Formel 1

Formel 1

— 03.08.2005

Michelin redet vom Rückzug

Das derzeit dominierende Reifenwerk in der Königsklasse könnte Konkurrent Bridgestone bald das Feld überlassen.

Das Gemurmel wird immer lauter: Zwar versichert Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier: "Wir bleiben in der Formel 1." Aber den Worten des Franzosen, der zum Saisonende in Pension geht, fehlt der Nachdruck.

FIA-Präsident Max Mosley bevorzugt aus Kostengründen – ein Großteil der teuren Testfahrten entfällt auf Reifenentwicklung – nur noch einen Reifenhersteller in der Formel 1. Nachdem Michelin geklagt hatte, zu viele Teams beliefern zu müssen (derzeit sieben), haben sich fünf Rennställe schon bei Bridgestone nach neuen Vertragsmöglichkeiten umgehört. Darunter McLaren-Mercedes und Toyota, zwei der besten Michelin-Kunden. Bridgestone wäre (wie 1999) gern F1-Monopol-Lieferant, im Gegensatz zu den wettbewerbshungrigen Michelin-Männchen. Die verlassen Ende 2005 überraschend auch die World Touring Car Championship (WTCC) und überlassen da das Feld Yokohama.

Neben einseitigem Wettbewerb mit Bridgestone wurde Michelin zuletzt von der selbstverschuldeten Indy-Affäre (Startverzicht) gebeutelt, wollte, statt alle 110.000 Tickets für 2005 zurückzuerstatten, nur 20.000 für 2006 übernehmen. Firmenchef Edouard Michelin, der als gnadenlos und kurz entschlossen gilt, sagt: "Wir sind niemandem verpflichtet." Pierre Dupasquier kann sich vorstellen, "daß Michelin ein Jahr als Alleinausrüster überbrücken würde, wenn die FIA uns bittet, aber nicht mehr".

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