Zwei Tage nach dem Saisonfinale wurde auf dem Yas Marina Circuit fleißig getestet

Formel 1 2014

— 25.11.2014

Abu-Dhabi-Test bringt Vorgeschmack auf 2015

Jolyon Palmer hofft auf weitere Tests für Force India, Carlos Sainz Jun. auf Stammcockpit - Max Verstappen, Will Stevens, Charles Pic testen 2015er-Reifen



Der erste von zwei Tagen des Abu-Dhabi-Tests ist in den Büchern. Hinter den Top 3 der Zeitenliste - Valtteri Bottas (Williams), Kimi Räikkönen (Ferrari) und Nico Rosberg (Mercedes) - sammelten einige Youngster wichtige Erfahrungen. So legte GP2-Champion Jolyon Palmer an seinem ersten Tag im Formel-1-Cockpit 37 Runden am Steuer des Force-India-Mercedes VJM07 zurück und reihte sich mit einem Rückstand von 1,120 Sekunden auf die Tagesbestzeit von Bottas auf Rang vier ein.

"Ich habe meine ersten Erfahrungen mit einem Formel-1-Auto sehr genossen. Als ich zum ersten Mal aus der Box fuhr, war es ein unwirkliches Gefühl. Im Vergleich zu einem GP2-Auto fiel mir sofort die höhere Motorleistung auf", berichtet der Brite. Ganz problemlos verlief das Debüt für den Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Jonathan Palmer aber nicht. "Leider hatten wir am späten Vormittag ein Problem mit dem Motor, das uns für längere Zeit in der Box hielt", bedauert Force-India-Chefingenieur Tom McCullough.

So konnte Palmer erst in der letzten halben Stunde noch einmal auf die Strecke gehen. Blut geleckt hat der GP2-Champion auf jeden Fall. "Was die Arbeit im Team betrifft, habe ich heute viel gelernt. Force India ist ein Team, das jungen Fahrern gute Chancen bietet. Ich würde mich gern stärker in diesem Team einbringen. Sie haben aus Paul di Resta einen guten Rennfahrer gemacht und bauten für Jules Bianchi ein bedeutsames Freitagstestprogramm auf", erinnert der Brite und hofft, dass er bald eine weitere Testchance bekommt. Am Mittwoch sitzt der Australier Spike Goddard im VJM07 und gibt seinerseits sein Debüt im Formel-1-Cockpit.

Deutlich mehr Runden als GP2-Champion Palmer schaffte am Dienstag Carlos Sainz Jun., seines Zeichens frischgebackener Meister der Formel Renault 3.5 (Renault-World-Series). Der Spanier legte mit dem Red Bull RB10 auf 26 Ausfahrten verteilt exakt 100 Runden zurück, und reihte sich auf Platz fünf der Zeitenliste ein.

"Für mich war es ein unglaublicher Tag. Ich hatte natürlich ein paar Referenzwerte vom Silverstone-Test mit dem RB9 im vergangenen Jahr. So fühlte ich mich vom ersten Moment an zu Hause und konnte angreifen", bemerkt Sainz Jun. Den Test im Red-Bull-Cockpit hat sich der Spanier mit dem Gewinn des World-Series-Titels verdient. Für die kommende Saison hofft der Sohn des zweimaligen Rallye-Weltmeisters Carlos Sainz auf ein Stammcockpit bei Toro Rosso.

Verstappen, Stevens und Pic probieren 2015er-Pirelli-Reifen

Toro Rosso vertraut beim letzten Test des Jahres an beiden Tag auf die Dienste von Max Verstappen. Am Vormittag des ersten Tages kam der 19-jährige Niederländer aber kaum zum Fahren. Ein Abflug in Kurve 19 aufgrund eines Aufhängungsschadens kostete viel Zeit. Unterm Strich sprangen 55 Runden und Platz neun in der Tageswertung heraus. Damit war der nächstjährige Stammfahrer der langsamste der neun Piloten, die eine Zeit setzten. McLaren-Junior Stoffel Vandoorne war dies nicht vergönnt.

"Leider waren am Vormittag nicht viele Runden möglich, aber am Nachmittag legten wir einen nützlichen Longrun hin. Dieser hat mir geholfen, das Verhalten der Reifen besser zu verstehen", sagt Verstappen, der genau wie Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen erstmals mit den 2015er-Pirellis unterwegs war. Jetzt freue ich mich auf einen weiteren Tag im Cockpit", so der Niederländer, dessen Erfahrungen mit dem STR9 sich bisher auf Freitagseinsätze beschränkten.

Nicht nur bei Force India, Red Bull und Toro Rosso, auch bei Caterham saß ein junger Nachwuchspilot im Auto: Will Stevens, der am vergangenen Wochenende ein solides Debüt in der Königsklasse gezeigt hatte. Nach 102 Runden und einer persönlichen Bestzeit von 1:45.436 Minuten (Platz sechs mit 2,040 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit von Bottas) gibt der Brite zufrieden zu Protokoll: "Heute war ein wirklich guter Tag. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung."

Lotus: Drei Fahrer für zwei Testtage

"Wir haben das komplette Programm abgespult. Mehr als 100 Runden zu drehen, war nicht nur in Bezug auf meine eigene Erfahrung großartig, sondern zeigt auch, dass das Auto zuverlässig ist. Wir waren fast so schnell wie im Qualifying am Wochenende. Insgesamt war es ein sehr guter Tag", urteilt Stevens, der sich eigener Aussage zufolge "nun voll und ganz auf das Fahren konzentrieren" kann und daher die 2015er-Pirelli-Reifen erstmals ausprobierte. Am Mittwoch wird der 23-jährige Brite erneut im Caterham CT05 Platz nehmen.

Für Lotus spulte Testfahrer Charles Pic 89 Runden ab und konzentrierte sich dabei ebenfalls auf Evaluierungen der nächstjährigen Pirelli-Reifen. Der Franzose fuhr Vergleiche mit den diesjährigen Pneus und sammelte parallel Aero-Daten für die Entwicklung des nächstjährigen Lotus - des von einem Mercedes-Antrieb befeuerten E23.

"Es war interessant, einen ersten Eindruck der 2015er-Reifen zu erhalten. Sie fühlen sich nicht großartig anders an, aber ich spürte eine Verbesserung hinsichtlich der Traktion. Ich bin froh, heute so viele Runden gedreht und das vorgesehene Testprogramm komplett abgespult zu haben", sagt Pic, der zuletzt im Juli beim Silverstone-Test im Auto saß. Am Mittwoch ermöglicht Lotus Formel-3-Europameister Esteban Ocon (Vormittag) und GP3-Champion Alex Lynn (Nachmittag) das Debüt im Formel-1-Boliden.

Bei Sauber kam der nächstjährige Stammfahrer Marcus Ericsson zu seinem ersten Einsatz am Steuer des C33. Der Schwede drehte 95 Runden und belegte in der Tageswertung der Rundenzeiten Platz acht hinter Pic und vor Verstappen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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