Claire Williams ist stolz auf die Erfolge ihres Teams in der abgelaufenen Saison

Formel 1 2014

— 10.12.2014

Claire Williams stolz: Sind auch ohne viel Geld erfolgreich

Ohne Geld kein Erfolg in der Formel 1? Claire Williams glaubt, dass die Leistungen des Williams-Teams 2014 ein perfektes Gegenbeispiel für diese Behauptung sind



Williams ist neben Mercedes wohl das Team, das am meisten von den neuen Regeln der Saison 2014 profitiert hat. Holte der Rennstall aus Grove 2013 lediglich fünf magere Zähler und belegte damit nur den neunten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, waren es in der abgelaufenen Saison ganze 320 Punkte und neun Plätze auf dem Podium. Das macht in der Endabrechnung WM-Rang drei hinter Mercedes und Red Bull.

Claire Williams, stellvertretende Teamchefin des Rennstalls, den ihr Vater Frank 1977 gründete, ist von diesem Aufschwung begeistert. "Wenn man bedenkt, wo wir in der vergangenen Saison standen, dann war es für uns eine unglaubliche Leistung, was wir im Vergleich zu Teams wie Ferrari erreicht haben, die mit einem doppelt so hohen Budget arbeiten", freut sich Williams gegenüber 'ESPN'.

Erstmals seit 1997, dem bis heute letzten Weltmeisterjahr des Teams, konnte Williams Ferrari in der WM wieder hinter sich lassen. Gleichzeitig ist der dritte Rang die beste Platzierung seit mehr als zehn Jahren. Zuletzt war man 2003 während der BMW-Ära so stark, als man Vizeweltmeister wurde. "Es ist so ein Erfolg und meiner Meinung nach sagt das alles, was es über die Diskussionen, die momentan geführt werden, zu sagen gibt", so Williams weiter.

Eine Anspielung auf die aktuelle Situation rund um die Verteilung der Gelder in der Königsklasse. Die kleineren Teams wie Force India, Sauber und Lotus fühlen sich unfair behandelt und fürchten, dass sie bald das gleiche Schicksal wie Caterham und Marussia ereilen könnte, die in der abgelaufenen Saison bereits in finanzielle Schieflage geraten sind. Angesichts der Williams-Erfolge 2014 will die 38-Jährige fehlende Gelder als Grund für den ausbleibenden sportlichen Erfolg allerdings nicht gelten lassen.

"Die Formel 1 ist was sie ist. Wir sind jetzt lange genug in diesem Sport, um das zu wissen", sagt Williams. Allerdings lässt sich wohl nicht bestreiten, dass das Team aus Grove 2014 auch durch den neuen Mercedes-Antrieb einen großen Pluspunkt hatte. "Mit Mercedes haben wir einen großartigen Motorenlieferanten und wir haben das große Glück, dass wir eine tolle Beziehung zu ihnen haben", erklärt Williams.

Mit Mercedes keine Siege?

Dass der Antrieb alleine allerdings noch kein Erfolgsgarant ist, belegt die Tatsache, dass Williams 2014 bestes Mercedes-Kundenteam war und McLaren und Force India in der WM klar hinter sich lassen konnte. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die besagen, dass ein Kundenteam niemals den Titel holen kann, solange Mercedes mit einem eigenen Werksteam in der Königsklasse aktiv ist.

"Man kann den Titel nicht gewinnen, wenn man nicht die besten Antriebsstränge erhält", hatte beispielsweise McLarens Ron Dennis vor einigen Monaten gesagt: "Dass man auf die selbe Marke setzt heißt nicht, dass man den Antrieb genauso optimieren kann. Man muss das Beste aus dem Motor herausholen, den man bekommt." Der 67-Jährige ist sich sicher, dass der Mercedes-Antrieb komplett auf die Anforderungen des Werksteams abgestimmt ist.

Dadurch müssen die Kundenteams bei der Konstruktion ihres Autos Rücksicht auf den Motor nehmen, während die Entwicklung bei einem Werksteam Hand in Hand stattfindet. McLaren hat bereits die Konsequenzen gezogen und wird ab 2015 mit Honda-Motoren antreten - quasi als Werksteam, denn einen anderen Kunden haben die Japaner nicht. Claire Williams ärgern solche Aussagen wie die von Dennis allerdings.

"Ich weiß, dass in der Presse behauptet wurde, dass man (als Formel-1-Team; Anm. d. Red.) nicht überleben könne, wenn man diese Unterstützung (durch einen Exklusivpartner) nicht hat. Das ist absolut nicht korrekt", stellt Williams klar und erklärt: "Wir haben viele Jahre überlebt - tatsächlich unsere gesamte Formel-1-Zeit - ohne einen Motorenhersteller, der sich nur um uns gekümmert hat. Es gibt keinen Grund, warum wir das nicht auch weiterhin schaffen sollten."

In seiner Formel-1-Geschichte hat Williams bisher unter anderem schon Motoren von Ford-, Honda- und Renault eingesetzt. Mit allen drei Partnern konnte man jeweils mehrfach die Weltmeisterschaft gewinnen. Trotzdem möchte Williams nicht ausschließen, dass man im Fall der Fälle zu Verhandlungen mit einem anderen Motorenpartner bereit wäre: "Momentan funktioniert das (mit Mercedes), aber wenn ein Motorenhersteller mit uns sprechen wollte, warum sollte man diese Gespräche dann nicht führen? Natürlich würden wir das machen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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