Sebastian Vettel verabschiedet sich ohne Saisonsieg von Red Bull in Richtung Ferrari

Formel 1 2014

— 04.12.2014

Als Titelverteidiger ohne Saisonsieg: Vettel in guter Gesellschaft

Nach vier WM-Titeln en suite blieb Sebastian Vettel 2014 sieglos - In wessen Fußstapfen er damit tritt und wem die eindrucksvollste Titelverteidigung gelang



Nach vier WM-Titel in Folge wurde Sebastian Vettel in der Formel-1-Saison 2014 auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Während Daniel Ricciardo mit dem Red Bull RB10 drei Saisonsiege und Platz drei in der Gesamtwertung an Land zog, konnte Vettel als WM-Fünfter nicht an seine Erfolge aus den vorangegangenen Jahren anknüpfen.

Das beste Ergebnis des viermaligen Weltmeisters in seiner letzten Red-Bull-Saison war Platz zwei beim Grand Prix von Singapur. In Sepang, Montreal und Suzuka stand Vettel jeweils als Dritter auf dem Podest. In Barcelona und Austin fuhr er jeweils die schnellste Rennrunde. Aber: Siege waren für ihn anno 2014 ebenso Fehlanzeige wie Pole-Positions.

"Rennfahren ist eine Vertrauenssache", bemerkt Vettel gegenüber 'SonntagsBlick' und erklärt, weshalb er sich in der abgelaufenen Saison so schwer tat: "Wenn man das Gefühl dafür hat, wie weit man gehen kann, wie spät man bremsen und wann man einlenken kann, dann kann man sich anpassen. Aber dieses Jahr war das Auto oft eine Wundertüte."

Doch Vettel ist bei weitem nicht der erste Fahrer, der als amtierender Weltmeister keinen Saisonsieg zustande gebracht hat. Rücktritte und tödliche Unfälle außen vor gelassen, blieben in der 65-jährigen Geschichte der Formel-1-Weltmeisterschaft bereits zehn Fahrer vor Vettel im Jahr nach einem Titelgewinn sieglos: Juan Manuel Fangio (1952), Alberto Ascari (1954), Jack Brabham (1961), Phil Hill (1962), John Surtees (1965), Mario Andretti (1979), Jody Scheckter (1980), Nelson Piquet (1988), Damon Hill (1997) und Jacques Villeneuve (1998).

Ascari, Weltmeister der Jahre 1952 und 1953, trat 1954 nur bei vier Rennen an, fuhr dabei für drei verschiedene Teams, erreichte aber kein einziges Mal das Ziel. Brabham erlebte 1961 eine enttäuschende Saison mit nur vier WM-Punkten, nachdem er in den beiden Jahren zuvor jeweils den WM-Titel gewonnen hatte. 1966 schlug "Black Jack" eindrucksvoll zurück und gewann seinen dritten Titel.

Phil Hill stand 1962 als amtierender Ferrari-Weltmeister dreimal auf dem Podest. Gleiches gelang Surtees drei Jahre später. Andretti brachte es im Jahr nach seinem WM-Titel für Lotus nur auf einen Besuch auf dem Podium. Für Scheckter kam es im darauffolgenden Jahr 1980 noch dicker: Als amtierender Weltmeister errang der Südafrikaner mit dem nicht konkurrenzfähigen Ferrari 312T5 gerade einmal zwei WM-Punkte.

Piquet wechselte nach dem Gewinn seines dritten WM-Titels das Team. Der Lotus-Honda war jedoch 1988 keine Konkurrenz für die überlegenen McLaren-Honda. Der dritte Plätze waren für den Brasilianer im Jahr nach seinem Abschied von Williams alles, was möglich war.

Auch Damon Hill wechselte als amtierender Weltmeister die Fronten, trat 1997 nicht mehr für Williams, sondern für Arrows an. Auf dem Hungaroring verpasste der Brite denkbar knapp einen Sensationssieg am Steuer des A18. Jacques Villeneuve, Hills Nachfolger als Williams-Weltmeister, blieb nach dem Titelgewinn im Team, konnte 1998 ohne Werksunterstützung von Renault aber nicht mehr als zwei dritte Plätze einfahren.

Gleichzeitig befindet sich Vettel in der nur neun Namen umfassenden Liste, die sich als amtierender Weltmeister erneut die Krone aufsetzten. Vor ihm schafften dies Ascari, Fangio, Brabham, Alain Prost, Ayrton Senna, Michael Schumacher, Mika Häkkinen und Fernando Alonso. Am eindrucksvollsten gelang Schumacher 2004 und Vettel 2013 die Titelverteidigung: In diesen beiden Jahren brachten sie es jeweils auf 13 Saisonsiege.

Fotoquelle: Red Bull

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