Formel 1

Stühlerücken in der Königsklasse Stühlerücken in der Königsklasse

Formel 1

— 19.09.2002

Stühlerücken in der Königsklasse

Die Fahrer Mika Salo und Allan McNish wurden gefeuert. Jetzt steht auch Designer Gustav Brunner bei Toyota in der Schusslinie.

Wer fliegt als Nächster?

Als Tiger abgesprungen, als Hund gelandet: Auf diese Kurzformel könnte man Toyotas Start in den Grand-Prix-Sport bringen. Sensationellen sechsten Plätzen zum Debüt sowie in Rennen drei in Brasilien, jeweils durch Mika Salo herausgefahren, folgten zwölf Nullrunden. "So langsam rumort es bei uns", heißt es aus höchsten Teamkreisen. Als erste Reaktion wurde unlängst überraschend beiden Fahrern (auch Allan McNish) zum Saisonende gekündigt. Dass Salos vorzeitige Vertragsauflösung zehn Millionen Dollar kostet, beweist den Druck, unter dem das Toyota-Team agiert.

Auch die lang ersehnten ersten Fahrzeugänderungen eines ursprünglich strikt auf Haltbarkeit ausgelegten Renners, die nach Windkanaleröffnung ab Ende April 2002 in Serie vom Band rollen sollten, brachten nichts ein. Der Toyota blieb mangels Anpressdruck in schnellen Kurven viel zu langsam. Und das, obwohl Toyota mit dem viertbesten Motor (zirka 830 PS) zu den "stärksten" Teams gehört.

Das Fahrzeugproblem ist indes erkannt. Schon seit Juni konzentriert sich Toyota auf die Konstruktion für 2003. Konstrukteur Gustav Brunner (Jahresgehalt: vier Millionen Dollar), der auch mit der Teamentwicklung zurückhängen soll, steht auf der Abschussrampe. Angeblich wird ihm zunächst Sergio Rinland (zuletzt Arrows) zur Seite gestellt. Der neue Motor von Norbert Kreyer (leichter, stärker, flacher) läuft schon ab dieser Woche in Le Castellet im Test, wird für 2003 noch mit Siebenganggetriebe verknüpft.

Wer kommt noch rein?

Und was geht sonst in der Formel 1 ab? Wichtigste Personalie vom Wochenende: Jacques Villeneuve bleibt trotz 50-Millionen-Angebot aus der US-ChampCar-Serie bei BAR. Auch Alt-Star Eddie Irvine fährt wohl weiter Formel 1. Der Renndritte lobte Jordan als das "effizienteste unter den kleinen Formel-1-Teams". Große zeigen kein Interesse am Jaguar-Routinier. Offenbar wirkt der Einfluss von Jordan-Sponsor Benson & Hedges zu Irvines Gunsten. Er startet angeblich für zwei Millionen Dollar sowie eine Million Euro pro Punkt.

Neben Formel-3-Ass Gary Paffet, der als Testfahrer anheuern will, hofft Anthony Davidson nach zwei guten Minardi-Gastrennen auf einen Stammplatz bei Jordan, wo Takuma Sato trotz Zweijahresvertrags den Abgang zu Toyota plant.

Dort testen diese Woche Helio Castroneves und Stéphane Sarrazin. Felipe Massa und Christiano da Matta bleiben Toyota-Topkandidaten. So gut wie fest bei Minardi für 2003: Jos Verstappen, der mit Teamchef Paul Stoddart bei Tyrrell (1998) zusammengearbeit hat, und Formel-3000-Vorjahres-Champion Justin Wilson trotz 1,90 Meter Größe.

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