Eric Boullier und Yasuhisa Arai von Honda können trotz Startschwierigkeiten lachen

Formel 1 2014

— 25.11.2014

Boullier ist von Hondas "riesigem Potenzial" überzeugt

Während Eric Boullier die Pannen beim Honda-Comeback als "normal" bezeichnet, plädiert Lewis Hamilton für Jenson Button als Teamkollege von Fernando Alonso



November 1992: Gerhard Berger gewinnt am Steuer eines McLaren-Honda den Grand Prix von Australien. Der Triumph des Österreichers in den Straßen von Adelaide markiert das erfolgreiche Ende einer erfolgreichen Ära. In den fünf Jahren der Zusammenarbeit (1988 bis 1992) gingen auf das Konto der Kombination McLaren-Honda vier WM-Titel in der Fahrerwertung, vier WM-Titel in der Konstrukteurswertung, 44 Siege und 53 Pole-Positions. In gerade einmal 80 Rennen ist dies eine beeindruckende Bilanz.

November 2014: 22 Jahre nach Bergers Sieg in Adelaide geht beim Test in Abu Dhabi wieder ein McLaren-Honda auf die Strecke. Doch der erste Auftritt der wiedervereinten Traumpaarung (von einem Filmtag vor knapp zwei Wochen in Silverstone einmal abgesehen) gestaltet sich harzig. McLaren-Testfahrer Stoffel Vandoorne schafft mit dem MP4-29H/1X1 im Verlauf von acht Stunden keine einzige Runde auf Zeit. Probleme im Bereich der Elektrik und des Benzinsystems setzen die Traumkombination der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre bei der Rückkehr schachmatt.

Eric Boullier lässt sich von den ersten Rückschlägen aber nicht beunruhigen. "Das ist normal. Man darf nicht vergessen, dass wir beim Filmtag sehr vorsichtig waren und auf keinen Fall zu viel riskieren wollten", bemerkt der McLaren-Rennleiter gegenüber 'Formula1.com' und spannt den Bogen zum Abu-Dhabi-Test: "Hier haben wir schon einige der 2015er-Bauteile am Auto. Da ist behutsame Arbeit gefragt, ganz besonders im Bereich der Elektrik. Ein Kurzschluss kann immensen Schaden nach sich ziehen. Ein solches Szenario wollen wir unbedingt vermeiden, dann das würde bedeuten, dass wir gar nicht fahren können."

Die Entwicklung des V6-Turbos von Honda komme laut Boullier jedenfalls gut voran. "Ich weiß anhand der Zahlen, dass das Potenzial riesig ist. Ich weiß auch, dass die Entschlossenheit von Honda riesig ist. Und ich weiß, dass wir einen sehr guten Plan haben, was die Vorbereitung angeht. Wir sind auf einem guten Weg", gibt sich der Franzose unbesorgt.

So warnt Boullier schon jetzt inständig davor, das Ergebnis des noch bis Mittwoch dauernden Abu-Dhabi-Tests überzubewerten: "Es handelt sich nur um einen Systemcheck. Das hat nichts mit der Performance des Autos zu tun." Aus diesem Grund sieht der McLaren-Rennleiter auch kein Problem darin, zunächst Formel-1-Grünschnabel Vandoorne und keinen der nächstjährigen Stammfahrer ans Steuer zu lassen. Man darf gespannt sein, ob dem 22-jährigen Testfahrer und damit dem gesamten McLaren-Team inklusive der Honda-Techniker am Mittwoch mehr als zweieinhalb Installationsrunden vergönnt sein werden.

Hamilton plädiert für Button als Alonso-Teamkollege

Dass Fernando Alonso in der Saison 2015 wieder in einem McLaren sitzen wird, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Ab der kommenden Woche darf dann endlich auch mit der offiziellen Bekanntgabe der Alonso-Rückkehr nach Woking gerechnet werden. Offen ist indes noch, wer in der Comeback-Saison von Honda den zweiten McLaren fahren wird. Testfahrer Vandoorne wird es jedenfalls nicht sein.

Lewis Hamilton hat hinsichtlich der Frage nach dem Alonso-Teamkollegen einen klaren Favoriten. Der Weltmeister plädiert für einen Verbleib seines ehemaligen McLaren-Stallgefährten Jenson Button. "Es wäre ein Verlust für McLaren, wenn sie ihn nicht behalten", betont Hamilton gegenüber 'talkSPORT' und fügt hinzu: "Das gilt ganz besonders im Zusammenhang mit dem neuen Motor. Er hat eine immense Erfahrung mit Honda-Motoren und ist daher die beste Person, um ihnen beim neuen Auto unter die Arme zu greifen.

"Am Sonntag fuhr er ein fantastisches Rennen", rührt Hamilton gegenüber 'Press Association' weiter die Werbetrommel für seinen ehemaligen Teamkollegen und vergleicht Buttons Leistung beim Saisonfinale mit jener von Kevin Magnussen: "Jenson kam mit dem McLaren, der derzeit nicht das beste Auto ist, auf Platz fünf ins Ziel. Ein großartiger Fahrer an seiner Seite hat das mit dem gleichen Auto nicht geschafft."

Neben Rennleiter Boullier hat bei McLaren inzwischen wieder Ron Dennis, der Erfolgsteamchef der ersten McLaren-Honda-Ära, das Sagen. Nicht zuletzt deshalb glaubt Hamilton, dass Buttons Chancen auf einen Verbleib gut stehen: "Ich kenne Ron und seine Leidenschaft für den Rennsport schon sehr lange. Ich bin mir sicher, dass er eine clevere Entscheidung treffen wird. Um ein Weltmeisterteam aufzubauen, brauchst du erstklassige Fahrer. Von diesen gibt es nur eine Handvoll und Jenson ist einer davon."

Fotoquelle: xpbimages.com

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