Hamilton und Rosberg haben 2014 mehrere Rekorde aufgestellt und mehrere egalisiert

Formel 1 2014

— 29.11.2014

2014: Die Rekordsaison von Mercedes

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und sein Team blicken auf eine Formel-1-Saison der Rekorde zurück - Seitenhieb gegen Red Bull



Bei "Stars & Cars" in Stuttgart ließ sich Mercedes am Samstag noch einmal so richtig feiern. Zurecht: Schließlich haben die Silberpfeile in der abgelaufenen Formel-1-Saison neue Maßstäbe gesetzt. Lewis Hamilton und Teamkollege Nico Rosberg schließen das Formel-1-Jahr 2014 als Weltmeister und Vizeweltmeister ab, Mercedes als Konstrukteursweltmeister.

Auf dem Weg dorthin wurden gleich mehrere Rekorde gebrochen. Hamilton gewann elf Rennen, Rosberg fünf. Mit diesen 16 Saisonsiegen wurde die vormalige Bestmarke von McLaren aus der Saison 1988 (15 Siege mit Ayrton Senna und Alain Prost) übertroffen. Elf der 16 Mercedes-Siege in diesem Jahr waren Doppelerfolge. Auch das ist ein neuer Rekord. Die alte Bestmarke (zehn Doppelerfolge) wurde ebenfalls in der Saison 1988 von McLaren aufgestellt.

Auch was die Anzahl der Podestplätze in einer Saison betrifft, hat Mercedes neue Maßstäbe gesetzt. Zusammengerechnet 31 Mal standen Hamilton und Rosberg in diesem Jahr auf dem Podium. Die alte Bestmarke wurde in der Saison 2004 von Ferrari aufgestellt (zusammengerechnet 29 Podestplätze von Michael Schumacher und Rubens Barrichello).

In drei Kategorien hat Mercedes mit dem bestehenden Rekord gleichgezogen. Mit 18 Pole-Positions errangen Rosberg und Hamilton zusammen genauso viele wie die Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber in der Saison 2011. Damals gab es wie auch 2014 19 Saisonrennen und somit einen "Ausreißer", sprich Polesetter aus einem anderen Team. 2011 war es McLaren-Pilot Hamilton in Südkorea, 2014 Williams-Pilot Felipe Massa in Österreich.

Auch was die Anzahl einer kompletten ersten Startreihe betrifft, hat Mercedes die bestehende Bestmarke egalisiert. Zwölfmal fuhren Hamilton und Rosberg in diesem Jahr geschlossen aus Reihe eins los. Gleiches gelang in der Saison 1988 den McLaren-Teamkollegen Senna und Prost. Bezogen auf Doppelerfolge in Serie haben Hamilton und Rosberg, die in diesem Jahr fünfmal in Folge (Malaysia bis Monaco) die Plätze eins und zwei belegten, mit dem bestehenden Rekord der Ferrari-Teamkollegen Schumacher und Barrichello aus der Saison 2002 (Ungarn bis Japan) gleichgezogen.

Zudem hat es Mercedes in dieser Saison geschafft, bei jedem Rennen mindestens einen Fahrer auf das Podest zu bringen. Dies gelang in der Vergangenheit zwei Teams: Williams 1993 mit Alain Prost und Damon Hill sowie Ferrari in den Jahren 2000, 2001, 2002 und 2004 mit Schumacher und Barrichello, wobei es Schumacher 2002 sogar im Alleingang bei jedem Rennen auf das Podest schaffte.

Der Konkurrenz schon vor dem ersten Test voraus

Für Mercedes ist das Ende der mit Abstand erfolgreichsten Saison in der Teamgeschichte erreicht. "Das ist ein Riesengeschenk, was die Mannschaft uns da gemacht hat", sagt der Mercedes-Marketingverantwortliche Jens Thiemer beim SPONSORs Motorsport Summit im Rahmen der Essen Motor Show und lobt in diesem Zusammenhang die Anstrengungen von Hamilton, Rosberg, Toto Wolff, Paddy Lowe, Niki Lauda und Co.

Wie ist es den Silberpfeilen gelungen, die Konkurrenz im ersten Jahr der neuen V6-Turbo-Ära derart an die Wand zu fahren? "Alle unsere Mitbewerber wussten, was die Rahmenbedingungen sind. Im Jahr 2013 haben wir die zweite Saisonhälfte, ich würde nicht sagen geopfert, aber wir haben zurückgesteckt, um uns auf 2014 vorzubereiten", erklärt Mercedes-Motorsportchef Wolff.

"Die Integration des Motors in das Chassis hat eine ganz wichtige Rolle gespielt, um früh aus den Startblöcken zu kommen", weiß Wolff. Mercedes' großer Vorteil vor allem gegenüber der Kombination Red Bull/Renault ist es, dass die Fabrik in Brackley, wo die Chassis entstehen, und die Motorenschmiede in Brixworth nur eine gute halbe Autostunde voneinander entfernt liegen.

Wolffs Seitenhieb gegen Red Bull

So war Mercedes der Konkurrenz bereits einen Schritt voraus, noch bevor im Frühjahr die ersten Testrunden gedreht wurden. "Wir waren die Ersten, deren Motor gelaufen ist. Am 24. Dezember vorigen Jahres ist der Motor erstmalig im Chassis gelaufen", erinnert Wolff und stellt heraus: "Das war Wochen früher als bei unseren Mitbewerbern. Als beim ersten Test um 9:00 Uhr in der Früh die Ampel auf Grün gegangen ist, sind wir rausgegangen und haben mit unserer Testarbeit begonnen. Da haben die anderen gerade mal den Motor ans Chassis geschraubt. Diesen Vorteil haben wir dann über die ganze Saison mitgenommen."

Abschließend kann sich Wolff einen Seitenhieb gegen Red Bull - in den Jahren 2010 bis 2013 jeweils Weltmeister und in diesem Jahr Vizeweltmeister hinter den Silberpfeilen - nicht verkneifen: "Bei uns geht es natürlich in allererster Linie darum, die Marke Mercedes zu vertreten. Allerdings geht es auch ums Automobil. Das ist unsere DNA, unsere Geschichte. Wir fahren nicht mit einem Rennauto durch die Gegend, das einen Energydrink bewirbt. Uns geht es um die Kompetenz rund um das Automobil."

Fotoquelle: xpbimages.com

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