Jarno Trulli ist auch als Ex-Formel-1-Pilot ein Mann der klaren Worte

Formel 1 2014

— 08.12.2014

Trulli rechnet mit der Formel 1 ab: "Goldene Ära ist vorbei"

Das Aus für Caterham und Marussia nimmt der Oldie zum Anlass, die Serie, die einstigen Hinterbänkler und ihre Paydriver scharf zu kritisieren



Der schleichende Niedergang Caterhams und Marussias stieß in der Motorsport-Szene auf viel Bedauern. Ganz anderer Meinung ist Jarno Trulli, der den Hinterbänklern keine Träne nachweint. "Sie haben nichts beigetragen", fällt der Italiener, mittlerweile selbst Teambesitzer in der Elektro-Monopostoserie Formel E, im Gespräch mit 'blogf1.it' ein hartes Urteil. Dabei war er in den Jahren 2010 und 2011 selbst für die damalige Leafield-Mannschaft Lotus unter Tony Fernandes unterwegs.

Trulli kann nicht nachvollziehen, dass einige Beobachter eine Schule für Youngster vermissen: "Es mag stimmen, dass die kleineren Teams immer in der Formel 1 gewesen sind, aber das waren gute", argumentiert der 40-Jährige und erinnert an einen weiteren früheren Arbeitgeber: "Zum Beispiel Minardi", erwähnt Trulli das 2005 in Toro Rosso aufgegangenen Dauerschlusslicht und erkennt noch mehr Qualität: "Sie hatten junge Fahrer, nicht nur Paydriver. Sie waren talentiert."

In der Tat waren unter anderem mit Alessandro Nannini, Giancarlo Fisichella, Mark Webber und Fernando Alonso Piloten für die Truppe aus Faenza unterwegs, die später große Erfolge feierten. "Die meisten haben ihre Karriere in der Formel 1 fortgesetzt", unterstreicht Trulli und suggeriert, dass für die Aktiven bei Caterham und Marussia eher das Geld als das Talent gesprochen hätte: "Ich bezweifele arg, dass irgendwem, der für Caterham oder Marussia gefahren ist, das auch gelingt."

Die Liste derer, die für die angesprochenen Teams unterwegs waren, gibt Trulli Recht: Max Chilton, Heikki Kovalainen, Witali Petrow, Charles Pic, Giedo van der Garde, Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson - nur der Schwede wird 2015 bei Sauber ein Einsatzcockpit in der Königsklasse haben, wobei der Fall Jules Bianchi hierbei auszuklammern ist. Die Lösung des Paydriver-Problems erkennt Trulli in einem Comeback der Konzerne: "Es war der größte Fehler der Formel 1, sich von den Herstellern getrennt zu haben. Ihr Abgang markiert das Ende der Goldenen Ära."

Der frühere Toyota-Pilot blickt auf Projekte, die über Marketingbudgets und nicht über die Mitgift der Fahrer finanziert wurden. Trullis Bestandsaufnahme fällt schonungslos und wenig schmeichelhaft für die Serie aus: "Es gibt ein paar wirkliche Teams und viele kleinere, die nur versuchen, zu überleben. Leider. Bernie Ecclestone hat Recht, wenn er sagt, dass einigen Teams einfach die Struktur fehlt."

Fotoquelle: Formel E

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