Formel 1

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— 11.03.2003

Wird Berger der neue Ecclestone?

Gerhard Berger beendet die Zusammenarbeit mit BMW. Aber ganz will der sterreicher sich nicht aus der Formel 1 zurckziehen.

"Ich hab's eilig", sagte Gerhard Berger (43), als er am Sonntag (9.3.) quasi mit der Zieldurchfahrt in Melbourne aus dem Fahrerlager rannte. Seine atemlose Begrndung: "Die Pension wartet auf mich!" Australien war sein letzter Grand Prix. Berger und BMW wollen ihren Vertrag aber bis 30. September 2003 einhalten. Der Tiroler verdient ca. 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Aber da er nicht mehr zu den Rennen kommen wird, kann das nur heien, dass seine weitere Ttigkeit fr BMW darin besteht, sich bezahlen zu lassen. Technik-Direktor Dr. Mario Theissen bernimmt Bergers Amt in Personalunion.

Gerhard berger hat in Mnchen keine Aufgabe mehr. Denn BMWs Teamaufbau, seit 1998 erfolgreich von ihm betrieben, ist abgeschlossen. Die Herausforderung, ein eigenes Auto zu bauen, sei seitens der mchtigen Marketingstrategen Kalbfell und Guliani, zwei Berger-Gegner, vom Tisch. Aber das ist nicht alles: "Ich werde mich nicht nur an den Strand legen", sagt der Lebemann, "brauche aber Zeit fr meine Familie." Seine Tchter kennt der Weltenbummler und Eigen-Manager Berger nur recht flchtig. Damit soll Schluss sein. Auch das Siechtum des an Kehlkopfkrebs erkrankten Busenfreunds Barry Sheene (Ex-Motorrad-As), sonst als Local Hero immer in Melbourne zu Gast, lsst Berger innehalten.

"Aber ihr seht mich wieder", kndigt der sterreicher an. Jngste Theorie: Berger soll als neuer Manager der Herstellervereinigung GPWC (Grand Prix World Championship) mit Mercedes, BMW, Renault, Ford und Fiat das Ruder bernehmen. Die GPWC will die Formel-1-Vermarktung bernehmen oder ab 2007 in eigener Regie eine Alternativserie austragen. Sie bentigt dringend einen "eigenen Bernie Ecclestone". Berger wird von allen Teamchefs und Herstellern als Ideallsung zur Rettung der Formel 1 gehandelt. Er gilt als Fachmann, Verhandlungsgenie und geschickter Vermittler.

Dagegen gehrt das Gercht, dass Berger als neuer Kopf fr einen Einstieg des Volkswagen-Konzerns in die Formel 1 gehandelt wird, endgltig ins Land der Fabeln. Sowohl VW-Chef Bernd Pischetsrieder als auch Audi-Boss Martin Winterkorn haben zum wiederholten Male ein Formel-1-Engagement dementiert. Grund: zu hohe Kosten, Erfolg zu schwer kalkulierbar.

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