es ist eine langfristige Partnerschaft und ein Projekt, das Mercedes hoffentlich bald herausfordern kann. Deshalb habe ich diesen Schritt unternommen." Wie sich die Konkurrenzfähigkeit des V6-Turbos aus Japan im ersten Jahr darstellen wird, bleibt abzuwarten. Alonso hat für die Saison 2015 vor allem ein Ziel: Eine bessere Performance als in der abgelaufenen Saison bei Ferrari.

"Mercedes wird auch im nächsten Jahr sehr stark sein. Ich glaube, es wird für alle Teams schwierig, den Rückstand aufzuholen. Ich hoffe aber, dass es besser läuft. Ich möchte ein paar tolle Zweikämpfe erleben und ein paar Podestplätze einfahren - einfach eine bessere Performance zeigen", so der designierte neue McLaren-Pilot.

Dass es bei McLaren in November keine Fahrerbekanntgabe mehr geben wird, hatte das Team bereits am Dienstag vor dem Abu-Dhabi-Wochenende klargestellt. Was nicht heißt, dass man sich noch nicht entschieden hat. Zumindest der Nummer-eins-Fahrer kann realistisch betrachtet nur Alonso heißen. Für diesen fiel der Entschluss, Ferrari zu verlassen, bereits im September, wie er am Donnerstag offenbarte.

"Zu dieser Zeit haben sich nun mal alle Teams festgelegt", gibt Alonso einen weiteren Hinweis darauf, dass er sich mit seinem neuen Arbeitgeber im Grunde schon seit Monaten einig ist. Wobei neu relativ ist, denn bekanntlich fuhr Alonso schon in der Saison 2007 für McLaren. Damals ging man nach nur einem Jahr im Streit auseinander. Für den Spanier ist dies aber kein Grund, der eine Rückkehr unmöglich macht - im Gegenteil.

"Ich ging von Renault zu McLaren und anschließend zurück zu Renault. Dann wechselte ich zu Ferrari. Vielleicht kehre ich wieder zu anderen Teams zurück. Es scheint, dass mich die Leute, die mit mir arbeiten, meistens gern zurückhaben wollen. Normalerweise ist genau das Gegenteil der Fall. Von dem, was ich lese, bin ich nicht der Angenehmste im Umgang, aber unterm Strich kann ich zu den Teams, für die ich einmal gearbeitet habe, normalerweise zurückkehren. Das ist ein gutes Zeichen", so Alonso vielsagend.

Felipe Massa als Vorbild

Heißt das, dass er sich irgendwann auch eine Rückkehr zu Ferrari vorstellen kann? Dort wird in der Saison 2015 neben Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen der frisch entthronte Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel ins Lenkrad greifen. Mit einer baldigen Rückkehr nach Maranello rechnet Alonso jedenfalls nicht - wenn überhaupt. "Wenn du Auf Wiedersehen sagst, dann kommst du nicht fünf Minuten später wieder zurück", sagt er und will sich ab sofort voll und ganz seinem "Langzeitprojekt" widmen.

Dabei nimmt sich Alonso ein Beispiel an seinem ehemaligen Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa. "Für Felipe war es ähnlich", bemerkt der Spanier in Anspielung auf die Tatsache, dass der Brasilianer im vergangenen Winter nach acht Ferrari-Jahren zu Williams wechselte und dort bis Ende der Saison 2016 unter Vertrag steht.

Seit Massa für Williams fährt, erlebt er seinen zweiten Frühling, hat seine erste Saison im britischen Team nur dank reichlich Pech während der ersten Saisonhälfte "nur" auf Rang sieben beendet. Mit drei Podestplätzen war er aber schon in diesem Jahr so erfolgreich wie in seinen letzten zwei Ferrari-Jahren zusammengerechnet.

Ähnliches schwebt auch Alonso vor. "Ich vermisse es, auf dem Podest zu stehen, mit Champagner zu feiern und Rennen und WM-Titel zu gewinnen. Mein neues Projekt wird mich näher an dieses Ziel heranbringen, vielleicht nicht im ersten Jahr, aber ich habe keine Zweifel, dass es in Zukunft wieder soweit sein wird", sagt der Spanier, dessen offizielle Vorstellung als McLaren-Pilot nur noch eine Frage von Wochen sein dürfte.

Die spannendere Frage ist, wer in der Saison 2015 den zweiten McLaren-Honda wird: Kevin Magnussen oder Jenson Button? Derzeit deutet es eher auf den jungen Dänen hin, denn was den britischen Ex-Weltmeister betrifft, so stellt sich dieser insgeheim schon einmal darauf ein, dass der Grand Prix von Abu Dhabi der letzte seiner Karriere gewesen sein könnte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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