Lewis Hamilton ließ sich Ende 2012 von Niki Lauda zu Mercedes holen

Formel 1 2014

— 02.12.2014

Lauda: Wie ich Hamilton zu Mercedes holte (Teil 2)

Niki Lauda erinnert sich an das Rennwochenende von Singapur im Jahr 2012, als ihm und Mercedes das Glück hold war, und der Österreicher seine Chance ergriff



Dass Lewis Hamilton in seinem zweiten Jahr bei Mercedes Weltmeister werden würde, hätte der Brite Ende 2012 vermutlich nicht mal zu träumen gewagt. Trotzdem glaubte er offenbar in seinem tiefsten Inneren daran. Hamilton war mit seinem McLaren zu jenem Zeitpunkt zwar in der Lage, um Siege zu kämpfen, trotzdem war er seit seinem Titel vier Jahre zuvor nie mehr unter den besten Drei der Gesamtwertung gekommen. Dass sich daran mit Mercedes etwas ändern würde, hielt niemand so richtig für möglich. Doch Hamiltons Glaube sollte sich auszahlen.

Vor über einem Jahr berichtete Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Teams, wie er Hamilton beim Singapur-Grand-Prix in dessen Hotelzimmer köderte. Er hatte dem kritischen Superstar zugestanden: "'Du hast recht, ich würde es wahrscheinlich auch nicht machen. Aber: Der Mercedes wird schneller und besser. Und stell dir vor, du würdest nach Schumacher mit Mercedes Weltmeister werden. Dann bist du berühmter als ich. Da hat er dann kurz gezuckt und angefangen zu überlegen."

Nun, ein Jahr später bei 'Ö3', führt Lauda seine Geschichte fort, die dazu beitragen sollte, Mercedes an die Spitze der Formel 1 zu führen: "An diesem Wochenende in Singapur ging es also darum, ob er kommt oder nicht, denn die Zeit hat gedrängt", denkt der mittlerweile 65-Jährige zurück. "McLaren wollte ihn unbedingt behalten und hatte ihm schon einen Vertrag hingelegt. Dann habe ich ihn gebeten, mir am nächsten Tag (nach dem Gespräch im Hotelzimmer; Anm. d. Red.) eine Antwort zu geben. Das war der Rennsonntag."

Während seines RTL-Vorberichte, bei denen Lauda bis heute als Experte fungiert, habe er zu seinem Kollegen Florian König gesagt: "'Wenn der Truck (der Fahrerparade; Anm. d. Red.) zurückkommt, und die ganzen Piloten absteigen, muss ich kurz dem Lewis in die Augen schauen.' Ich hatte ihm in der Früh eine SMS geschickt, ob er jetzt kommen will oder nicht. Er hat mich nicht angeschaut, sondern ignoriert, und ist an mir vorbeigegangen - voll konzentriert auf das Rennen", erinnert sich Lauda an die vorläufige Abfuhr: "Ich dachte mir schon: 'Oh je, oh je...'"

Dann ging das Rennen los, Hamilton führte überlegen, und Lauda sah seine Chancen schwinden. "Ich sagte mir: 'Lieber Gott, wenn du mir einmal helfen willst, dann lass den McLaren bitte ausfallen - sonst geht der da nie weg.' Zweimal habe ich mir das gedacht - zack - dann war das Getriebe kaputt." Diese Gelegenheit ließ sich Lauda nicht entgehen: "Ich habe ihn sofort mit SMS bombardiert. Er hat mir gleich geantwortet, er habe sich entschieden zu gehen. Dann haben wir drei Wochen später die Verträge gemacht", meint der Österreicher: "Das war eines der wichtigsten Puzzleteile, warum wir in diesem Jahr so erfolgreich waren."

Fotoquelle: xpbimages.com

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