Daniel Ricciardo: "Ich bereue nichts, was ich in dieser Saison getan habe"

Formel 1 2014

— 28.11.2014

Ricciardo: "Die Leute wissen jetzt, dass ich gewinnen kann"

Nach der erfolgreichen Saison 2014 zieht der Red-Bull-Pilot Bilanz und spricht über die gesteigerte Erwartungshaltung in der neuen Saison



Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo gehörte zweifellos zu den positiven Überraschungen der Saison 2014. Der Australier, der von Toro Rosso zu Red Bull aufstieg, ließ seinen Teamkollegen alt aussehen und war der einzige Pilot, der die Mercedes-Siegesserie brechen konnte. Insgsamt drei Rennen gewann Ricciardo in der abgelaufenen Saison. Im Interview spricht der sympathische Australier über seine Siege, die Höhen und Tiefen der Saison, seinen neuen Teamkollegen und die Erwartungshaltung in der kommenden Saison.

Frage: "Welche Erwartungen hattest du, als du bei den Wintertests zum ersten Mal mit dem RB10 unterwegs warst? Hast du erwartet, die Saison in den Top 3 zu beenden?"
Ricciardo: "Das erwartete ich, bevor ich ins Auto stieg. Es war ein großes Ziel von mir, Podestplätze zu erzielen und zu versuchen, meinen ersten Sieg zu landen. Wenn das geklappt hätte, wäre ich sicher ein Kandidat für einen Top-3-Platz gewesen. Doch nach dem ersten Test - ich möchte niemandem zu nahe treten - folgte ein ziemlich schwieriger Winter. Das Endergebnis und die Entwicklung seit den Tests hat unsere Erwartungen übertroffen."

Frage: "Wir konnten in dieser Saison tollen Rennsport beobachten. Was waren deine drei besten Überholmanöver der Saison?"
Ricciardo: "Der Kampf mit Fernando in Hockenheim bereitete sehr viel Spaß. Ich genoss es, als wir uns immer wieder überholten. Das Überholmanöver gegen Seb in Monza war auch toll. Als ich in Ungarn in Kurve zwei außen an Lewis vorbeiging, hatte ich ebenfalls sehr viel Spaß. Es gab sehr viele Überholmanöver, deswegen ist es schwierig, das Ganze einzugrenzen. Ich denke, der erste Sieg ist immer eine Hürde. Diese zu bezwingen war eine große Erleichterung."

Frage: "Du hast drei Rennen gewonnen. Doch es gibt immer auch schlechte Zeiten. Was waren die Tiefpunkte in dieser Saison?"
Ricciardo: "Glücklicherweise waren es nicht besonders viele, abgesehen von der Disqualifikation in Melbourne. Ich konnte dennoch auf das Wochenende stolz sein. Deswegen gab es unterm Strich nicht viele schlechte Momente."

Frage: "Welcher Sieg war am schwierigsten?"
Ricciardo: "Vermutlich der in Kanada. Der erste Sieg ist immer eine gewisse Hürde. Diese zu bezwingen war eine Erleichterung. Ich hing lange hinter Perez fest. Die Runden vergingen und ich wusste, dass der Sieg dahin ist, wenn ich nicht vorbei komme. Das war schwierig. Es war nicht einfach, an ihm vorbeizuziehen, weil er einen sehr hohen Topspeed hatte."

Frage: "Es scheint, als hättest du immer ein Lachen im Gesicht. Man sieht dich oft mit Sebastian oder den Jungs in der Box herumalbern. Was war dein lustigster Moment?"
Ricciardo: "Vermutlich als einer unter die Räder kam. Nein. Das Rad hat den Jungs einen Schlag verpasst. Danach konnten wir darüber lachen."

Frage: "Was war deine schönste Nacht mit dem Team?"
Ricciardo: "Vermutlich Budapest. Nicht falsch verstehen, Kanada war toll, doch ich war einfach nur geschafft, weil an diesem Wochenende sehr viel Adrenalin im Spiel war. Dann folgte der schlagartige Abfall. Deswegen war ich nicht besonders euphorisch. Ich würde Budapest wählen."

