Formel 1

Formel 1

— 22.09.2004

Die Formel ohne Ford

Der Rückzug der Amerikaner reißt ein Riesenloch. Bernie Ecclestone fordert jetzt den Einsatz von drei Wagen pro Werksteam.

Das Erdbeben, lange erwartet, ist da: Mit Ford zieht sich der erste große Hersteller aus Kostengründen (1,3 Milliarden Verlust seit Ende 2002 in Europa) aus der Formel 1 zurück. Vorige Woche kündigte der Vorstand von Jaguar und Land Rover, Joe Greenwell, an, daß Konzernmutter Ford "entschieden habe, nicht länger mit einer ihrer Marken in der Formel 1 anzutreten". Und: "Wir bieten das Jaguar-Team zum Verkauf."

Zum Ford-Empire zählen ebenfalls PI (Elektronik) sowie Motorenhersteller Cosworth. Damit stehen 560 Mitarbeiter auf der Straße. Und falls sich kein Investor für die Ford-Hinterlassenschaft oder ein neuer Motorenpartner findet, stehen auch die Cosworth-betriebenen Teams von Jordan und Minardi vor dem K.o. Nach jetzigem Stand verliert die Formel 1 damit für 2005, wie von Bernie Ecclestone bereits befürchtet, drei Teams. Und steht 2005 nur noch mit 14 Autos da. Zwei weniger als im Concorde-Abkommen garantiert sind; und vier weniger, als Ecclestone den TV-Anstalten vertraglich zugesichert hat.

Dies ist die Ausgangssituation, mit der sich die in der F1 engagierten Werke (Mercedes-Benz, BMW, Fiat, Renault, Honda und – noch – Ford), die mit einer Alternativserie drohen, diese Woche zu einem Meeting treffen. F1-Boß Ecclestone will aus der Not eine Tugend machen und fordert von ihnen den Einsatz eines dritten Autos. "Dann hätten wir eine bessere Formel 1." Er setzt offenbar voraus, daß die Hersteller ca. 30 Millionen Dollar pro Jahr mehr investieren.

Tatsächlich wollen sie mehr verdienen. Nun haben sie ein Pfand, um ihre Forderungen durchzusetzen: höhere Gewinnbeteiligung und Abschied von den ab 2006 geplanten 2,4-Liter-Motoren. Der Rückzug kostet Ford zwölf Millionen Dollar (250.000 pro verpaßtem GP bis 2007). Jaguar hofft auf Käufer: F3000-Teamchef Horner, Red Bull, Stahlkonzern Dofasco aus Kanada oder die LG-Gruppe (Haushaltsgeräte) aus Korea.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.