Formel 1

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— 07.08.2003

Frentzen Heidfelds Retter?

Einmalig: Der Routinier bietet zugunsten des jüngeren Gladbachers seinen Rücktritt an. Und hat im Kampf um die Restplätze dennoch die besseren Karten. Villeneuve mit viel Geld ohne Zukunft?

Heinz-Harald Frentzen (36) wirft das Handtuch. Der Sauber-Pilot bat sein Team für den Fall, dass es ab 2004 nur einen seiner aktuellen Fahrer weiterverpflichten könne, auf den zehn Jahre jüngeren Nick Heidfeld zu setzen. Er wünschte Sauber bereits "viel Glück für die Zukunft".

"Dass ein Fahrer in der Formel 1 auf ein Cockpit verzichtet, hat es wohl noch nie gegeben", sagt Teamchef Peter Sauber. Der soll auf Druck von Motorpartner Ferrari seinen Ex-Fahrer Felipe Massa (derzeit Ferrari-Testfahrer) zurücknehmen und ihn als Schumi-Beifahrer für 2005 aufbauen. Im Gegenzug bietet Ferrari aerodynamisches Know-how. Massas Rückkehr gilt als beschlossen.

Sauber will überdies seinen Lieblingsfahrer Giancarlo Fisichela (Jordan) verpflichten. Doch der Römer (ein GP-Sieg) möchte sich nicht über 2004 hinaus binden, um 2005 anstelle von Juan Pablo Montoya bei BMW-Williams oder David Coulthard bei McLaren-Mercedes unterzukommen. Sein Manager Enrico Zanarini bot ihn vergeblich bei Toyota an, wo beide Fahrer – Olivier Panis und Cristiano da Matta – auch 2004 an Bord bleiben.

Falls Sauber/Fisichella noch zusammenfinden, steht auch Heidfeld auf der Straße. Frentzen (fünf WM-Zähler mehr) kam dem Rauswurf nun zuvor, steht mithin ohne Druck sowie als Wohltäter und Transfersieger fest. Heidfeld indes ist in Gefahr. Sein Manager Werner Heinz spekuliert auf den freiwerdenden BAR von Jacques Villeneuve, dem auch zehn Millionen Dollar Sponsor-Mitgift kaum helfen werden. Villeneuve: "Vielleicht mache ich ein Jahr Pause wie einst Prost und Lauda, bevor sie zurückkehrten und weitere WM-Titel holten."

BAR hat eine Option auf Takuma Sato (derzeit Testpilot), der in Japan gefeiert und von BAR-Motorenpartner und -Sponsor Honda gefordert wird. Die "BAR" ist damit geschlossen, also dürfte Heidfeld am Wochenende seinen vorerst letzten Heim-GP in Hockenheim gefahren sein. Und Frentzen? Der ist nun plötzlich bei Jordan, wo er 2001 spektakulär gefeuert wurde, Wunschpilot Nr. 1. Die Nr. 2 muss fünf Millionen Dollar mitbringen.

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