Der neue Teamchef Maurizio Arrivabene muss Ferrari neu ordnen

Formel 1 2014

— 11.12.2014

Ferrari-Teamchef Arrivabene: "Ein paar Siege wären 2015 okay"

Der neue Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene verrät seine Erwartungen für 2015, bricht eine Lanze für seinen Chef und geht mit Bernie Ecclestone auf Konfrontation



Ferrari befindet sich im Umbruch: Nach Teamchef Stefano Domenicali kam Marco Mattiacci, der nun wiederum von Maurizio Arrivabene ersetzt wurde. Boss Luca di Montezemolo ist ebenfalls Geschichte, er wurde durch Sergio Marchionne aus dem Amt bugsiert. Statt Fernando Alonso soll in Zukunft Sebastian Vettel die Scuderia retten und auch Chefingenieur Pat Fry und Chefdesigner Nikolas Tombazis wackeln gewaltig.

Doch wie will der neue Teamchef Arrivabene - eigentlich ein Philipp-Morris-Marketingfachmann - die Durststrecke beenden? Und welche Ziele hat er für die kommende Saison? "2015 würde es ausreichen, wenn wir ein paar Rennen gewinnen - eines mit Vettel und eines mit Räikkönen", sagt der Italiener gegenüber dem Blog von Ferrari-Insider Leo Turini.

Arrivabene: Vettel und Räikkönen sind Realisten

Er ist der Ansicht, dass Vettel und Räikkönen genau die richtige Persönlichkeit mitbringen, um Ferrari wieder in die Erfolgsspur zu führen. "Seb beginnt nun zu verstehen, was Ferrari darstellt. Kimi weiß es bereits. Zudem hat er zufälligerweise den Vorteil, ein normaler Kerl in der Formel-1-Welt zu sein. Einer Welt, in der viele - Vettel glücklicherweise nicht - den Bezug zur Realität verlieren."

Geduld sei jedoch nötig: "Wenn mich die Leute fragen, wie lange es dauern wird, bis sich die Dinge ändern werden, dann antworte ich, dass ich keinen Zauberstab besitze." Mit konzentrierter Arbeit sollte die Krise aber bewältigt werden können: "Niemand von uns ist hier, um die Vergangenheit zu bereuen. Wir sind hier, um die Zukunft aufzubauen."

Eine Lanze für Marchionne

Ferrari-Insider befürchteten nach dem Wechsel an der Konzernspitze, dass Montezemolo-Nachfolger Marchionne einen bürokratischeren Zugang habe und die Leidenschaft für das Springende Pferd vermissen lässt. Diese Gefahr sieht Arrivabene ganz und gar nicht: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Marchionne uns bei unserem Kampf beisteht. Ihr werdet sehen: Mit der Zeit werden auch die Zweifel derer, die ihn nicht kennen, verschwinden."

Er selbst habe erst einen Brief an die Belegschaft verschickt, in dem er klarmachte, dass "das Symbol Ferraris weltweit seinesgleichen sucht" und das die italienische Traditionsmarke ausmache. Daher dürfe man sich den maximalen Erfolg zugestehen.

Und auch politisch brachte er sich gleich in Position - und zwar auf Kollisionskurs mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Der 84-jährige Brite meinte kürzlich, dass ihn die junge Generation, die ohnehin kein Geld habe, nicht interessiere und für Formel-1-Sponsoren wie Rolex die ältere Zielgruppe attraktiver sei, weil diese sich die Luxusprodukte auch leisten kann.

Ferrari: Steuersitz bald in Großbritannien?

"Politisch gesehen stellt sich Ferrari nicht die Frage, was für unsere Firma richtig ist, sondern für jeden, der diesen Sport liebt", sagt Arrivabene. "Wer auch immer diesen Sport führt, muss erkennen, dass wir ein Publikum zurückgewinnen müssen. Ich habe kein Interesse an Reden über Rolex. Ich wünsche mir eine Formel 1, die so populär wie die Olympischen Spiele oder die Fußball-WM ist. Das war einmal der Fall, und wir müssen wieder auf dieses Niveau zurückkommen."

Zumindest aus Unternehmenssicht könnte Ferrari aber in Zukunft doch auf Werte und Traditionen verzichten - um Steuern zu sparen. Wie der Mutterkonzern FIAT- Chrysler plant der Luxus-Sportwagenhersteller laut 'Bloomberg', seinen Steuersitz von Maranello nach London zu verlegen. Die Produktion und auch das Formel-1-Team sollen aber weiterhin in Maranello bleiben. Hintergrund des Schrittes ist der für 2015 geplante Börsengang mit zehn Prozent der Firmenanteile. In Großbritannien wurde 2012 die Unternehmenssteuer gesenkt.

Fotoquelle: xpb.cc

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