Formel 1

Ecclestone greift Ferrari-Chef an

Formel 1

— 16.10.2002

Ecclestone greift Ferrari-Chef an

Der Streit zwischen Ferrari und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone spitzt sich immer mehr zu. Und Schumi gerät zwischen die Fronten.

"Die Furie Ecclestone gegen Ferrari"

Im Streit zwischen Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone kommt jetzt auch Michael Schumacher ins Spiel. "Wenn Ferrari das Geld nicht reicht, sollen sie weniger ausgeben", wies Ecclestone die Forderung von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo nach mehr Geld für die Teams zurück. "Wenn Montezemolo Schumacher ein vernünftigeres Gehalt zahlen würde, hätte er 40 Millionen Dollar mehr im Jahr", erklärte Ecclestone im Interview der italienischen Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport".

Das Blatt wertete die heftige Reaktion des Formel-1-Chefs als Angriff auf den italienischen Rennstall. "Die Furie Ecclestone gegen Ferrari", titelte die Zeitung. Montezemolo hatte "80 Prozent der Gesamteinnahmen der Formel 1 für die Rennställe" gefordert. Ecclestone lehnte dies ab und verwies auf eine 1996 auch von Ferrari unterzeichnete Vereinbarung. Demnach kassierten die Teams 47 Prozent der TV-Einnahmen. "Und Ferrari bekommt mehr als jedes andere Team", ergänzte Ecclestone.

"Montezemolo sagt seit längerem, dass ich zu viel Geld nähme", beschwerte sich der 71-jährige Brite. "Er versteht es einfach nicht. 2008 läuft unsere Vereinbarung aus, dann kann Montezemolo neu verhandeln, was ihm nicht passt", meinte er weiter.

Jean Todt verteidigt Ferrari-Position

Das Verhältnis zwischen Ecclestone und Montezemolo ist merklich abgekühlt, seit der mächtige Engländer zusammen mit Weltverbands-Präsident Max Mosley die Dominanz des Weltmeister-Teams durch Regeländerungen in der nächsten Saison brechen will.

Vorschläge zur Einführung eines Fahrer-Wechsels oder der Anbringung von Strafgewichten an den Autos für jeden WM-Punkt hatte Montezemolo als "schwachsinnig" bezeichnet und mit Ferraris Rückzug aus der Formel 1 gedroht. Am 28. Oktober entscheidet die Formel-1-Kommission in London über die Reformvorschläge. Einen Tipp, welche Reformen die nötigen 18 von 26 Stimmen von Teams, Sponsoren und Verbandsfunktionären erhalten werden, wollte Ecclestone nicht abgeben.

Unterdessen hat Ferrari-Teamchef Jean Todt die Position des Weltmeister-Rennstalls in der Debatte über fehlende Spannung in der Formel 1 verteidigt. "Meine Aufgabe ist es, mit Ferrari so erfolgreich wie möglich zu sein. Es ist hingegen nicht meine und nicht Michaels Aufgabe, für bessere Unterhaltung zu sorgen", sagte der Franzose in einem "SPORT BILD"-Interview. Derzeit wolle er sich an den Spekulationen über Regeländerungen nicht beteiligen. Er spreche mehrfach pro Woche mit Ecclestone und Mosley. Man müsse abwarten, was von den Vorschlägen überhaupt umgesetzt werden soll.

Bei der breiten Masse stoßen die geplanten Regelverschärfungen jedenfalls auf wenig Beifall: 75 Prozent halten die "Ferrari-Benachteiligungspläne" der FIA für "völligen Käse", ergab eine aktuelle Umfrage von autobild.de. 22,11 Prozent der knapp 2600 Teilnehmer meinen zwar, "die Schumi-Dominanz nervt". Aber nur 74 User (2,85 Prozent) sagen: Eine Regelverschärfung "muss wohl sein."

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