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Schumachers neue Herausforderungen Schumachers neue Herausforderungen

Formel 1

— 02.04.2003

Schumachers neue Herausforderungen

Kritik, Gerüchte, altes Auto, junge Konkurrenten – der Formel-1-Weltmeister hat plötzlich jede Menge Probleme.

Schumacher hält an Renningenieur Dyer fest

Eigentlich wollte Michael Schumacher mal nicht an Drehzahlen und Pferdestärken denken. Unbeschwert nach Santos fliegen, in die brasilianische Hafenstadt nahe Sao Paulo, die durch die Samba-Kicker zu Glanz und Ruhm gelangte. Und die Pflicht mit Kür verbinden: Vor dem Großen Preis von Brasilien, der am Sonntag in Interlagos startet, trainierte Fußball-Fan Schumacher kurzerhand beim FC Santos, dem ehemaligen Verein der Fußballlegende Pele. Danach lief der Rennfahrer mit den Profis des zweimaligen Weltpokalsiegers für ein Wohltätigkeitsspiel zugunsten des Weltkinderhilfswerks Unicef im legendären Maracana-Stadion auf.

Doch vor dem Spaß musste sich der Ferrari-Pilot noch im Krisenmanagement versuchen. Denn in Deutschland hatte BILD das erste Opfer einer angeblichen Ferrari-Krise geortet: Schumachers Renningenieur Chris Dyer. Der bedauernswerte Australier soll nach den ersten beiden Saisonrennen von der Ferrari-Führung kalt gestellt worden sein. "Das ist kompletter Blödsinn," dementierte Schumacher verärgert: "Chris Dyer ist und bleibt mein Renningenieur. Weder ist er mein Chef-Mechaniker, noch wurde er gefeuert – schon gar nicht von mir."

Dass sich Schumachers ehemaliger Renningenieur Luca Baldisseri zuletzt wieder unter die roten Mechaniker an der Rennstrecke gemischt hatte, schürte offenbar das Gerücht. Tatsächlich wurde der Italiener nach dem Ende der vergangenen Saison zum Chef des Testteams befördert, tauchte aber vor knapp zwei Wochen in Sepang in der Ferrari-Box auf: "Man hat mich gebeten, nach dem unglücklichen Auftaktrennen in Australien zur Rennstrecke zurückzukommen", sagte Baldisseri der WELT. "Ich soll Technikchef Brawn assistieren, werde aber nicht als Renningenieur arbeiten."

Montoya glaubt nicht an Ferrari-Sieg

Auf die nicht nachlassende Kritik aus Italien ("eine katastrophale Leistung von Ferrari") reagiert Schumacher weiter gelassen: "Wenn man Fehler macht, darf man nicht erwarten, dass man gelobt wird. Insofern kann ich mit der Kritik gut leben." Der 34-Jährige blicke "lieber nach vorne" und will sich nach den Plätzen vier und sechs bei den ersten beiden WM-Läufen "in Sao Paulo steigern".

Schumachers Rivale Juan Pablo Montoya glaubt noch nicht an eine Wende zu Gunsten des Konstrukteursweltmeisters: "Es wird hart für Michael in Brasilien. Es würde mich überraschen, wenn Ferrari am Sonntag gewinnt", sagte der kolumbianische BMW-Williams-Pilot, der sich selber "große Hoffnungen für Brasilien" macht.

Michael Schumacher ist auf dem neu asphaltierten Kurs von Interlagos zwar Titelverteidiger. Doch während der Ferrari F2002 bei seinem Renndebüt im Vorjahr die Feuertaufe glänzend bestand, steht Michael Schumacher am Sonntag (6.4.) der neue F 2003-GA noch nicht zur Verfügung. Trotz eines neuen Rundenrekords auf der Ferrari-Hausstrecke in Fiorano verzichtete die Scuderia auf seinen Einsatz. "Der neue Wagen ist zwar ein Siegerauto, aber er ist noch nicht ganz bereit", sagte Schumacher.

Räikkönen und Alonso auf Schumis Spuren

Der neue Bolide hat noch zu wenig Kilometer auf dem Tacho, und die Vorderradaufhängung scheint den Ferrari-Ingenieuren Probleme zu bereiten. Zwei Mal binnen einer Woche hatte Testfahrer Luca Badoer in Jerez und Mugello schwere Unfälle, jeweils in schnellen Kurven. Ferrari spricht offiziell von "technischen Problemen". Allein: Um die Sicherheit für die Fahrer vollständig zu gewährleisten, sind ausgiebige Tests notwendig.

Noch können die Italiener ihren Entwicklungsvorsprung halten. "Ferrari hat nach wie vor das stärkste Paket", sagt Ex-Weltmeister Jackie Stewart. Nur die "besonderen Umstände" konnten die Roten stoppen, glaubt Michael Schumacher. Ein Umstand sei, dass sich McLaren-Mercedes und Reifenpartner Michelin "dramatisch verbessert" haben. "Ferrari hat im Winter immer wieder auf die Stärke der Silberpfeile hingewiesen", sagt Schumacher: "Offenbar lagen wir da nicht so falsch."

In Malaysia machte Schumacher zudem seit langem wieder Bekanntschaft mit der jungen talentierten Fahrergeneration. McLaren-Pilot Kimi Räikkönen, der Sieger von Sepang, und der Drittplatzierte Fernando Alonso im Renault stuft Schumacher als starke Widersacher ein, die das Zeug haben, den Weltmeister zu beerben. "Ich habe nie verheimlicht, dass ich die beiden Jungs für potenzielle Champions halte, und sie haben das ja auch schon vor diesen beiden Rennen häufig genug bewiesen", lobt Schumacher. "Das ist eine Herausforderung, aber ich mag Herausforderungen."

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