Formel 1

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— 24.10.2007

Hamilton will den Titel nicht geschenkt

Der in letzter Minute abgefangene McLaren-Pilot möchte nicht durch einen erfolgreichen Protest seines Teams Weltmeister werden: "Das wäre falsch. Ich will auf der Strecke gewinnen." Sportchef Norbert Haug betont nun, dass das auch nicht geplant ist: "Es geht nicht darum, den WM-Titel am grünen Tisch zu gewinnen."

Die Formel-1-WM 2007 endet definitiv am grünen Tisch, aber den WM-Titel will Lewis Hamilton gar nicht mehr haben. "Das wäre falsch. Ich will auf der Strecke gewinnen. Man will es mit Stil machen, mit einem Sieg im Rennen oder zumindest einem Kampf um die Spitze", sagte der 22 Jahre alte McLaren-Mercedes-Pilot aus England, der am Sonntag durch Rang sieben im spannendsten Saisonfinale seit 21 Jahren in Sao Paulo den Titel noch an Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen verloren hatte. "Aufzurücken, nachdem andere Fahrer rausgeworfen wurden, ist nicht der Weg, auf dem ich es schaffen will." Sein Team beharrt auf dem Protest gegen die nicht erfolgte Disqualifikation von Nico Rosberg, Robert Kubica und Nick Heidfeld, will damit aber nach eigener Aussage nicht nachträglich den Titel holen. "Es geht unserem Team nicht darum, den WM-Titel am grünen Tisch zu gewinnen, es geht um die Klärung der Basis zur Einhaltung von eindeutigen Reglements – dies ist im Übrigen im Interesse aller Teams", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug in einer offiziellen Presseerklärung am Dienstag: "Dieser Einspruch soll eindeutige Klärung schaffen und bestätigen, was in der Sporting Working Group abgesprochen wurde, nämlich die Festlegung des Temperaturlimits für den benutzten Sprit."

Die schriftliche Ausfertigung des Einspruchs musste am Dienstag bis Mitternacht beim Automobil-Weltverband FIA in Paris eingehen. Die Frist dafür betrug 48 Stunden, nachdem die Silberpfeile in Sao Paulo fristgerecht innerhalb einer Stunde ihre Absicht zum Protest erklärt hatten. Über einen Verhandlungstermin wird erst nach Eingang des Einspruchs entschieden. Dem Berufungsgericht der FIA bleibt allerdings für die brisante Sitzung ein eleganter Königsweg, um die Angelegenheit salomonisch zu lösen. Laut Artikel 168 des International Sporting Code können die Rennkommissare im Falle von Disqualifikationen einzelner Fahrer entscheiden, ob dahinter platzierte Piloten aufrücken. Da die Kommissare in Sao Paulo von Disqualifikationen für Rosberg (Wiesbaden/Williams-Toyota), Kubica (Polen) und Heidfeld (Mönchengladbach/beide BMW-Sauber) wegen zu kalten Benzins absahen, stellte sich diese Frage zunächst nicht. Das Berufungsgericht könnte sich aber auf den gleichen Passus berufen und selbst bei nachträglichen Ausschlüssen McLaren-Mercedes-Pilot Hamilton auf dem siebten Platz belassen. Räikkönen bliebe in dem Fall Weltmeister.

Ein Ausgang, mit dem Hamilton zufrieden wäre. "Es würde sich seltsam anfühlen, nachdem Kimi in den letzten beiden Rennen einen so fantastischen Job gemacht hat", sagte der 22-Jährige, nachdem er in China und Brasilien ein 17-Punkte-Polster auf den "Iceman" verspielt hatte: "Er hat gewonnen, und es ihm jetzt wieder wegzzunehmen, wäre ein bisschen grausam und möglicherweise nicht gut für den Sport."



 

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