Frage: "Was würdest du rückblickend anders machen?"
Ricciardo: "Ich möchte nicht übermütig klingen, doch ich würde nichts anders machen. Ich bereue nichts, was ich in dieser Saison getan habe. Es war ein großes Ziel, aufs Podium zu fahren und zu versuchen, den ersten Sieg zu landen."

Frage: "Hast du das Gefühl, dass diese Saison das Sprungbrett war?"
Ricciardo: "Es wurden einfach nur die Dinge belegt, an die ich glaube. Es war natürlich toll, dass ich es mir selbst beweisen konnte. Doch ich denke, ich konnte jedem zeigen, dass ich hier bin, um zu bleiben."

Frage: "Hast du 2014 mehr Autogramme geschrieben, mehr Interviews gegeben und warst für mehr Schlagzeilen verantwortlich?
Ricciardo: "Definitiv."

Frage: "In der kommenden Saison erhälst du einen neuen Teamkollegen. Wie hast du reagiert, als dir gesagt wurde, dass Daniil Kwjat dein Teamkollege wird?
Ricciardo: "Es war eine Überraschung, doch gleichzeitig auch nicht, weil man von den Entscheidungen bei Red Bull nie überrascht sein sollte. Um ehrlich zu sein: Ich habe ihn in den vergangenen fünf Jahren verfolgt. Er war immer ziemlich schnell und passte sich schnell an. In diesem Jahr setzte er sich in der Formel 1 sehr gut in Szene. Ich war also nicht überrascht. Mir war bewusst, dass ein Fahrer aus dem Red-Bull-Programm ausgewählt wird. Er ist jung, doch ich denke, dass er schnell sein wird. Es wird ein toller Kampf."

Frage: "Spürst du durch die Leistungen in dieser Saison für 2015 mehr Druck? Wie gehst du mit der gestiegenen Erwartungshaltung um?
Ricciardo: "Die gesteigerte Erwartungshaltung wird mich nicht beeinflussen, doch es ist jetzt Realität, dass ich Rennen gewinnen kann. Die Leute wissen, dass ich die Fähigkeiten dazu habe. Sollte ich also Sechster oder Siebter werden, obwohl das Auto für vierte oder fünfte Plätze taugt, dann habe ich die Erwartungen nicht erfüllt. Doch das setzt mich nicht stärker unter Druck, wenn ich ehrlich bin."

Frage: "Du bist in viele Events mit Fans, Sponsoren und Medien involviert. Was war die schönste PR-Veranstaltung, die nicht im Rahmen eines Rennens stattfand?"
Ricciardo: "Demofahrten bereiten immer sehr viel Freude. In diesem Jahr haben wir einige veranstaltet. Es ist immer toll, Burnouts auf den Straßen zu machen. In Dubai hatten wir vergangene Woche eine Veranstaltung mit Infiniti. Uns gehörte die Strecke und ich konnte die Mitfahrenden richtig erschrecken."

Frage: "Uns kam zu Ohren, dass du ein Schleckermäulchen bist. Alle Formel-1-Piloten müssen über das Jahr strikte Diäten und Trainingsprogramme einhalten. Genehmigst du dir ein schnelles Dessert oder Eiscreme, wenn Stu nicht hinsieht?"
Ricciardo: "Er ist nicht beim Test anwesend. Ich habe soeben eine Tüte Maltesers gegessen. Das ist meine Lieblingsschokolade."

Frage: "Die Winterpause steht bevor. Welche Pläne hast du für die freien Wochen?"
Ricciardo: "Ich liebe meinen Job sehr, doch Urlaub mag ich ebenfalls. Ich liebe es, zu wissen, dass ich drei oder vier Wochen keine geschäftlichen Verpflichtungen habe. Ich kann ganz normale sommerliche Straßenkleidung tragen und mir ein kaltes Getränk schnappen. Ich genieße die Sonne, treffe mich mit Freunden und lache mit ihnen. Ich gehe nach draußen und hab meinen Spaß."

Fotoquelle: xpbimages.com

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