Toto Wolff bezweifelt stark, dass Christian Horner im Namen von Renault sprach

Formel 1 2014

— 28.11.2014

Wolff: Horners Meinung "für Hersteller nicht entscheidend"

Mercedes reagiert nach dem Treffen der Strategiegruppe in Genf auf die jüngsten Aussagen von Christian Horner und rückt diese zurecht - Sinneswandel bei Ferrari?



Im Streit um das künftige Motorenreglement der Formel 1 herrscht weiter keine Einigkeit. Oder etwa doch? Wie Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Rande des Motorsport-Summit auf der Motorshow in Essen anklingen lässt, ist man beim Treffen der Strategiegruppe am Dienstag dieser Woche in Genf einen Schritt vorangekommen.

Doch der Reihe nach: Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der vehement für eine neues Motorenreglement plädiert und als einen möglichen Weg die Einführung eines V6-Twin-Turbo vorschlägt, hatte vor wenigen Tagen zu bedenken gegeben: "Wenn wir alles so lassen, dann steigen vielleicht Renault und ein oder zwei andere Hersteller aus. Man muss doch das tun, was für den Sport richtig ist, und nicht für einen einzelnen Hersteller."

Ein klares Aufbäumen von Red Bull gegen Mercedes also. Wie reagiert man im Lager der Silberpfeile auf die Aussagen Horners? "Ich habe das gelesen und muss sagen, das ist schon eine interessante Sichtweise", kommentiert Mercedes-Motorsportchef Wolff im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Keine Probleme mit Renault

"Ich glaube, da wurde die ganze Geschichte ein bisschen verdreht", meint Wolff in Anspielung auf die Horner-Aussagen und präzisiert: "Wir haben gesagt, dass die Formel 1 unserer Meinung nach eine langfristige Stabilität braucht. Die Hersteller Renault, Honda und Mercedes haben sich basierend auf einem Reglement zum Einstieg in die Formel 1 entschieden. Dieses Reglement werde "von allen Herstellern in der Formel 1, Ferrari inbegriffen, geteilt", so Wolff.

Am Rande des Saisonfinales in Abu Dhabi hatte der Mercedes-Motorsportchef betont: "Es war Renault, die das aktuelle Antriebsformat gewünscht haben. Für Mercedes ist es sehr wichtig, dass wir hier relevante Technologien darstellen können. Für Red Bull mag das nicht wichtig sein, aber für Renault und uns ganz bestimmt."

Nun legt er mit Verweis auf Horners jüngste Aussagen nach. "Er spricht wohl eher im Namen seines Teams und nicht im Namen von Renault", so Wolffs Versuch, die Aussagen des Red-Bull-Teamchefs zurechtzurücken. Böses Blut in Richtung Red Bull gibt es seitens Mercedes aber nicht: "Jeder hat seine eigene Meinung und die gilt es zu akzeptieren. Unser Gesprächspartner ist in diesem Fall aber Renault." Mehr noch: Die Meinung von Horner und damit Red Bull sei "für keinen der Motorenhersteller entscheidend".

Sinneswandel bei Ferrari?

Am Dienstag traf sich die Strategiegruppe in Genf, um das Thema Formel-1-Zukunft weiter zu eruieren. Dabei wurde laut Wolff neben der Tatsache, dass man sich für eine Abschaffung der doppelten Punkte beim Saisonfinale ausgesprochen hat, Folgendes beschlossen: "Für uns alle ist klar, dass wir keine ziellosen Entscheidungen treffen dürfen, welche die Formel 1 in ihrer Stabilität gefährden und damit potenzielle Neueinsteiger auf dem Motorensektor vor den Kopf stoßen."

"Darüber hinaus müssen wir uns Gedanken machen, wie wir den Sport langfristig gesehen optimieren können", berichtet Wolff und spricht in diesem Zusammenhang von "sehr vernünftigen Gesprächen". Bei einem der "Big Player" vollzieht sich demnach gerade eine Meinungsänderung. "Es kamen einige sehr erfrischende und direkte Sichtweisen von Ferrari auf den Tisch", verweist Wolff auf die Gespräche in Genf, die einen Tag nach dem der Ablösung von Marco Mattiacci durch Maurizio Arrivabene stattfanden.

"Ferrari bekennt sich zur aktuellen Motorenformel", zeigt sich der Mercedes-Motorsportchef überrascht und erfreut zugleich. Dies wäre in der Tat eine Meinungsänderung im Vergleich zur Ferrari-Sichtweise, die noch am Abu-Dhabi-Wochenende zu vernehmen war.

Fotoquelle: xpbimages.com

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