Formel 1

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— 15.03.2005

Schumi im Urlaub, Bridgestone sauer

Ärger um Ferraris Fahrerwahl beim Test in Jerez: Reifenpartner Bridgestone wollte einen Stammpiloten.

Nach Michael Schumachers Nullrunde in Australien muß der neue Ferrari F2005 schnellstmöglich zum Renneinsatz kommen. Geplant war das fünfte Rennen (Spanien, 8. Mai). "Vielleicht schon in Bahrain", sagt Technikchef Ross Brawn nun. Um dort beim 3. WM-Lauf passende Reifen von Bridgestone zu haben, bat Ferrari um beschleunigte Fertigung.

Im Gegenzug, so behauptet ein Bridgestone-Verantwortlicher, sollte die Scuderia letzte Woche einen ihrer Stammfahrer, Michael Schumacher oder Rubens Barrichello, aus dem Asienurlaub zwischen den GP von Australien und Malaysia nach Jerez (Spanien) zurückholen. Diesen Deal dementierte Ferrari auf ABM-Anfrage.

Bridgestones angebliches Argument: Die Stammfahrer lieferten bessere Aussagen als die Tester Luca Badoer und Marc Gené. Besonders Schumi, der mit seinem extremen Feingefühl bei Bridgestone am höchsten im Kurs steht.

Der Weltmeister machte aber wie vorgesehen nach dem Melbourne-GP mit Manager Willi Weber Ferien. In Dungun (Malaysia) wurde er beim Fußballspielen (ein Tor) bejubelt. Barrichello, der angeblich verfügbar war, wurde von Ferrari ebenfalls in Fernost in Ruhe gelassen. Insider vermuten, daß auch ihm der Streß einer zweifachen Zeitumstellung (sieben Stunden) erspart werden sollte.

Inzwischen hat der neue Ferrari F2005 – nur mit Testfahrern am Steuer – fast 2000 Kilometer abgespult. Das erste Problem tauchte nach 1600 Kilometern auf: ein kleiner mechanischer Defekt. "Der F2005 ist ein guter Schritt nach vorn", versichert Testpilot Badoer. "Er beansprucht die Reifen deutlich weniger als der F2004-M", erklärt Bridgestone-Direktor Hisao Suganuma. Bis zur Rennreife fehlen noch rund 4000 Testkilometer.

Welcher Stammfahrer letztlich als erster im neuen Auto ein Rennen fährt, hängt jetzt ab von Ferraris Motorenfahrplan: Schumi behält wohl am Wochenende in Sepang sein Melbourne-Triebwerk, obwohl er es nach seinem Ausfall im Auftaktrennen tauschen dürfte. Damit wahrt er für Bahrain die Chance, straffrei das neue Modell einzusetzen. Hintergrund: Führe der Weltmeister in Malaysia das aktuelle Übergangsauto mit einem frischen V10, könnte er den in Bahrain nicht mit in den neuen Ferrari nehmen. Denn der alte Motorentyp paßt dort nicht hinein. In diesem Fall könnte in Bahrain nur Barrichello Rennpremiere im F2005 feiern.

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