Eddie Irvine hat von seiner Frechheit nach dem Karriereende nichts eingebüßt

Formel 1 2014

— 26.11.2014

Irvine: Schumacher ein Setup-Gott? Dass ich nicht lache!

Der Nordire bricht mit dem Nimbus des Überfahrers Michael Schumacher, nennt ihn aber dennoch eines von nur drei Genies der jüngeren Formel-1-Geschichte



Als neuer Vorsitzender des nordirischen Michael-Schumacher-Fanclubs wird Eddie Irvine definitiv niemals in der Lokalzeitung grüßen. Aus seiner kritischen Haltung gegenüber dem siebenmaligen Weltmeister macht der Ex-Teamkollege auch zwölf Jahre nach seinem Karriereende keinen Hehl. Von 'Sky Sports F1' auf den vermeintlichen Setup-Gott Schumacher angesprochen entgegnet Irvine lachend: "Was er an Fehlern bei der Abstimmung gemacht hat, war unglaublich. Es waren gewaltige Schnitzer."

Trotzdem lobt der vierfache Grand-Prix-Sieger und Vizeweltmeister von 1999 den Deutschen als Ausnahmetalent und stellt ihn auf eine Stufe mit einer zweiten Legende: "Jeder wusste, dass er mit dem richtigen Auto seine Schäfchen ins Trockene bringt - sogar dann, wenn er den perfekten Wagen nicht zur Verfügung hatte", würdigt Irvine den Mann, mit dem er bei Ferrari vier Jahre lang die Box teilte: "Man kann mit schlechtem Material nicht gewinnen, außer man heißt Schumacher oder Senna."

Irvine ist es ein Dorn im Auge, dass in der modernen Formel 1 die Qualität des Materials in erster Instanz über sportlichen Erfolg entscheidet. Deshalb reiht er bei den Größen des Geschäfts den beherrschenden Konstrukteur der jüngeren Vergangenheit ein: "Es gibt drei Genies: Schumacher, Senna und Adrian Newey", verweist der 49-Jährige auf den Red-Bull-Designer, der neben Sebastian Vettel auch Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill, Jacques Villeneuve und Mika Häkkinen zum Titel zeichnete.

Irvine stellte sein Talent in einer Ausnahmesituation unter Beweis, als er beim Königsklassen-Debüt 1993 in Suzuka von einsetzendem Regen profitierte und als Sechster sofort die ersten WM-Zähler einstrich - im Jordan-Hart. Mit Lobeshymnen besungen wurde er nicht: "Es war wirklich langweilig", erinnert sich Irvine. "Ich saß mit verschränkten Armen auf meinem Stuhl und war glücklich, bei meinem ersten Grand Prix in die Punkte gefahren zu sein. Ich schaukelte zurück, fiel um und traf einen Tisch."

Doch Irvine wäre nicht Irvine, hätte er nicht einen Schabernack in petto gehabt: "Ich habe ein paar Leute gehänselt - und das kann ich sehr gut." Weniger zu lachen hatte er im späteren Verlauf seiner Karriere, als er bei Ferrari nur noch die zweite Geige hinter Schumacher spielte und für den Chef regelmäßig das Feld räumen musste. Davon sei bei der Vertragsunterzeichnung mit dem damaligen Scuderia-Rennleiter Jean Todt jedoch nie die Rede gewesen: "Das wusste ich nicht. Alle sagten, ich ginge als Schumachers Wasserträger dorthin. Ich hatte jedoch einen Kontrakt unterschrieben, laut dem ich zwar Stallregie zu befolgen hatte - aber wenn ich schneller sein würde als Michael..."

Fotoquelle: xpbimages.com

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