Formel 1

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— 16.10.2002

Genie oder Gauner?

BMW-Motorenchef Dr. Werner Laurenz soll McLaren-Mercedes retten. Ein López-Fall?

BMW-Motorenchef Dr. Werner Laurenz verlässt sein Team. Sein Nachfolger wird Heinz Paschen, sein bisheriger Stellvertreter. Der Hammer: Dr. Laurenz wechselt eine Etage tiefer. Vom WM-Zweiten zum WM-Dritten, Mercedes. Vom Gehalt her wird er das kaum bereuen. BMW knausert gerne, Mercedes klotzt umso lieber.

Man könnte es einen fetten Fischzug von Mercedes-Sportchef Norbert Haug nennen. Laurenz gilt offiziell als Gehirn des Formel-1-Topmotors, des BMW P 82 (und des Nachfolgers P 83). Nach der Bennung von Hans-Ulrich Maik zum Chef der technischen Entwicklung in Stuttgart ist die Laurenz-Personalie die wohl letzte Ohrfeige für Mercedes aktuellen Motorenchef, Mario Illien. Der Kopf der Weltmeister-Maschinen von 1998 und 1999, der für 2002 30 PS zu wenig erfand, wird überflüssig. Er sagt: "Ich habe andere Möglichkeiten." Über Dr. Laurenz: "Den kenne ich nicht."

Andere schon: Er wurde 1996 bei Audi gewissermaßen unehrenhaft entlassen. Er habe "krumme Dinger gedreht", heißt es. Man endete vor Gericht. Sein Studien-Freund Dr. Theissen holte ihn später zu BMW. Dort setzte er die Arbeit von Paul Rosche und Andy Cowell (Cosworth) fort, dem wahren Kopf der übersinnlichen BMW-Power.

Laurenz soll seither das Rosche-Team und etliche andere Mitstreiter (insgesamt 58!) abgesägt haben. Mitte September begann er, in München angeblich eifrig Papiere einzusammeln. Ein Ex-Kollege: "Ein López-Fall. Ich nenne das kriminell. Das wird folgen haben. Und wofür? Der übernächste Mercedes-Motor wird eine Kopie des nächsten BMW. Damit gewinnst du sowieso nicht."

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