Die Formel-1-Antriebe sollen billiger und stärker werden

Formel 1 2014

— 20.12.2014

Formel 1 erhält 2016 neues Motorenreglement

1.000 PS und deutlich günstiger: Die Formel 1 ist nach den Worten von Bernie Ecclestone bei der Entwicklung eines neuen Motorenreglements auf Kurs



Obwohl es beim Treffen der Strategiegruppe am Donnerstag Widerstand gegen die Pläne gab, ist die Formel 1 bei der Entwicklung eines neuen Motorenreglements für die Saison 2016 nach den Worten von Bernie Ecclestone auf Kurs. Gegen die 1,6-Liter-V6-Turbos hatte sich Ecclestone schon vor deren Einführung in diesem Jahr ausgesprochen. Die neuen Motoren sind wesentlich leiser als die zuvor verwendeten 2,4-Liter-V8-Motoren und zudem mit rund 38 Millionen Euro pro Jahr fast doppelt so teuer.

Das führte in den vergangenen beiden Monaten zum Untergang von Marussia und Caterham und veranlasste Ecclestone zu der Aussage: "Das größte Problem sind die Antriebseinheiten, die wir nicht brauchen und die nichts Positives zur Formel 1 beitragen. Sie sind teuer, sogar sehr teuer, und das hat möglicherweise für die meisten Probleme gesorgt."

Ecclestone hatte daher der Strategiegruppe vorgeschlagen, zu den V8 zurückzukehren. Die Strategiegruppe besteht aus Vertretern des Automobil-Weltverbandes FIA als Regelhüter, sechs Teams und Eccelstone. Trotz aller Bemühungen konnte sich Ecclestones Vorschlag aber nicht durchsetzen.

Hersteller halten an V6-Motoren fest

"Niemand will die Motoren verändern, alle sind glücklich. Die Situation ist mehr oder weniger unverändert, wir haben keine großen Fortschritte gemacht. Im Januar findet ein weiteres Treffen statt, bei dem die Teams etwas Positives vorlegen müssen. Sollten sie das nicht tun, werden wir ihnen sagen, wie es laufen soll", so Ecclestone.

Damit bestätigt Ecclestone einen Bericht des deutschen Fachmagazins 'auto, motor und sport'. Dort heißt es, Ecclestones Vorschlag habe noch kein "definitives Ergebnis" gebracht, dennoch sei die Formel 1 bei der Entwicklung eines neuen Reglements für 2016 auf Kurs. Die Triebwerke sollen lauter, stärker und billiger werden. Das Ziel sind 1.000 PS und maximal 10 Millionen Euro pro Team, heißt es in dem Bericht. Eine Arbeitsgruppe soll bis zum von Ecclestone erwähnten Treffen Ende Januar konkrete Vorschläge ausarbeiten.

Die V6-Motoren werden bis Ende 2020 verwendet. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, 2016 die Motoren zu verändern. Ein früherer Wechsel würde laut Ecclestone eine einstimmige Entscheidung aller Teams voraussetzen. "Das wird aber nie passieren, weil Mercedes dem niemals zustimmen wird", sagt er. "2016 könnten wir auch ohne eine einstimmige Entscheidung etwas machen. Darum geht es beim Treffen im Januar. Die Leute machen beim Thema Kosteneinsparung keine großen Fortschritte."

Keine Fortschritte bei der Kostenreduzierung

Ecclestone verweist darauf, dass die Strategiegruppe im April seinen Vorschlag, die Budgets der Teams auf 165 Millionen Euro pro Jahr zu deckeln, abgelehnt habe. Dadurch wäre das Feld enger zusammengerückt, und Marussia und Caterham wären vielleicht nicht vor die Wand gefahren worden.

Bei Marussia scheint eine Rückkehr mittlerweile ausgeschlossen, nachdem das Team in dieser Woche fast 1.000 Ausrüstungsgegenstände versteigern ließ, um die offenen Rechnungen zu bezahlen. Dennoch besitzt das Team immer noch einen Startplatz in der Formel 1. Sollte es in der nächsten Saison an den Start gehen, hätte es laut Ecclestone Anspruch auf rund 43,5 Millionen Euro Preisgeld, die ein wesentlicher Baustein zur Rettung wären.

"Wenn Marussia jemanden findet, der genug Geld für ein ganzes Jahr hat und wir dem zustimmen, wäre alles wie gehabt", so Ecclestone, der in dieser Woche von der Formel-1-Dachgesellschaft Delta Topco wieder zum uneingeschränkten Formel-1-Geschäftsführer ernannt wurde, nachdem er im Zuge des Bestechungsprozesses von Teilen seiner Aufgaben entbunden worden war.

Ecclestone will nicht Formel-1-Vorsitzender werden

Nach Zahlung von rund 80 Millionen Euro war der Prozess im August eingestellt worden. Derzeit droht Ecclestone in Deutschland ein Zivilprozess, von dem sein Anwalt aber im August schon gesagt hatte, er habe "überhaupt keine Chance."

Dennoch wird über seine Position als Formel-1-Boss seitdem heftig spekuliert. Zuletzt wurde berichtet, Getränkemanager Paul Walsh sollte Vorstandsvorsitzender der Formel 1 werden und einige von Ecclestones Aufgaben übernehmen. Am Donnerstag wurde Walsh dann jedoch zum nicht-exekutiven Direktor, aber nicht zum Vorsitzenden gewählt.

"Dieser Job wurde ihm auch nie angeboten. Darüber wurde im Vorstand nie gesprochen, also gab es auch kein Angebot", so Ecclestone. Der aktuelle Formel-1-Vorsitzende Peter Brabeck-Letmathe wird Berichten zu Folge wegen einer langwierigen Krankheit zurücktreten. Ecclestone meint hierzu: "Wir werden jemanden finden, es kommen viele Leute in Frage. Es geht darum, die richtige Person zu finden. Das wird möglicherweise bei der nächsten Vorstandsitzung im neuen Jahr passieren. Vorsitzender will ich nicht werden, dass ist das letzte, was ich gebrauchen kann."

Fotoquelle: Renault

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